Pop10 gibt es seit mittlerweile 10 Jahren. Manche Bands, die wir im Programm haben, auch. Und obwohl wir stets nach neuer guter Musik suchen, lieben wir Altbewährtes ebenso. Hier stellen wir euch einige unserer ständigen Begleiter vor.

Von der Ostküste Großbritanniens herüber schwappte einst der Sound von Blood Red Shoes. Brighton ist ein Ort “full of people that are too weird to fit in any other town”, meint Steven Ansell, die männliche Hälfte der Band – und genau deshalb seien er und Laura-Mary Carter dort gut aufgehoben.

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Steven Ansell

Krach, laut, Energie heißt das Konzept der beiden, mit dem sie Fans und nach mehreren hundert Liveauftritten auch das Major-Label V2 von sich überzeugen konnten. Ob man das nun Noise Punk, Alternative oder Indie Rock nennt - Blood Red Shoes übermitteln zweifelsohne eine geräuschvolle Wut, die jedes Publikum zum Pogen und Mitschreien bewegt – und das zu zweit und seit immerhin drei Alben.

Nachdem fünf Singles von fünf verschiedenen kleinen Indie-Labels veröffentlicht wurden, erschien 2008 endlich die erste ‘richtige’ Platte, “Box of Secrets”. Ein großer Schritt Richtung Ruhm, der natürlich mit unzähligen weiteren Shows untermauert wurde.

Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Laura-Mary Carter

Wir trafen die beiden vor ihrem Auftritt auf dem Melt! Festival 2008. Da wirkten sie fast ein bisschen schüchtern – oder vielleicht auch einfach nur viel netter als ihre Musik es vermuten lassen würde – , freuten sich über die Location und sprachen über das Gefühl, auf einmal auf großen Bühnen zu spielen.

Zwei Jahre später klang das alles schon ganz anders. Selbstbewusster, kontrollierter. Bei ihrem zweiten Album “Fire like this” ließ sich das Duo von niemandem reinreden und war mit dem Ergebnis deshalb absolut zufrieden.

“We got nearer to what we wanted to achieve with this record than we did before. So it’s more like the real ‘Us’.”

Die Band hatte viel gelernt, gab sie zu – unter anderem, wie man das ausschweifende Rock’n’Roll-Leben zelebriert und am nächsten Tag trotzdem noch gute Interview gibt…

Auch die Idee zum Musikvideo von “Heartsink” stammt von Laura und Steven persönlich. Fans waren aufgerufen, einen persönlichen Gegenstand zum Dreh mitzubringen, den sie dort nach allen Regeln der Kunst zerstören würden, sei es um mit einer lästigen Vergangenheit abzuschließen oder einfach um Platz für Neues zu schaffen.

Das fertige Video sah schließlich so aus:

Im März 2012 erschien die nunmehr dritte Platte der Band, “In Time to Voices”. Man mag es kaum laut aussprechen, aber ein bisschen mehr Melodie scheint dabei zu sein, ein bisschen weniger Wut. Die Songs sind teilweise etwas entspannter, geben sie selbst zu. Laut Steven Ansell liegt das an den neuen technischen Möglichkeiten. Erstmals hatten Blood Red Shoes einen Proberaum ganz für sich allein und verzichteten bei den Aufnahmen darauf, gleichzeitig zu singen und zu spielen. Es gab also keinen Grund mehr zu schreien, um das Schlagzeug zu übertönen.

“Our old songs it’s like we were trying to shout just because we couldn’t fucking hear anything.”

Aber auch, wenn Blood Red Shoes inzwischen mehr singen als schreien, werden wohl noch Jahre ins Land gehen, bis ihre Musik die rebellische Jugendzeit hinter sich lässt. Bis dahin freuen wir uns auf mehr melodiösen Krawall und schweißgetränkte Liveshows.

 

Blood Red Shoes live in Deutschland:

02.11.2012 Berlin Columbiahalle (The Gaslight Anthem Support)

03.11.2012 Saarbrücken Mechanische Werkstatt (The Gaslight Anthem Support)

27.11.2012 Dresden Beatpol

28.11.2012 Bochum Zeche