Auto- Rennspiele und Simulationen gibt es genüge auf dem Markt der Videospiele, aber was ist eigentlich mit Motorrädern? Lange Zeit hat man von keinem Motorrad-Rennspiel gehört. Das aktuellste kam im Oktober letzten Jahres auf den Markt: Ride 2. Ich habe mir das Spiel etwas genauer angeschaut und mir die Frage gestellt, wieso die Motorräder auf dem Markt der Rennspiele untergehen.

Aller Anfang ist schwer!

Auch wenn ich persönlich der allergrößte Versager in Rennspielen bin, habe ich mich auf Ride 2 gefreut. Nach gefühlten Jahren des Downloads, dank meiner Dorfleitung, durfte ich das Spiel beginnen und ein erstes Testrennen fahren. Wer denkt, dass sich die Motorräder genauso fahren lassen wie Autos, der wird an der Stelle auf den Boden der Tatsachen geholt. Natürlich muss man sich als Motorradfahrer elegant in die Kurven legen, ein perfektes Timing für die Bremsvorgänge finden und auf keinen Fall die anderen Fahrer berühren. Und das ist als Anfänger gar nicht so leicht - die ersten Minuten zeigen schon was einen erwartet…

Übung macht den Meister

Wer in Auto-Rennspielen Probleme hat die Ideallinie zu halten, der kann sich auf einen Kampf vorbereiten. Das Handling der Fahrzeuge ist recht träge und erschwert damit jedem Motorrad-Neuling den Einstieg. Wer sich zu sehr in die Kurve legt, bleibt am Boden haften und wer zu spät bremst, fliegt aus der Kurve. Ach ja- und dann sind da noch die anderen Fahrer, die häufig im Weg sind und mit denen man eine Massenkarambolage verursacht.
Doch keine Angst, mit ein wenig Übung findet man seine perfekte Fahrweise. Das wird dadurch unterstützt, dass die Einstellungen verschiedene Optionen zur Anpassung bieten. So könnt ihr jederzeit die Schwierigkeit der Gegner ändern oder die automatische Bremsfunktion nutzen, falls ihr noch Probleme mit den Kurvenlagen habt.

Grafik gegen Gameplay

Optisch kann Ride 2 definitiv überzeugen, die Fahrer, Motorräder und Strecken werden sehr schön und detailliert dargestellt. Wenn man durch die Berg- oder Waldstrecken fährt, macht es Spaß auch einmal den Hintergrund zu beobachten und die Landschaft zu genießen, wenn man mal wieder vom Motorrad fällt; denn das ist leider auch nach längerem spielen weiterhin der Fall. Ob es nun daran liegt, dass ein Gegner leicht das Hinterrad berührt, oder man etwas abhebt und absurd aufkommt, die Physik bietet nicht immer das Erlebnis einer Simulation. Während es Anfangs noch ganz witzig und unterhaltsam sein kann, ist es auf Dauer doch etwas nervig und anstrengend, wenn man aus irgendwelchen banalen Gründen vom Gefährt fällt und damit seinen vorderen Platz aufgeben muss.

Ride 2 – ein gutes Motorrad-Rennspiel

Ride 2 ist definitiv ein gutes Motorrad-Rennspiel, mehr aber auch nicht. Mit der restlichen Rennspiel-Konkurrenz kann es jedoch kaum mithalten. Wer Fan von Motorrädern ist und selbst nicht fahren kann, der wird mit Ride 2 seinen Spaß haben. Die Motorräder sind detailliert und getreu nachgestellt und die Umgebung sieht sehr schön aus. Probleme bietet jedoch die Physik und die Steuerung, die dem Spielspaß teilweise im Weg steht. Da das Spiel keinen Storymodus bietet und sich rein auf Rennen konzentriert, eignet sich das Spiel für jeden, der zwischendurch eine schnelle Runde fahren möchte, oder die Zeit bis zu Motorrad-Saison überbrücken möchte.
Für die Zukunft würde ich mir jedoch wieder wesentlich mehr Motorrad-Rennspiele wünschen. Vielleicht auch mit einem Storymodus, der sich nicht rein auf Simulationen beschränkt. Noch ist 2017 jung, vielleicht kommt ja noch der ein oder andere Titel, bei dem die Motorräder im Vordergrund stehen.