Die gamescom startet zwar erst morgen aber dennoch geben sich die größten Publisher der Messe bereits am Dienstag die Ehre und stellen ihre wichtigsten Spiele auf den alljährlichen Pressekonferenzen vor. Wir waren auf dem Event von Electronic Arts und verraten euch, welche Spiele EA im Petto hat.

Drei Neuankündigungen hatte EA für die Pressekonferenz im Rahmen der gamescom versprochen. Dementsprechend hoch waren die Erwartungen im Vorfeld der Präsentation. Was EA den Besuchern des Palladiums dann allerdings bot, konnte wohl nur die wenigstens zufriedenstellen. Den Auftakt machte Army of Two: The Devil’s Cartel, ein Koop-Shooter, bei dem zwei Spieler gemeinsam in den Kampf gegen den organisierten Drogenhandel gehen. Die Serie brüstete sich in der Vergangenheit vor allem mit der Wechselwirkung von Gegner-KI und Spielerverhalten. So konnte ein Spieler beispielsweise das Feuer der Gegner durch auffälliges Verhalten auf sich ziehen, um dem anderen Spieler die Möglichkeit zu geben, die Gegner zu flankieren. Im Trailer zum mittlerweile dritten Teil der Serie war davon allerdings nicht mehr viel zu sehen. Betont wurde vor allem die zerstörbare Umgebung, die durch die Frostbite Engine realisiert wird. Davon abgesehen gab es massig Explosionen, abstürzende Helikopter und viel Gewalt – in Zeiten von Call of Duty und Michael Bay eher Standard als Extravaganz.

NHL 13 wartet zwar mit einigen neuen Features wie Kinect-Support auf, spielt auf dem deutschen Markt aber eher eine untergeordnete Rolle.

NHL 13 wartet zwar mit einigen neuen Features wie Kinect-Support auf, spielt auf dem deutschen Markt aber eher eine untergeordnete Rolle.

Nach der anschließenden Präsentation von NHL 13, dass in Deutschland wohl eher weniger Relevanz hat, folgte Need for Speed: Most Wanted. Die Neuauflage des vor einigen Jahren erschienenen Arcade-Racers stammt von Criterion, den Entwicklern der Burnout-Reihe und machte einen durchaus spaßigen Eindruck. Das Geschwindigkeitsgefühl, das bereits der Burnout-Reihe das gewisse Etwas verlieh, hat es auch in das neue Need for Speed geschafft und scheint fast noch etwas verstärkt worden zu sein. Die Wagen fliegen wie im Rausch über den Asphalt, begleitet von einer beeindruckenden Soundkulisse voller wuchtiger Bässe und dynamischer Tracks. Selbst wenn Innovation auch mit dem Wechsel der Entwickler nicht zur Stärke der Serie wird, scheint das Spiel wenig falsch zu machen. Wer Arcade-Racer Rennsimulationen vorzieht, sollte hier ruhig einen Blick riskieren.

Vor allem das Geschwindigkeitsgefühl und die bombastische Soundkulisse ließen Need for Speed: Most Wanted interessant wirken.

Vor allem das Geschwindigkeitsgefühl und die bombastische Soundkulisse ließen Need for Speed: Most Wanted interessant wirken.

Es folgte Medal of Honor: Warfighter, dessen Ziel es ist, Kriegssituationen möglichst realistisch wiederzugeben. Ein  fragwürdiges Ziel, besonders wenn man bedenkt, dass die Missionen im Spiel allesamt reale Einsätze von Soldaten wiederspiegeln sollen.  Wer will denn sowas?  - besonders da sich die Spielerfahrung nicht merklich von Battlefield 3 oder dem Vorgänger Medal of Honor abhebt. Von Reflektion oder moralischer Ambivalenz keine Spur. Nicht wirklich erwähnenswert auch die Präsentationen von Crysis 3 und Battlefield 3. Bei Crysis 3 wurde ein Multiplayermodus namens Hunter gezeigt, bei dem sich ein Team von Soldaten auf die Jagd nach unsichtbaren Jägern begibt. Der Trailer ließ vermuten, dass die Cell-Soldaten dabei relativ wenig Chancen auf den Sieg haben, im fertigen Spiel wird Entwickler Crytek die richtige Balance aber hoffentlich gefunden haben.

Bei der Präsentation des Hunter-Modus von Crysis 3 waren zwar viele Leute auf der Bühne, das Geschehen war dafür aber umso schneller wieder vorbei.

Bei der Präsentation des Hunter-Modus von Crysis 3 waren zwar viele Leute auf der Bühne, das Geschehen war dafür aber umso schneller wieder vorbei.

Battlefield 3 wird in Kürze in einer Premium Edition erhältlich sein, die für 50 Euro das Spiel und eine Battlefield Premium-Mitgliedschaft enthält. Damit haben Spieler unter anderem Zugriff auf alle kommenden Erweiterungen, darunter „Armored Kill“, dass ebenfalls gezeigt wurde. Der DLC dreht sich um den Kampf mit Fahrzeugen und führt Karten ein, die alle bisherigen Karten in punkto Größe übertreffen sollen. Angekündigt wurde auch erstes Material aus der Erweiterung „Aftermath“, das sich allerdings auf ungefähr drei Standbilder von neuen Maps beschränkte. Angeblich sollen aber Zivilfahrzeuge steuerbar sein.

Das neue Sim City setzt vor allem auf das Zusammenspiel der Spielergemeinschaft im Online-Modus. Es soll allerdings auch eine komplexe Einzelspielerkampagne geben. Grafik und Gameplay machen bislang eine sehr guten Eindruck, auf dem Showfloor der gamescom wird man sich einen tiefergehenden Eindruck von der Qualität des Spiels machen können.  Thema bei Star Wars: The Old Republic waren vorrangig Inhalts-Updates und das Free-to-Play-Modell mit dem das Spiel zukünftig aufwarten soll.

Die Missionen von Medal of Honor: Warfighter sollen Einsätzen echter Soldaten nachempfunden sein.

Die Missionen von Medal of Honor: Warfighter sollen Einsätzen echter Soldaten nachempfunden sein.

Den Abschluss machte FIFA 13. Die Präsentation konzentrierte sich allerdings nicht auf die Änderungen am Gameplay, sondern stellte die neuen sozialen Features in den Vordergrund. So wird unter anderem die Anbindung der Spielerfahrung von FIFA 13 an die Geschehnisse in der realen Welt ausgebaut. Mit dem neuen Feature namens „Match Day“ sollen die virtuellen Spieler auf die Leistungen ihrer realen Konterfeis reagieren. Zeigt sich ein Lionel Messi im realen Leben in Topform, sollen auch seine Werte bei FIFA 13 steigen. Auch Verletzungen und andere Vorfälle im Team sollen Einfluss auf die Werte der virtuellen Spieler haben. Wie sich das Feature auswirken wird, werden FIFA-Fans spätestens am 11. September austesten können, wenn die Demo des Titels veröffentlicht wird. Alles im allem wirkte die Pressekonferenz von EA eher lieblos. Selbst wenn einige neue Informationen dabei waren, rangierte deren Stellenwert doch in relativ niedrigen Regionen. Bleibt abzuwarten, wie sich EA auf dem Showfloor der Messe präsentiert. Hier im Blog halten wir euch auf dem Laufenden.