Kaum ein Spiel wurde dieses Jahr so sehnsüchtig erwartet wie die Fortsetzung von Rockstars Wild West Abenteuer Red Dead Redemption. Ich habe mir das Spiel etwas genauer angeschaut und verrate euch ob sich das Spiel auch ohne den Vorgänger gespielt zu haben lohnt.

Es ist 1899…

…wir spielen Arthur Morgan, einen Outlaw auf der Flucht vor Kopfgeldjägern und auf der ewigen Suche nach Freiheit. Aber wir streifen nicht allein durch den Wilden Westen. Um zu überleben sind wir auf eine Truppe von Freiheitssuchenden angewiesen. Von Kindern bis Trunkenbolden ist jeder Altersgruppe und Charakter dabei. Mal müssen wir aufpassen, dass wir nicht in einen Streit geraten und manchmal müssen wir einfach auf jemanden aufpassen.
Wir starten in das Spiel im komplett verschneiten Winter 1898. Wir befinden uns auf der Flucht nachdem ein Überfall gescheitert ist. Ein super Einstieg in das Spiel, denn nun müssen wir Stück für Stück lernen mit unserem Pferd durch den Schnee zu reiten, Tiere zu fangen und Waren zu besorgen.

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Winter vorbei, jetzt geht’s los!

Ich muss ganz ehrlich sein: so sehr ich mich auf das Spiel gefreut habe, ich empfand den Einstieg durch die als Schneelandschaft sehr lang. Umso kürzer habe ich daher den oberen Abschnitt gefasst. Viel wichtiger ist aber, dass das Spiel danach richtig Fahrt aufnimmt! Zwar langsam, aber es wird schneller und die Welt wird offener! Wir starten in unserem Camp, in dem wir pokern können, Dominosteine legen können, Aufträge entgegennehmen können und vieles vieles mehr. So viel, dass ich persönlich schnell abgeschreckt war und überall war, nur eben nicht im Camp. Zu recht, denn die Welt ist einfach riesig und sie wirkt noch viel größer, weil man mit seinem Pferd etwas länger braucht um von A nach B zu kommen. Daran muss man sich erstmal eine ganze Weile gewöhnen. Unterwegs trifft man hin und wieder verlorene Gestalten, die unsere Hilfe brauchen. Ob man Gift aus Beinen saugen muss oder jemanden mitnehmen soll, man kann immer selbst entscheiden ob man wirklich helfen möchte. Jederzeit liegt die Entscheidung beim Spieler und das hat Sinn. Wer in der Welt von Red Dead Redemption 2 Chaos anrichtet, der wird zum landesweit gesuchten Verbrecher. Helft ihr den Leuten, dann werdet ihr zum ehrenvollen Outlaw.

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Zurück zu den Missionen

Ihr merkt schon, genauso schnell wie ich beim Schreiben vom der Story abweiche, so schnell geht das auch im Spiel! Das kann auch daran liegen, dass die Hauptaufträge oft weit voneinander entfernt sind. Manchmal habe ich selbst gemerkt, dass ich stattdessen dann lieber ein wenig durch die Gegend geritten bin. Oft habe ich mir einfach eine Schnellstart Option gewünscht, so dass man aus der Distanz einen Auftrag starten kann. Auf der anderen Seite muss man natürlich sagen, dass wir uns im Jahr 1899 befinden- viel mit Telefonieren war da nicht. Ab und zu vermisse ich die Moderne dann aber doch. So zum Beispiel wenn mein Pferd rummeckert, weil es Hunger hat oder mal wieder zu dreckig ist. Schon kann es nicht mehr so schnell oder möchte mich abwerfen. Für alle die auf Realismus stehen- perfekt! Für alle anderen wird es auf Dauer vielleicht eher nervig. Auch Arthur beschwert sich ab und zu mal, weil er Hunger hat. Denn das wirkt sich alles auf die maximale Gesundheit und seine Fähigkeiten aus.

Wilder Westen…

…das heißt natürlich auch eine ganze Menge Action! Prügeleien, Überfälle und Schießereien stehen quasi auf der Tagesordnung. Wenn ihr Nahrung beschaffen müsst, dann solltet ihr einen Bogen mit Pfeilen nehmen, damit ihr das Tier noch essen könnt. Wollt ihr eure Gegner auf Distanz halten, dann bedroht sie…..oder macht einfach direkt kurzen Prozess. Oft kommt man aber auch in Situationen in denen man sich eben prügeln muss oder auf Scharen von Gegnern schießen muss. Besonders die Schlägereien machen viel Spaß, weil sie wirklich fordernd sind und man nicht nur drei mal einen Knopf drückt und fertig. Die Schießereien finde ich verhältnismäßig etwas langweilig. Man kann zwar vorher festlegen ob man eher Stealth Action starten möchte oder einfach wie Rambo loslaufen will, aber im Endeffekt kam ich nie um das umher schießen herum.

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Eine Hassliebe

Oh Rockstar Games, was habt ihr mit mir getan. Ich bin der erste, der sich meldet, wenn man Hater der Wilden Westens sucht. Ich bin sehr erste der sagt, dass Pferde einfach keine guten Fortbewegungsmittel sind. Aber trotzdem mag ich persönlich Red Dead Redemption 2 sehr. Ich mag es, weil es viel zu entdecken gibt, auch wenn die Welt manchmal etwas leer wirkt. Besonders die Momente nach einer Mission sind super. Man wurde irgendwo hingeschickt, wo man vorher vielleicht noch nicht war, und kann wieder neues entdecken. Von Tieren, über Pflanzen, bis hin zu verwirrten Amerikanern, RDR2 ist lebendig! Was mich sehr stört ist das SIMSesque Menü, dass mir immer wieder zeigt, dass es Arthur oder dem Pferd nicht gut geht. Es hat auch etwas lang gedauert bis ich mich an die Geschwindigkeit der Pferde und des Spiels gewöhnen konnte. Manchmal war es mir einfach zu langsam, so dass ich den Kino Modus eingestellt habe und das Pferd allein reiten ließ.
Ich komme aber nicht darum zu sagen, dass Red Dead Redemption 2 zu den besten Open World Spielen zählt, die es auf dem Markt gibt. Grafisch ist das Spiel ein absoluter Kracher, es gibt immer neues zu entdecken und es Spielt sich wie ein riesiger Wild West Streifen.

 

Getestet auf der Playstation 4 Pro

Bilder © Rockstar Games