Erste Runde des größten Musikwettbewerbs Sachsen-Anhalts liegt hinter uns. Am vergangenem Samstag eiferten die ersten 5 nominierten Bands um den Einzug in das große Finale in der Factory Magdeburg. Bei einem Besucherrekord von fast 300 Leuten in der Sudenburger Markthalle war die Spielfreude der Teilnehmer größer denn je. Dabei hat dieses Quintett an Bands die Messlatte für die kommenden Ausscheide hochgelegt. Ich möchte euch meine rein subjektive Meinung mitteilen und das Urteil, wie es im Endeffekt entschieden worden ist begründen.

Wer nicht so viel lesen will, kann auch einfach gucken. Torsten Porstmann war für euch unterwegs und hat den Abend im folgenden Film dokumentiert:

Nun aber etwas detaillierter. Erst einmal möchte ich nochmals betonen, dass ein Wettbewerb wie der SWM Talentverstärker vor allem Künstler fördern muss, die von dem Gewinn und den gesammelten Erfahrungen am meisten profitieren können. Der Gewinner bekommt neben der medialen Aufmerksamkeit und Equipment einen Studioaufenthalt und die Pressung einer eigenen EP. Für eine Band, die noch nie solchen ‘Luxus’ genießen durfte, ist diese Möglichkeit Gold wert – sich professionell abmischen zu lassen, sich überhaupt einmal richtig von der Seite hören zu können.

Bei meiner Bewertung schwingt immer der Gedanke im Hinterkopf: welche Band bringt die besten Ideen mit, um sich mit einem solchen Gewinn am besten weiterentwickeln zu können. Am Ende ist es wirklich immer schwer eine Entscheidung zu treffen und gewinnen kann eh nur einer. Selbst bei der Auswahl waren wir als Jury diesmal eingeschränkt, da aus unserer Macht nur eine Band ins Finale gewählt werden konnte. Die zweite Band verdankt ihre Weiterleitung allein dem Publikum. Bei Twitter könnt ihr den Abendverlauf unter dem Hashtag #pop10swm nochmal nachverfolgen. Aber alles der Reihe nach:

Deepest Fish

Sehr sphärisch und vor allem technisch herausragend zeigte sich die erste Kombo am Abend. “Unser nächster Song heißt ‘Auf die Fresse Sojakresse’ ” sorgte für Schmunzeleien und obwohl gar kein Gesang dabei war hat man diesen kaum vermisst und fühlte sich von dem Trio unterhalten. Dies machte sich auch im Publikum bemerkbar. Die Sudenburger Markthalle ließ sich sehr schnell mitreißen und wippte nach einigen Taktschlägen schon mit. Deepest Fish bewegen sich zwischen Post-Rock, Metal und Funk. Mit nur 3 Songs hatte ich den Eindruck durch sämtliche Genres durchgejagt worden zu sein.

Komisch ist aber, dass man trotz des neues Projekts den direkten Vergleich zur ehemaligen Besetzung von The Birds On The Balkony im Kopf hat. Das war zwar definitiv nicht das Kriterium der Bewertung,  trug aber dennoch zur Wahrnehmung bei. Leider sah die Jury andere Bands weiter vorne, deshalb mussten wir uns gegen Deepest Fish entscheiden.

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delta

Die umstrittenste Band des Abends. Der Anfang der Performance war sehr sympathisch. Frische neue Gesichter sah man auf der Bühne. Leider wirkte es etwas zu frisch. Es hapert oft am Rhythmus, der Gesang ist schief und insgesamt wirkt Delta noch sehr unreflektiert. Da fehlt im Gegensatz zu den Mitbewerbern noch komplett an Erfahrung.

Was ich jedoch mochte, waren ihre Ideen und die Melodien. Die zweistimmigen Parts, der Einsatz der Samples und auch die ohrwurmlastigen Mitsing-Parts blieben bei mir Hängen. Selbst jetzt könnte ich immer noch 1-2 Songs nachsingen. Irgendwie sind Delta catchy – aber sie wissen eben nicht wirklich wie sie das Ganze unter einen Hut bringen können und vor allem wie sie es umsetzen sollen. Durch das Publikums-Voting bekamen sie die Möglichkeit sich in paar Wochen beim Finale noch einmal beweisen zu dürfen. Eine gute Möglichkeit sich schleunigst an die Baustellen zu setzen. Ein Monat ist zwar ziemlich wenig Zeit, jedoch haben die Jungs und Mädels die Chance die größte Überraschung zu landen indem sie es schaffen einen Fortschritt im Vergleich zum Vorausscheid zu präsentieren. Ob das so sein wird liegt allein in der Macht der Band.

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FATMAN

Fatman Strikes bewegen sich im Bereich vom klassischem Metal bis Hard Core. Mit einer Gasmaske als Deko und den für die Musikrichtung üblichen Allüren präsentieren sich Fatman Strikes. Wie schon in dem Blog zuvor muss ich einfach zugeben, dass ich mich auf diesem Gebiet wenig auskenne und leider nur eine technische Beurteilung geben kann. In dieser Hinsicht hörte ich hier und da mal einen Aussetzer, was der Show jedoch nicht unbedingt schadete. Dennoch unterlagen die drei Jungs ihrer Konkurrenz und sind somit nicht im Finale. Trotzdem vielen Dank für den Beitrag.

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Bobby

Bobby Ka – unmissverständlich die Gewinner des Abends. Die Jungs haben professionellen Sound, kluges Songwriting und mitreißende Ausstrahlung. Sie scheuen nicht vor Show-Einlagen und sind sich ihrer Wirkung den ganzen Auftritt über bewusst. Kommunikation mit dem Publikum beherrschen sie genau so gut wie ihre Instrumente. Da wir in der Jury nur eine Band für das Finale nominieren durften, war es klar, Bobby Ka muss rein.

Meine einzige Kritik liegt darin, was ich bereits weiter oben angedeutet habe: Ich bin mir nicht sicher, in wie weit der Wettbewerb diese Band noch fördern kann. Auf mich wirkten Bobby Ka, als ob sie bereits an der Spitze ihrer Leistung angekommen sind Ich lass mich dennoch im Finale gern eines Besseren belehren und mir zeigen lassen, dass das Pulver noch nicht verschossen ist.

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sonic

Eins steht fest – die schönste Stimme des Abends geht an Sängerin Vici von Sonic Jam. Gesanglich lag die Performance über allen anderen Bewerbern. Allerdings wirkten die Songs nach einer Weile doch sehr gleich. Trotz des professionellen Sounds und Ausstrahlung auf der Bühne konnte ich die Besonderheit der Band nicht wirklich heraushören. Für mich schien es so, als ob ich nach dem dritten Song schon alles gehört habe und auch hier stellte ich mir die Frage: in wie weit kann man das noch fördern?Letztendlich mussten wir in der Jury einsehen, dass die Leistung von Bobby Ka bemerkenswerter war.

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Ich bedanke mich an dieser Stelle bei allen Teilnehmern am vergangenem Samstag. Wir hatten eine interessante Mischung aus den verschiedensten Bereichen, unterschiedlichster Genres und Entwicklungsstadien. Umso gespannter bin ich auf die nächsten Vorausscheide und freue mich auf  die kommenden Beiträge. Was ist denn euere Meinung? Wie fandet ihr den vergangen Vorausscheid? Ich dürft eure Meinung gern in den Kommentarbereich hier drunter posten. Ansonsten sehen wir uns am kommenden Samstag, den 12. April, in der Sudenburger Markthalle zur zweiten Runde.