Der größte Massenauflauf der Videospielbranche findet zu dieser Stunde in der absoluten Medienstadt Köln statt und bricht wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder jegliche Besucherrekorde. Hätte man nach letztem Jahr noch geglaubt, dass eigentlich nicht viel mehr Spielbegeisterte in die Messehallen Kölns passen können ist der Ansturm 2013 tatsächlich noch einmal sichtlich angestiegen.

Videospiele sind ein Massenphänomen und ein gigantischer Markt. Innovative Konzepte und Wagnisse können in dieser überfüllten Spielwiese nur mit guter Grundlage und ausgereiftem Konzept funktionieren. Neben den Blockbusterspielen wie Battlefield 4, Call Of Duty: Ghosts oder auch dem allseits beliebten League of Legends findet man aber tatsächlich auch noch Perlen, die den gemeinen Pressevertreter entzücken und ihn die schmerzenden Beine für ein paar Minuten vergessen lassen.

Platz 3: Hawken (PC)

Mechas sind Stahlkolosse, die dem Einen oder Anderen wahrscheinlich aus japanischen Anime, wie z.B Neon Genesis Evangelion bekannt sind. Diese metallenen Kampfanzüge sind die Basis für das auf dem Free2Play Modell aufbauenden Multiplayergame Hawken, welches eigentlich schon letztes Jahr erscheinen sollte. Beim Anspielen stach vor Allem das rasante Gameplay hervor, welches in seiner Dynamik und in erster Linie aufgrund der vielen verschiedenen taktischen Ausweichmöglichkeiten zu weiten Teilen an Shooterklassiker wie Quake 3: Arena oder auch Unreal Tournament erinnerte. Die Mechas weichen hier blitzschnell mit Hilfe von Jetpacks zur Seite oder nach Oben aus und befinden sich in ständiger Flexibilität. Gerade Angriffe von Oben versprechen hier eine interessante taktische Komponente zu werden. Oldschooliger Konzentrationsorgasmus garantiert.

Platz 2: Beyond: Two Souls (PS3) 

Nach dem kontrovers aufgenommenen “Heavy Rain” und dem meiner Meinung immer nach immer noch viel zu unterschätzten “Fahrenheit” kommt mit “Beyond: Two Souls” nun bald der neue Teil der modernen französischen Adventureschmiede Quantic Dream. Wenn man deren kreativen Kopf David Cage beim Wort nehmen würde, erschafft dieser mit seiner Firma jedes Mal aufs Neue eine völlig differente Welt im Kosmos der Videospiele. Die anspielbaren Szenen dieses neuen Quicktimefestes waren zwar keine Revolution, sprechen doch aber deutlich dafür, dass wir ein Geschichte der inszenatorischen Extraklasse serviert bekommen. Zusätzlich spielen mit Ellen Page und Willem Defoe gleich zwei Hollywoodstars die Hauptrolle in einer Erzählung über die übernatürlich begabte Jodie. Diese hat eine Stufe der Shizophrenie erreicht, die ihrer zweiten Seele gestattet Gegner, sowie Gegenstände zu manipulieren oder kurzzeitig Besitz von ihnen zu ergreifen. Erinnert sehr an das fast vergessene Messiah und verspricht ein zweigeteiltes Gamplay, bei welchem man sowohl die Rolle von Jodie, wie auch die von ihrer mentalen Erweiterung Aiden übernimmt. Miese Manipulationstaktiken in Hollywoodinszenierung. Kann man mal machen.

Platz 1: Killer Instinct (XBOX ONE)

Komboketten wie 1994, ein völlig durchtriebener und leider fast vergessener Spaß. Sabrewolf, Jago und Konsorten sind zurück und schicken sich an auf den Beat Em Up-Thron zurückzukehren. Und nach dem ersten Anspielen scheint dieses Vorhaben garnicht in so weiter Ferne zu sein. Inszenatorisch überlegen und in Steuerung und Stilistik auch Nahe an verzückender Perfektion ist auch dieses Vergnügen keine Revolution des Genres, doch ein Remake auf welches sich Fans ausnahmsweise einmal wirklich freuen. Mit diesem Kleinod hat die ja schon fast totgesagte XBOX ONE für mich noch einmal an Relevanz gewonnen. Lasst die Spiele beginnen. KOMBOBREAKER!