Obacht, Freunde, am 15. Mai 2013 jährt sich mal wieder der internationale Tag der Familie. Wir haben also gerade noch genug Zeit, um diesen dubiosen Subbereich des Lebens ganz fix zu entmystifizieren. Völlig zu Recht, denn Familiengründung scheint momentan ganz hip zu sein – zumindest wird um mich herum fleißig zusammengezogen, geheiratet und geschwängert. Und wenn es erst mal so weit ist, gratuliert man recht herzlich und denkt dabei heimlich irgendwie immer an Al Bundy, der seine Familie als “biologisches Experiment” bezeichnet hat.

 

Die erste erschütternde Nachricht aus der Ahnenforschung kommt von einer Historikerin, Professorin und Expertin für koptische Sprachen der Universität Harvard. Die Wissenschaftlerin stellte der Öffentlichkeit unlängst einen vergilbten Papyrus-Fetzen aus dem 4. Jahrhundert vor, der die Beziehung zwischen Jesus und Maria Magdalena belegt. Papyrologen und Linguisten untersuchten das Fragment und bestätigten, dass es sich dabei um ein Original handelt. Damit reiht sich der Sohn Gottes in die berühmte Riege nachgewiesener sexueller Verfehlungen ein und ist irgendwo zwischen Arnold Schwarzenegger, Bill Clinton und Tiger Woods zu finden.

Ihrem Familienleben nachgehen konnten die inhaftierten Musikerinnen und Aktivistinnen der russischen Punkband Pussy Riot in letzter Zeit hingegen nicht. Diesen droht nach ihrer Protestaktion gegen Putin nicht nur eine mehrjährige Gefängnisstrafe, sondern auch der Entzug des Sorgerechts für ihre kleinen Kinder. Das Schnellverfahren, bei dem die jungen Frauen wegen “Rowdytums” angeklagt wurden, wird inzwischen mit denen von Josef Stalin verglichen. Das liegt auf der Hand, denn Putin muss ja schließlich alle Erwartungshaltungen erfüllen, die an einen totalitären Diktator gestellt werden. Alles, woran er also jetzt noch arbeiten muss, ist ein mondäner Schnurrbart.

Ebenfalls etwas unpassend war das Verhalten einer 15-jährigen Schülerin aus England, die kurzerhand mit ihrem Mathelehrer nach Frankreich durchbrannte. Nur leider war der Mann nicht nur 30 Jahre alt, sondern auch noch verheiratet. In diesem Zusammenhang beschleicht mich das Gefühl, dass Kristen Steward kein gutes Vorbild für Teenager ist und deshalb gebe ich hiermit eine Petition in Auftrag, die ihre weitere Daseinsberechtigung neu definiert.

 

Das könnte Brad Pitt nicht passieren, denn der Mann ist ohne Frage ein begabter Charakterdarsteller. Allerdings ist er wohl wie so viele große Talente der Zeitgeschichte ein geistiger Wackelkandidat. Pitt äußerte sich nämlich kürzlich eher unkonventionell zum Waffenrecht der Vereinigten Staaten: “Amerika wurde mit Waffen aufgebaut. Es liegt in unserer DNA. Ich persönlich fühle mich mit einer Waffe besser.” Die Aussage schein plausibel, wenn man bedenkt, dass der Hollywoodstar im Kindergartenalter sein erstes Luftgewehr, in der ersten Klasse eine Schrotflinte und mit acht Jahren eine Pistole bekam. Jedoch fragt man sich unweigerlich, ob es eine gute Idee ist, Schusswaffen in einem Haushalt mit einem halben Duzend nerviger, kleiner Kinder und einer prätentiösen, unterkühlten Diva aufzubewahren – vor allem weil Brads neuster Film “Killing Them Softly” heißt.

Eine andere Berühmtheit sorgt rein optisch für Furore. Nein, es handelt sich nicht um noch mehr Nacktfotos der britischen Königsfamilie, sondern um da Vincis “Mona Lisa”. Von dieser soll jetzt eine frühere Version aufgetaucht sein, die 10 Jahre vor dem allseits bekannten Schwesternbild entstand. Ob der Maler tatsächlich dieselbe Frau zweimal porträtiert hat, ist allerdings sehr umstritten.

Fakt ist aber, dass Justin Bieber sich bei einem Konzert in Phoenix auf der Bühne übergeben musste. Dieses kleine Malheur hat zwar absolut nichts mit dem Thema zu tun, könnte aber beim nächsten Familientreffen durchaus als ulkige Pointe diskutiert werden, denn öffentliche Demütigung und  körpereigenes Mus beschäftigen die Leute meist tagelang.