Allein schon das Wort R-E-L-I-G-I-O-N lässt einen heutzutage erschauern, denn so gut wie jede Aussage diesbezüglich wird ungewollt zur heiklen Kontroverse. Dessen ungeachtet sollte man gelegentlich in diesem Epizentrum der gesellschaftlichen Auseinandersetzungen rumstochern. Schließlich sind über 80% der Weltbevölkerung und über 70% der Bürger Deutschlands religiös. Außerdem tut ein wenig Personenkult im Alltag gut.

Allerdings ist das Messiasdasein ist hartes Stück Brot. So wird Redakteur Jasper bestimmt noch eine Weile daran zu knabbern haben, mir die Welt der Sternensaga offenbart und damit unfreiwillig alle folgenden Anspielungen und Verweise auf den Kultfilm ausgelöst zu haben.

Opium fürs Volk hin oder her – es heißt immer noch ReligionsFREIHEIT. Dennoch ist bei diesem Thema der Mensch dem Menschen nicht nur ein Wolf, sondern auch ein Schaf. Ein Wolf im Schafspelz quasi – eine Fusion aus Unkenntnis und Angriffslust. Die Leidenschaft zur Empörung über die Glaubensproblematik ist aber an sich herrlich monoton und schlichtweg unnötig, denn wie in so vielen Streitpunkten um Hype-Thematiken gilt auch hier die Devise: leben und leben lassen. Das Übergehen des Grundsatzes führt erfahrungsgemäß zu aufgebrachten Meuten mit Mistgabeln und Fackeln, brennenden Botschaften oder indexierten South Park Folgen.

Das strikte Befolgen des Prinzips zieht hingegen weitaus stielvollere und nützlichere Konsequenzen nach sich. Wie beispielsweise den Jediismus (ja genau, den Glauben an DIE Macht). Auf die einfachsten Ideen muss man auch erst mal kommen. Ein großer Fanclub ist ja prinzipiell kein Qualitätsindikator für den Erzählstil des Werkes (das gilt sowohl für die neuen Star Wars Filme als auch für das Neue Testament), aber grundsätzlich liegt nichts näher als ein Imperator-Luzifer-Gleichnis. Jedi-Ritter haben ja so Einiges drauf, sind aber wahrscheinlich zu romantisiert und heroisiert. Abseits der euphemistischen Filme sind sie wahrscheinlich die meiste Zeit mit Papierkram und Büroarbeit beschäftigt und von „liebet und mehret euch“ haben die ja nun gar nichts.

Und wenn wir schon beim Mitspracherecht des Volkes bei Glaubensfragen sind: die katholische Kirche darf nun offiziell als “Kinderficker-Sekte” bezeichnet werden. Als Scherz wäre das zu skandalös; es ist aber tatsächlich eine wahre Geschichte. Ein Blogger tätigte genau diese Aussage und wurde prompt wegen Gotteslästerung verklangt. Die Klage wurde allerdings schnell abgewiesen. “Kinderficker-Sekte” ist zwar etwas plump und unkreativ, Studien belegen aber: prinzipiell sollte man ab und zu mal beleidigen dürfen, ohne dafür gleich ewige Verdammnis erwarten zu müssen. Egal ob den Obrigkeitskult, die Randgruppe der Atheisten oder die Staatsgewalt. Das ist ein hervorragendes Ventil zum Dampfablassen und intensiviert das Gefühl der Meinungsfreiheit. Mich darf man im Übrigen als Fotzi betiteln, wenn man mag. An guten Tagen auch mal als Superfotzi.

Mit Beschimpfungen hat derzeit wohl auch die Presseabteilung des Vatikans zu kämpfen. Es wurde aufgedeckt, dass die Biografien einiger Kardinäle teilweise aus Wikipedia-Einträgen bestehen. Wäre nicht weiter schlimm, wenn zumindest ein anständiges Quellenverzeichnis existierte – tut es aber nicht. Bei Wikipedia abschreiben? So nah bei Gott und doch so menschlich – irgendwie sympathisch.