Ein grandioses Filmjahr 2013 neigt sich dem Ende und dieses Ereignis nutzt die Pop10 Redaktion, um euch unsere Lieblinge des Jahres vorzustellen.

Jasper

Blue Jasmine

Eine manisch illusionierte Cate Blanchett, Alec Baldwin so, wie wir ihn uns im echten Leben gerne vorstellen und nach langer Zeit mal wieder ein fast perfekt strukturierter Woody Allen. Obwohl dieser ja jedes Jahr die Chance hat mal wieder zu zaubern, musste man seit Anything Else (I totally said that) auf ein wirkliches Novum warten. Blue Jasmine ist brutal ehrlich, perfekt gespielt, bringt in seinen Irrungen und Wirrungen mehrere Sympathien wie Antipathien hervor und müsste Cate Blanchett in einem sinnigen Universum einen Oscargewinn einbringen. Mehrmals muss man hier aufgrund von fehlender charakterlicher Selbstreflektion schlucken, bekommt aber immer einen klaren Eindruck von den Wünschen und Ängsten der hier gezeigten Individuen. Woody Allen kann es noch und beweist, dass er wie kein Anderer ein Händchen für doppelbödigen Dramödienstoff hat.

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Maurice

Gravity

Das Jahr 2013 war für Filmfans mit Highlights gespickt. Kann man nur hoffen, dass es 2014 weiter geht. Bereits für den 1. Januar kündigt sich ja mit “Mitty” ein kleines Highlight an. Mein ganz persönliches Highlight war das Weltraumabenteuer “Gravity”. Der Film hat mich so sehr begeistert, dass ich mich nicht gescheut habe, ihn gleich zweimal zu sehen. In Gravity beweist Regiesseur Alfonso Cuarón was Kino wirklich leisten kann. Ich war skeptisch, denn zwei so vorbelastete Schauspieler wie Sandra Bullock und George Clooney sollen ganz alleine einen Film tragen? Sandra Bullock ist für mich eher eine Sonntag-Nachmittags Schauspielerin, die in schlechten Pro Sieben Komödien zu hause ist und Clooney trinkt eh nur noch Kaffee im Kino. Nun gut. Das Spektakel 300 km über der Erdoberfläche ist ein optisches Highlight. Hier nutzt die Technik alle Möglichkeiten der 3D Projektion. Obwohl Gravity ein Sci-Fi Film ist, wird hier ohne die üblichen Star Trek Soundeffekte gearbeitet. Im Gegenteil, der Film scheut keine ruhigen Momente und beginnt sogar mit der Erklärung, dass der Weltraum aufgrund des Vakuums frei von jedem Geräusch ist. Natürlich ist Gravity kein Stummfilm, aber es gelingt hier die perfekte Mischung aus Musikbetonung und Mut zur Ruhe. 10 minüte Plansequenzen ohne Schnitte krönen diesen Film zum Streifen des Jahres. Wer das Duett Bullock Clooney noch nicht gesehen hat, sollte schnell ins Kino und den wahrscheinlich ungewöhnlichsten Landeanflug auf Planet Erde selbst sehen.

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Susi

Wow. Der beste Film des Jahres? Mit so einer Frage kann man mich echt quälen und mit der Antwort noch viel mehr. Ich weiß, dass sich von meinen Kollegen und Freuden einige zu recht als wahre Gourmets der Lichtspielkunst bezeichnen, als Kenner und Spezialisten, Junkies und Extremkonsumenten. Ich dagegen sehe mich eher so als Hicthhiker, der sich hier und dort mal von Saal zu Saal hangelt. Meine Meinung ist hier also nicht unbedingt die Beste. Aber dennoch lass ich mir die Gelegenheit nicht nehmen, auch mein Senf in einen dieser großartigen Jahresrückblicke zu streuen. Gerne auch, wenn das Thema Film lautet.

Nike Never Not

Es muss wohl sein, ein Film der mit einer Anekdote aus meinem Leben daher kommt. Spätestens in diesem Jahr habe ich meine Leidenschaft für Snowboard-Movies entdeckt. Dieser Film hat seinen Teil dazu beigetragen. Never Not ist ein Film von NIKE der voll ist von wahnsinnigen Typen und Weibern, die auf einem Brett bergauf und bergab unterwegs sind. Für 24 Stunden konnte man sich Anfang September den Dreißig-Minüter gratis auf Youtube angucken. Dann war er wieder weg. Durch einen Zufall bin ich an Clip geraten und aus ner spontanen Clickaktion wurde ein Youtube-Erlebnis, das mehrere Stunden dauerte. An diesem Tag liebte ich das Internet mehr denn je. Nikes Never Not ist ein sogenannter Teammovie, also eigentlich nichts als Werbung für die Sportmarke aus den USA. Aber was sage ich da. Werbung? Nein, das hier ist Snowboarden pur. Ich glaube für die meisten von euch mag das mega geschwollen klingen und sicher denkt ihr, der Film hat hier nichts zu suchen. Aber ich wurde nach meiner Meinung gefragt und ja. Auf einen Hobbit folgt halt ein nächster, die Coen Brüder sind noch lange nicht tot und Star Trek wird sich auch stets neu erfinden. Aber was ich im September 2013 gefühlt habe, als ich das erste Mal bewusst einen richtig guten Snowboardfilm sah, wird sich noch auf meine Kinder auswirken.

Markus

This Is The End

Oh je. Wenn ich das Filmjahr 2013 Revue passieren lasse, fallen mir einige grandiose Filme ein, die mich dieses Jahr begeistert und bewegt haben. Muss ich es allerdings auf einen einzigen Film reduzieren, muss ich mich einfach für die Komödie This Is The End entscheiden. Hier hängen die Schauspieler Seth Rogen und Jay Baruchel bei einer Party von James Franco in L.A. rum, als plötzlich die Apokalypse ausbricht. Während ein Großteil der Partygäste panisch flieht, entscheiden sich Seth Rogan, Jay Baruchel, Jonah Hill und weitere Schauspieler sich in James Francos Haus zu verbarrikadieren. Die Schauspieler spielen sich dabei übrigens alle selbst. Franco ist der homosexuelle Künstlernerd, Rogen der Komiker vom Dienst, Baruchel das genervte Arschloch und Hill der netteste Mensch, den man sich nur vorstellen kann. Allesamt völlig überzeichnet und ihr Bild in den Medien herrlich verdrehend. In Francos Villa müssen sie mit Dehydrierung, Hunger, Dreck, Dämonenheimsuchungen und Kannibalismus fertig werden. Zusammen mit zahlreichen Hollywood-Stars in diversen Gastauftritten, etwa Michael Cera, Rihanna oder auch Emma Watson, versuchen sie, den Weltuntergang trotz all dem Übel heil zu überstehen. So viel sei verraten: Nicht alle Gast-Stars werden überleben.

Eine selbstironische Komödie von und mit Seth Rogen, die humoristisch genau meinen Geschmack trifft und mich letztendlich vollends überzeugt hat.

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 Ina

00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse

Ach Freunde, was war das wieder für ein exzellentes Jahr für Cineasten?! Ich für meinen Teil habe viele glückliche Stunden vor der Leinwand verbracht und da diese fester Bestandteil meines üblichen Tagesablaufs sind, habe ich natürlich auch 2013 gleich mehrere Lieblinge für euch parat. Als Überblick sind sie in 3 Kategorien unterteilt: Drama – Celeste & Jesse Forever, Comedy – This Is The End, Action – Django Unchained. Mein absolutes Highlight dieses Jahres ist allerdings keiner, der eben genannten Filme, sondern ein ganz Anderer: 00 Schneider – Im Wendekreis der Eidechse belegt auf meiner Liste mit deutlichem Abstand den ersten Platz. Selten hatte ich ein derartig amüsantes Kinoerlebnis wie bei diesem Film. Mehrere Sprüche wurden direkt in das eigene Repertoire aufgenommen und sorgen auch noch Monate später für schmunzelnde Gesichter. Guter Laune erwarte ich nun neue Kino-Perlen im kommenden Jahr.

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Patrick

Die Tribute von Panem – Catching Fire – Nicht die „Pute von Panem“

Jennifer Lawrence! Mehr gibt´s fast nicht über diesen Film zu sagen. Nicht weil sie übermenschlich schauspielert. Sie sieht einfach nur mega gut aus! Okay, ganz kann man den Film nun auch nicht auf die hübsche Hauptdarstellerin reduzieren.

Ich finde diese „zusammengepfercht in einer Arena und kämpft bis zum Tod“ – Thematik super spannend. Das hat mir schon beim ersten Teil gut gefallen und Catching Fire hat da definitiv nochmal zehn schippen drauf gelegt. Auch das Motiv der dargestellten Klassengesellschaft kommt im zweiten Teil besser zum Tragen. Wurde dies im ersten Teil nur leicht angeschnitten, wird das Thema bei „Catching Fire“ intensiver und nachhaltiger behandelt. Das Ende hat dann für alle die die Bücher nicht gelesen haben, einen coolen Twist geboten der wirklich Lust auf den letzten Film bzw. auf die letzten beiden Filme macht. Auch „Tribute von Panem“ springt auf den Zug auf, in dem sich schon Harry Potter und Twilight befindet und macht aus dem letzten Buch direkt zwei Filme. Mich stört es nicht. Was mich allerdings ein wenig am Film selber gestört hat, war die Liebesbeziehung zwischen den beiden Hauptcharakteren. War diese immer nur ein Vorwand um nicht getötet zu werden, entwickelt sich nach ein paar Stunden in der Arena  eine ernsthafte Beziehung. Ein wenig unglaubwürdig, ist aber nicht weiter schlimm meiner Meinung nach. Audiovisuell war der Film natürlich ebenfalls Bombe. Er kommt in der Hinsicht zwar nicht an ein „Gravity“ heran, aber das schafft wohl dieses Jahr sowieso kein anderer Film. Insgesamt nochmal ein Überraschungshit am Ende des Jahres und mein Film des Jahres.

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