Der erste Vorausscheid des größten Bandcontests Sachsen-Anhalt liegt hinter uns. Am vergangenen Samstag kämpften die ersten fünf nominierten Bands aus der Region um den Einzug ins Finale. Für die Jury war es keine leichte Entscheidung, denn hier traten fünf komplett verschiedene Bands aus unterschiedlichen Genres gegeneinander an, was es nicht einfach machte diese miteinander zu vergleichen.

Für euch haben wir den Abend in knappen 4 Minuten zusammengefasst:

Der SWM Talentverstärker bietet regionalen Bands eine große Chance, viele Erfahrungen zu sammeln und natürlich tolle Preise zu kassieren. Der Gewinner bekommt neben der medialen Aufmerksamkeit und hochwertigem Equipment einen Studioaufenthalt und die Pressung einer eigenen EP. Für viele Bands ist das mehr als Gold wert, da die meisten Nominierten so eine Chance noch nie hatten und eine professionell abgemischte EP noch einmal ganz andere Türen öffnet. Bestes Beispiel dafür sind wohl Berlin Syndrome, die Gewinner des letzten Jahres, die durch den SWM Talentverstärker hohe Aufmerksamkeit erlangten, viele Live-Auftritte spielen durften und sogar von der Booking-Agentur undercover entdeckt wurden. Der Wunsch eines jeden Musikers.

Bei meiner Bewertung floss nicht nur der Live-Auftritt des Abends ein, sondern ich informierte mich vorher schon sehr gut über die nominierten Bands. Für mich ist die Kreativität in den Songs genauso wichtig wie eine gewisse Professionalität, die die Musiker an den Tag legen sollten. Da geht es zum einen natürlich um die Bühnenperformance, aber eben auch beispielsweise um ihre medialen Auftritte in den sozialen Netzwerken. Ganz wichtig ist auch wie viel Potenzial die Bands für eine Weiterentwicklung mit sich bringen, denn nichts ist schlimmer, als eine Band, sie sich auf ihrem Erfolg ausruht.

Den Gewinnern des SWM Talentverstärkers werden genug Möglichkeiten geboten, sich weiterzuentwickeln, denn genau das ist es doch, worum es hier geht. Am Ende fiel es uns wirklich nicht leicht, da wir nur eine Band ins Finale schicken durften. Die zweite Band verdankt ihr Weiterkommen dem Publikum.

Dieses hatte auch ziemlich viel Spaß:

    proXcorp

Den Abend eröffneten proXCorP mit angenehmen Alternative Rock. Bekanntlich ist der erste Slot auf einem solchen Contest immer etwas undankbar. Die Halle war noch nicht allzu sehr gefüllt und das Publikum ist immer schwer zu begeistern. Jedoch ließen sie sich davon nicht beirren und zogen ihre eigene Performance eiskalt durch. Ihre Musik zieht einen mit, sich zu bewegen und zu tanzen, jedoch war der Gesang hier leider nicht ausreichend. Ich bewundere allerdings ihren Mut, trotz des scheuen Publikums, immer wieder die Interaktion mit den Zuschauern zu suchen und sie zu motivieren.

 

DevilsResurrection

Devils Resurrection haben unglaublich viele Freunde und Bekannte mit in die Sudenburger Markthalle gebracht, was sich während ihres Auftrittes deutlich bemerkbar machte. Sie waren 2012 schon im Finale und wollten nun wieder ihr Glück versuchen. Zu Metal kann ich leider nicht allzu viel sagen, da ich mich zu wenig mit diesem Genre beschäftige. Jedoch machten ihre Fans ordentlich Stimmung vor der Bühne, was auch bei dem ein oder anderen dazu führte, sich mitreißen zu lassen. Letztendlich lohnte es sich für die vier Jungs so viel Unterstützung dabei gehabt zu haben, denn sie wurden durch die Publikumsstimme ins Finale geschickt.

 

Chivre

Bei Chivre mischen zwei schon bekannte talentierte Musiker aus Magdeburg mit. Der ein oder andere sah vielleicht Bassist Simon 2009 mit seiner Band ‚Nevertheless‘ oder Drummer Marvin 2014 mit seiner Band ‚Berlin Syndrome‘ das Finale des SWM Talentverstärkers gewinnen. Gemeinsam mit den Gitarristen Benedict und Philipp beschlossen sie in diesem Jahr mit ihrem Zweitprojekt ‚Chivre‘ anzutreten. Hier vereinen sich vier sehr junge und dennoch großartige Künstler mit viel Potenzial nach oben. Wer schon immer mal hören wollte wie Post Rock mit einer Prise Progressive Rock klingt, ist hier an der richtigen Stelle. Dass es keinen Sänger gibt, störte mich absolut gar nicht, woran sich aber jedoch der ein oder andere erstmal gewöhnen muss. Auch ohne Gesang schaffen die vier Magdeburger Jungs es eine gewisse Dramaturgie und Stimmung mit ihren Songs darzustellen. So war es für uns als Jury eindeutig, dass sie es verdienen von uns weitergeschickt zu werden. Und wer weiß, vielleicht überraschen sie uns ja doch noch im Finale mit ein wenig Gesang?

InSane

Auch In Sane sind dem SWM Talentverstärker-Fan vielleicht schon mal über den Weg gelaufen. Standen sie doch im letzten Jahr neben ‚Berlin Syndrome‘ auf der Finalbühne in der Factory, so versuchten sie in diesem Jahr erneut ihr Glück. Mit ihrem, wie sie es nennen, ‚Uff de Mütze‘-Metal Rock heizten sie auch am vergangenen Samstag dem Publikum gut ein. Wie bei all ihren Auftritten sorgten sie mit Konfetti und Knicklichtern für Stimmung und zogen ihre ganz eigene Show durch. In der Jury freute man sich sehr darüber, dass einige Kritikpunkte des letzten Jahres verbessert worden. Aufgrund dessen fiel unsere Entscheidung zwischen ihnen und Chivre sehr knapp aus. Für meinen Geschmack könnte Alex öfter singen, anstatt wie in der Metal-Szene üblich ins Mikrophon zu grölen, denn so übel ist seine Stimme gar nicht, als dass man sie verstecken müsste.

 

Ostbrut

Als letzter Act des Abends ging die Punkrock-Band Ostbrut aus Burg an den Start. Sie produzierten im Vorfeld sogar schon eine EP und drei Alben auf eigene Faust. Die Dreier-Formation erinnert mit ihren humorvollen sarkastischen Texten ein bisschen an den Stil der Ärzte. Ihre Musik bietet einiges Potenzial nach oben, sie könnten ihre Fans viel mehr mitnehmen. Jedoch fehlte es hier leider etwas an Performance und Begeisterung. Im Gepäck hatten auch sie eine bunte Partymeute, jedoch reichte es hier leider nicht für die Publikumsstimme.

 

Ich bedanke mich bei allen Teilnehmern des ersten Vorausscheides für diesen musikalisch bunten Abend. Ebenso gespannt bin ich auf die nächsten Vorausscheide. Ich hoffe wir sehen uns am kommenden Samstag, den 11. April, in der Sudenburger Markthalle zur zweiten Runde!