In diesem Monat gibt es Neuigkeiten zur gelungenen Kampagne von Battlefield 3, wir stellen euch Ni No Kuni: Wrath of the White Witch vor, der Rollenspielhoffnung aus Japan und unterhalten uns über unsere gruseligsten Videospielerfahrungen!

Die Gamesneuigkeiten in Videoform:

Eine Woche ist Battlefield 3 nun mittlerweile auf dem Markt und im Laufwerk meiner PS3. Obwohl ich weiß, dass man Battlefield 3 natürlich auf dem PC spielen muss, um es in voller Pracht zu erleben, schlägt mein Herz nun mal für Konsolen. Als großer Fan des Mehrspielermodus der Bad Company Reihe, galt meine Vorfreude zu 90% dem Multiplayermodus. Doch im Unterschied zu den Bad Company Spielen, bei denen mich die Einzelspielerkampange immer völlig kalt ließ, machte mich das Trailermaterial im Vorfeld etwas neugierig und ließ mich in der Erwartung, anstatt mit einer Alibi-Kampagne abgespeist zu werden, einer fesselnden Geschichte mit realistischem Ansatz und toller Präsentation gegenüberzustehen, die, wenn sie schon nichts weltbewegend neues bietet, wenigstens die Alternative darstellt, die ich brauche, wenn online mal wieder nichts so läuft, wie es soll.

Meine Erwartungen wurden definitiv nicht enttäuscht. Selbst wenn die Aufmachung der Geschichte um einen Soldaten, der des Vaterlandsverrats beschuldigt wird, vor Klischees nur so strotzt und die aus „Call of Duty“ bekannte „Epicness“ schon manchmal etwas nervt, hebt sich die Kampagne durch ihren realistischeren Ansatz und einige kleine Magic Moments positiv von anderen Genre-Vertretern ab. In meiner Lieblingsszene geht ihr am Anfang einer Mission mit einem Piloten durch die Gänge eines Flugzeugträgers, während der Pilot euch kurz über die Mission aufklärt. Als ihr auf das Flugdeck kommt, peitscht euch der Regen ins Gesicht, auf die Startbahn prasseln die Regentropfen und ihr staunt erst einmal über die grandiosen Lichteffekte auf dem nassem Untergrund. Nach ein paar letzten Worten mit eurem Piloten, setzt ihr euren Helm auf und steigt hinter ihm in den Jet. Wo ihr bei Call of Duty schon seit 5 Minuten in der Luft gewesen wärt, nimmt sich Battlefield Zeit. Ihr testet erst alle Seitenruder und führt einen kompletten Waffencheck durch. Nachdem der Pilot bestätigt das alles in Ordnung ist, geht es endlich los. Als ihr euch in die Lüfte erhebt setzt die Musik ein und der Anblick der Wolken und der endlosen Wassermassen tun ihr übriges. Obwohl in dieser Szene so wenig passiert und es keinerlei Action, Schusswechsel, Dogfights oder sonstiges gibt, hatte ich trotzdem Gänsehaut. Das die Entwickler mutig genug waren, um die Spannung auch mal rauszunehmen und dem Spieler Zeit geben zu verschnaufen und Platz für andere positive Emotionen zu schaffen, tut dem Spiel wirklich gut.

In diesem Zusammenhang stellt sich allerdings auch die Frage, warum man im Anschluss an dieses tolle Erlebnis den Jet nicht selber fliegen darf. Warum man hier wieder einmal nur ein Fadenkreuz steuern darf, bleibt mir schleierhaft – gerade weil man damit den großen Konkurrenten Call of Duty so schön hätte vorführen können. In dessen Kampagne stieg man ebenfalls in einen Jet, konnte aber ebenfalls nicht steuern. Also EA: Wenn ihr schon Szenen von Activision klaut, dann setzt doch bitte noch einen drauf und lasst uns selber fliegen! Im Multiplayer kriegt ihr es ja auch hin!

Tim

 

 

 

Ein Spiel, welches narratologische und stilistische Traditionen der Ghiblistudios und der Dragon Quest-Reihe verbindet. So oder so ähnlich könnte man Ni No Kuni beschreiben. Der Spieler übernimmt die Rolle des 13 Jahre jungen Oliver, der von seiner kürzlich verstorbenen Mutter eine Puppe bekommt mit welcher er in die “Ninokuni”-Welt reisen kann. Diese zweite Dimension ist bevölkert mit vielen ähnlichen Charakteren, die Oliver auch schon aus seiner Realität kennt und die mit anderen Nuancen und in anderer Gestalt dargestellt werden. Der Schäfer vor dem Dorf wird in der alternativen Spielwelt dann auch mal schnell zum weisen Eulenwesen.

Wer jetzt an Wizard Of Oz denkt, liegt damit zwar absolut richtig, bedient die Geschichte doch aber vor allem ghiblitypische Szenarien. Zurechtfinden in einer neuen Umgebung und der Umgang mit Verlust als Zentrum in dieser Rollenspielgeschichte.

Wie genau diese Dualität im Spiel umgesetzt wird, bleibt noch abzuwarten, doch die bislang bekannte Gameplaymechanik bleibt dabei eher gewöhnlich. Taktische Kämpfe, Zauberkräfte und viele verschiedene einsetzbare Charaktere stehen hier in der Tradition der Dragon Quest-Reihe von Enix bzw. Square-Enix. Ein kunterbuntes Bonbon voller Emotion kann man da aus dem Land der aufgehenden Sonne sehnlichst erwarten, denn das wird klasse. Am Anfang des nächsten Jahres kann es für PS3 und NDS-Besitzer soweit sein.

Jasper

 

 

Tim: Beneath a Steel Sky – U-Bahn

Als ich mein Gehirn nach der gruseligsten Videospielerfahrung durchforstet habe, sind mir natürlich als erstes Spiele wie Resident Evil, Dead Space, Doom oder Silent Hill eingefallen. Doch irgendwie stellte ich fest, dass obwohl alle diese Spiele eigentlich sehr gruselig sind, ich keine Szene dieser Spiele als besonders traumatisch beschreiben könnte. Das mag vielleicht daran liegen, dass die Spiele in ihrer Gesamtheit eine gruselige Atmosphäre haben und man deshalb eh die ganze Zeit angespannt ist. Es könnte auch daran liegen, dass man wenn man ein Silent Hill oder ein Resident Evil spielt, gegruselt werden will und die Erwartung eine besonders einschneidende Erfahrung verhindert. Vielleich lag es auch einfach nur daran, dass ich, als ich besagte Spiele konsumierte bereits etwas älter war. Woran es auch liegen mag, meine gruseligste Videospielerfahrung stammt nicht aus einem Horrorspiel, sondern aus einem humorvollen Point-and-Click Adventure namens Beneath a Steel Sky.

Im letzten Teil des Spiels kam man in einem U-Bahnschacht an einem dunklen Loch vorbei, indem zwei rote Augen leuchteten. Ging man daran vorbei, wurde Foster, der Hauptcharakter des Spiels, von einem ekelhaften Skorpionwesen in das Loch gezogen. Nun werden viele sagen, dass sich das eher nach B-Movie-Trash als nach einer gruseligen Erfahrung anhört aber als ich das Spiel im Alter von 10 Jahren gespielt habe, jagte mir dieses Loch regelmäßig Angst ein. Um einen Weg zu finden, an dem Loch vorbeizukommen probierte ich allerlei Inventargegenstände an dem Loch aus und versuchte immer wieder daran vorbeizukommen, nur um jedes Mal wieder gefressen zu werden. Bis ich endlich die Fassung für die Glühbirne an der Wand entdeckt hatte, hatte sich das schwarze Loch mit dem Skorpionmonster schon tief in mein kindliches Gehirn gefräst – und wenn ich in irgendeinem U-Bahnschacht einen Riss in der Wand sehen würde… Ich könnte nicht daran vorbei gehen!

 

Jasper: Ocean View Hotel – Vampire: The Masquerade -  Bloodlines

Das empfinden von Angst bis hin zu Horror ist eines der subjektivsten Gefühle und hängt in der Regel stark von Sozialisation und Erfahrung der Einzelperson ab. Gänsehaut jagen mir keine modernen französischen Horrorfilme ein, das schaffen tatsächlich nur die medialen Bezüge aus Kindertagen, wie zum Beispiel die böse Hexe des Westens und ihr schallendes Lachen. Bei Videospielen ist das nicht anders, war ich beim ersten Spielen von Vampire: Bloodlines doch gerade mal 13 Lentzen alt (Sorry USK). Alt genug sollte man meinen, doch auf das Ocean View Hotel war ich trotz der grundsätzlich düsteren Atmosphäre des Spiels nicht vorbereitet. Alles fängt recht harmlos an, das Hotel liegt schweigend, doch bedrohlich im Abendhimmel, der Schlüssel muss aus dem verlassenen Pförtnerhäuschen geborgen werden und die erste gefundene Zeitungsschlagzeile erwähnt schon einen tragischen Mord, der noch vor Eröffnung des Hotels stattfand. Das ist alles natürlich sehr an Shining angelehnt, schafft es aber durch Geistererscheinungen, abgründige Musikuntermalung, besessenes Mobilar und die erwähnten Zeitungen, die den Mord dann im Endeffekt schrittweise aufklären, eine ganz eigene Spannung aufzubauen. Man ist in diesem Level fast wie in einer Paralellwelt, irgendwie abgetrennt vom restlichen Vampire-Universum. Alles könnte passieren und dieses Gefühl ist es, was dieses Level so besonders abhebt und mit dem Irrenhausabschnitt von Thief 3 vergleichbar macht. Mein mächtiger Vampir hat eben keine Chance gegen die spirituellen Spektren verstorbener Kinder und ihrem mordenden Vater. Meine Nerven auch nicht.

http://www.youtube.com/watch?v=Wza6HmkQD2s&feature=related