Pop10 gibt es seit mittlerweile 10 Jahren. Manche Bands, die wir im Programm haben, auch. Und obwohl wir stets nach neuer guter Musik suchen, lieben wir Altbewährtes ebenso. Hier stellen wir euch einige unserer ständigen Begleiter vor.

Zugegeben, We Have Band gehören, zeitlich gesehen, noch nicht zu unseren Programm-Urgesteinen. Aber wer fleißig pop10 schaut, dürfte die Songs der Band und die 5jährige Bandgeschichte in- und auswendig kennen, denn irgendwie stehen die drei Londoner unentwegt vor unseren Kameras.

We Have Band

We Have Band auf dem Bootboohook Festival 2012 – Dede WP

Der Beginn des Indietronic-Trios liest sich so unkompliziert und sympathisch, wie die drei auch sind. Das Ehepaar Dede und Thomas Wegg-Prosser möchte eine Band haben, also gründen sie eine und nennen sie “We have Band”. Das erzählen sie ihrem Kollegen Darren Bancroft, der findet den Namen lustig und macht einfach mal mit.

Kurioserweise hat diese spontane Idee Erfolg. Die Electro-Indie-Pop-Welle spülte begeisterte Tanzwütige in die Bars und Clubs, in denen We have Band auftraten. Das französische Label Kitsuné veröffentlichte Hits wie “Oh!” und “Hear it in the cans” auf seinen Compilations. Höchste Zeit für ein Album also.

Im April stand “WHB”, 12 Tracks, produziert von Gareth Jones (Depeche Mode, Grizzly Bear), endlich in den Plattenregalen. Als sie diese Songs anschließend durch die Welt und auch in Berlin sangen, trafen wir sie zum ersten Mal.

Und weil es so schön war, unterhielten wir uns nur wenige Monate später noch einmal, in der Küche des Festsaals Kreuzberg. Nach der WHB-Aufregung und einer ausgewachsenen Tour inklusive Auftritten beim Glastonbury und Berlin Festival, resümieren die drei das Jahr 2010.

“Die Chemie zwischen den Bandmitgliedern stimmt”, wird Thomas nicht müde zu betonen, “wie eine kleine Familie.” Und die Familie habe trotz aller Anstrengungen Lust auf mehr.

Auf das zweite Album bereitete sich die Band etwas intensiver vor. Kritiker und Fans hatten nun immerhin Erwartungen, die es zu erfüllen galt. “Vielleicht wird es weniger verrückt und etwas bedachter”, sagten die drei schon 2010. Und so kam es dann auch. “Ternion” (April 2012) ist ernster, die Texte tiefgründiger, der tanzbare Beat aber keineswegs abhanden gekommen.

Schon vor Veröffentlichung der Platte präsentierten uns We have Band den Song “Shift” in einer akustischen Session.

“Ternion” ist der lateinische Begriff für eine Gruppe aus drei Personen – diese Drei ist wohl das wesentliche Hauptmerkmal der Band. “Wir sind eine Einheit, aber genauso sind wir drei Individuen. Es funktioniert alles nur, weil wir drei das zusammen machen”, meint Darren. We have Band bedeutet Respekt für den anderen und Gleichberechtigung – jeder der drei singt, spielt Instrumente und schreibt Songs, es gibt keinen Leader. Über diese Besonderheit sprachen die Londoner mit uns im Januar 2012.

Neue Platte, neue Tour, und wieder Festivals. In Deutschland konnte man We have Band 2012 auf dem Bootboohook, MS Dockville und dem Berlin Festival live erleben.

Große Neuigkeiten hatten sie nicht zu verkünden, aber das Trio wirkte zufrieden und hat immer noch sichtbar großen Spaß am Band -Sein. Die Laune eines Ehepaars geht seinen Weg. We have Band sind langsam dort angekommen, wo sie hingehören – auf die Bühnen der Welt und in die Herzen aller Indiefans.