Was Donata und Daïm bei ihrem Umzug nach Berlin erlebten und gefühlt haben, verwandeln sie in wunderbare Songs. Ihre Message: traut euch, es wird gut werden! Wir haben die beiden auf dem Hundertwasserhaus in Magdeburg getroffen.

Nosoyo, schön dass ihr da seid! Woher seid ihr gekommen heute?

Donata: Aus Berlin.

Ihr wart auf Tour. So hab ich gehört.

Donata: Wir sind eigentlich ständig auf Tour. Immer mal wieder.

Und wo wart ihr zuletzt?

Donata: Wo waren wir ? In Berlin. Wir haben vorgestern in Berlin gespielt.

Also gar nicht soweit weg.

Donata: Ne, ich musste mich nur mal kurz daran erinnern (lacht).

Das geht schnell das Jetset-Leben. Also ihr habt euer neues Album released und seid damit unterwegs. Anfang des Jahres kam es raus.

Donata: Ja genau im Februar. Und jetzt vor einer Woche in Holland.

Das hat mich etwas irritiert. Warum habt ihr das so getrennt?

Donata: Weil wir Holland nochmal einzeln angehen wollten. Wir haben dort unsere Wurzeln und wollten etwas besonderes machen.

Wie lange habt ihr das erste Album geplant und wie lange hat es gedauert?

Donata: Vor drei Jahren sind wir von Amsterdam nach Berlin gezogen. Und drei Jahre später ist das Album raus gekommen. Wir haben einen neuen Sound gesucht, ein neues Gesamtbild quasi. Viele Songs wurden gemacht und davon elf ausgewählt, welche nun auf dem Album sind.

Was hat euch Inspiriert? Gerade zu euer Findung?

Donata: Die Observierung unserer Gefühle während wir umgezogen sind. Da sind ganz schön viele Dinge hochgekommen. Wie auch Ängste und Ambitionen. Wir dachten uns: ,,Krass, dass wir das durchziehen und jetzt neu Anfangen.” Das klingt schon dramatisch, aber manchmal fühlt man sich echt etwas alleine.

Daïm: Wir reisen gerne und viel. Und wenn man viel reist denkt man: ,,Das machen wir einfach und ziehen um.” Aber wenn man sein ganzes Leben und seinen Körper irgendwo anders hinzieht und in eine neue Großstadt kommt. Da fühlt sich Amsterdam wie ein Dorf an.

Kennengelernt habt ihr auch in Amsterdam auf dem Konservatorium. Wann hat es bei euch Klick gemacht etwas gemeinsam zu starten?

Daïm: Ganz am Ende. Wir wollten eigentlich schon länger gemeinsam etwas machen. Das hat dann irgendwie nicht geklappt. Er war in tausend Bands, und ich auch. Wir hatten immer sehr viel zu tun. Aber in der Schule mussten wir uns im Unterricht was vorspielen. Da haben wir uns immer schon angeguckt und uns gedacht: ,,Du bist eigentlich ganz cool, lass mal was versuchen!” Und sechs Jahre später sitzen wir hier.

Ach sechs Jahre kennt ihr euch dann jetzt schon. Ich wollte gerne nochmal zum Album kommen und zur Namensfindung. Was bedeutet eigentlich Titel des Albums Resonate.

Donata: Also ich glaub für uns war eine Beobachtung, dass wir das zurückbekommen was wir ausstrahlen. Das war der Grundgedanke. Und wenn wir gemerkt haben wir sind angepisst oder haben kein Bock , dann klappt auch nichts. Und wenn wir total positiv waren und gedacht haben: ,,Lets do this, lets go!” , dann sind uns auf einmal unglaublich viele Türen aufgegangen, Mit dem Thema haben wir uns beschäftigt. Das haben wir zu einer Art Philosophie gemacht auf dem Album.

Wollt ihr damit jemandem was mitgeben? Damit etwas aussagen? Außer dass Ihr auf dem Album zurückgebt was ihr bekommt?

Donata: Also alles ändert sich ständig. Und weil es sich ändert gibt es auch eine Resonanz. Und diese Resonanz führt dazu, dass sich alles entwickelt sozusagen. Ständig auch. Und wenn man sich darüber bewusst ist, dann kann man sein eigenes Leben ‘stylen’. Ich glaube das wichtigste was wir sagen wollten ist, dass man nicht einfach Angst bekommt wenn plötzlich etwas losbricht. Wenn man anfängt eine Veränderung loszutreten, dann passieren Sachen, und dann ändern sich die Menschen plötzlich um einen herum. Alles verändert sich irgendwie. Und das kann ziemlich gruselig sein. Nicht nur wenn man umzieht. Es soll motivieren zu sagen: ,,Trau dich trotzdem!” Auch wenn wir selber Schwierigkeiten hatten, haben wir das Gefühl, gemacht zu haben, was wir machen mussten und wollten. Das empfehlen wir allen. Das ist unsere Message. Nichts ist perfekt, aber wir sind uns treu geblieben.

Ich denke die Resonanz die Ihr bekommt ist auch nicht schlecht, oder? Was sagen eure Kritiker über euch?

Donata: Das ist sehr verschieden. Also ich hab ehrlich gesagt noch keine gelesen. Ich lese das gar nicht. (lacht) Ich weiß nur was die Leute nach den Konzerten sagen, und das ist mir am wichtigsten. Das ist immer cool.

Schön, und wo soll es hingehen ? Was ist euer nächstes großes Ziel? Abgesehen von Magdeburg und Hundertwasserhaus.

Daïm: Das ist schon eine riesen Ehre hier zu spielen. Wir sind beide Hundertwasserfans. Das ist eine ,,once in a lifetime”- Erfahrung. Wie die Beatles? Obwohl, wo haben die nochmal gespielt? (lacht)

Aber wo geht es als nächstes hin.

Donata: Ich denke mal das nächste Album wird in die gleiche Thematik gehen. Wir haben gemerkt, dazu noch viel mehr zu sagen zu haben. Und ich bin sehr gespannt, was das soundmäßig bringt. Wir haben erst einen neuen Flow gefunden. Das wird sehr spannend, und ich freu mich auf jeden Fall darauf, nächsten Monat zu touren. Da steht jetzt sehr viel an. Wir touren komplett durch Italien und haben in Holland sehr viele Gigs. Und da kommt noch einiges hinzu was bis dato noch unbestätigt ist. Wir können auf jeden Fall sagen, dass das neue Album nächstes Jahr rauskommt.

Das ist auch ganz schön zackig. Find ich gut, ich dachte ihr bleibt noch ein wenig länger beim Alten. Ihr entwickelt euch auch.

Donata: Wir werden sehen, wie es dann läuft. Es kann sein, dass, wenn noch mehr Touren kommen, sich alles ein wenig verschiebt. Das Plan ist auf jeden Fall da, und auch die Motivation sowie die Kreativität. Obwohl, die Inspiration meinte ich eigentlich.

Ich hab im Internet eure Supermarktstory gelesen. Ihr meintet, wenn eure Musik im Supermarkt läuft, habt ihr es geschafft.

Daïm: Das hab ich damals gesagt, aber da war ich noch nicht in einem deutschen Supermarkt gewesen. Da läuft ganz andere Musik als in Holland. In Holland läuft da einfach Mainstream. Aber hier ist es eher wie Aufzugmusik. Wenn wir unsere eigene Musik machen können, wäre das echt cool. Nicht wenn wir irgendwelche Jingles machen müssen.

Das passt auch gar nicht zu euch. Apropos! Wie klappt das mit euch und eurer Arbeit? Trennt ihr das strickt vom Privaten?

Donata: Sowas muss man lernen. Es ist schon gut beides zu trennen. Am Anfang ist es schwer. Du bist immer am Arbeiten. Auch am Wochenende. Wir versuchen strikte Arbeitstage einzuplanen. Abends keine Telefonate mehr oder Anrufen und sagen: ,,Ich hab noch hier und da was, das müssen wir regeln!” Oder : ,,Hast du das und das gemacht?” Neue Ideen schreiben wir direkt auf für den nächsten Tag.

Also es ist nicht von Anfang an so gewesen. Ihr habt euch schon stressen lassen, was?

Donata: Immer noch! Es ist echt viel. Wir machen auch alles zu zweit. Und wir haben ein Paar im Team, die versuchen wir Abends nicht mehr anzurufen. Gerade das Thema Telefonate und Meetings sind ab einer bestimmten Zeit einfach tabu.

Das ist auch nur gesund.

Daïm: Ohja, auf jeden Fall!

Ich bedanke mich und wünsche euch einen schönen Auftritt!

Das Gespräch führte Sissy Dukat.