Bethesda hat diesen Herbst und Winter eine ganze Menge für Gamer zu bieten. Von Doom VR und Switch, über Fallout 4 VR bis hin zu The Evil Within 2. Letzteres schauen wir uns mal etwas genauer an und checken, ob es mit dem Capcom Schocker Resident Evil 7 mithalten kann.

Wo ist Lilly?

Wie schon in Teil eins der Horror-Reihe nehmen wir die Rolle des Protagonisten Sebastian Castellanos. Wir starten mit einem brennenden Haus, in dem sich unsere Tochter Lilly befindet. Wir durchsuchen das Haus nach ihr, doch wir kommen zu spät. Oder doch nicht? Lilly lebt, sie ist aber in einer virtuellen Welt gefangen. Unsere Aufgabe ist klar: Wir müssen in diese Welt, unsere Tochter und die Mobius Agenten retten, die mit ihr gereist sind.
Auf dem Weg in die virtuelle Welt wachen wir in einem finsteren Raum auf. Der Horror beginnt.
Wir befinden uns in einem düsteren Gebäude. Leere Gänge, seltsame, verstörende Kunstwerke von gefallenen Mobius Agenten. Ein typisches Horrorszenario bildet sich. Doch schnell ändert sich das Blatt. Nachdem wir noch eine kurze Horror-Verfolgung mitmachen mussten, befinden wir uns in einer offenen Spielwelt. The Evil Within 2 entwickelt sich zu einem Open World Horror Spiel.

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Sebastian the Explorer

Dieses ungewohnte Terrain fühlt sich etwas wie eine Mischung aus The Last of Us und Resident Evil an. Neu, aber trotzdem vertraut. Überall in der großen Welt gibt es Häuser, Züge, Lagerhallen und vieles mehr zu entdecken. Wobei überall auf den Straßen die Feinde unterwegs sind. Diese als typische Zombies abzustempeln wäre falsch. Es sind viel eher seltsame Wesen, die je nach Form mehr oder weniger verstörend sind. Das Angriffsprinzip ist bekannt. Die Wesen streunen rum, falls man bemerkt wird, attackieren sie den Spieler aggressiv, also sollte man sich vorsichtig anschleichen. So wie ich grade vom Beschreiben der Hauptstory abgewichen bin, weicht man auch im Spiel oft von der Story ab. Es gibt einfach viel zu viel zu entdecken, was mir schnell das Gefühl gab kein Horror Spiel zu spielen.

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Wenn wir uns weiter der Story widmen, merken wir stellenweise, dass es es Horror Spiel ist. Mit Hilfe eines Transmitters suchen wir nach Spuren unserer vermissten Tochter. Dabei kann man auch diverse andere Spuren finden, die wiederum Wege zu Nebenaufgaben eröffnen. Je weiter wir voranschreiten, desto häufiger treffen wir auf Gegner, die sich von den 0815 Feinden unterscheiden. Mal werden wir durch ein Gebäude gescheucht und müssen einen bestimmten Gegenstand finden um zu fliehen, ein anderes Mal müssen wir uns gegen mit schwerem Geschütz gegen die Gegner beweisen. Um auf dauer mit den Feinden mithalten zu können, müssen wir ganz im Open World Stil unsere Waffen aufrüsten. Unterstützung bekommen wir dabei von weiteren Charakteren, die uns im Laufe des Spiels begegnen.

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Der Kick für Entdecker

Der Fakt, dass The Evil Within 2 im größten Teil ein Open World Game ist, nimmt meiner Meinung nach zu oft die Horror-Atmosphäre. Zu Beginn des Spiels muss ich gestehen, dass ich stellenweise einfach keine Lust hatte weiter zu machen, weil ich Panik hatte, was hinter der nächsten Tür auf mich wartet. Das Gefühl hat sich mit Betreten der Open World gelegt und wurde nur selten wieder abgerufen. Ich hätte mir das Spiel tatsächlich etwas gradliniger gewünscht, denn die ganzen Nebenaufgaben gestalten das Spiel eher wie ein Action-RPG. Das soll aber nicht heißen, dass The Evil Within 2 ein schlechtes Spiel ist. Ganz im Gegenteil. Es macht viel Spaß die Welt zu entdecken und alle möglichen Geheimnisse zu lüften. Dadurch wirkt das Spiel jedoch nicht mehr zu gruselig. Der anfangs erwähnte Vergleich mit Resident Evil 7 ist also definitiv nicht möglich. Beide Spiele unterscheiden sich voneinander. Das eine setzt auf gradlinigen Survival-Horror, wobei Evil Within viel eher auf Open World Action setzt. Wer also darauf steht voller Panik vor dem Bildschirm zu sitzen wird mit The Evil Within 2 nicht unbedingt zum richtigen Spiel greifen. Viel eher ist es ein Spiel für Open World Fans, die gern auf Entdeckungsreise gehen möchten und einen gewissen Kick brauchen.

 

Getestet auf der Playstation 4 Pro

 ©Bilder: Bethesda