Echte Gamer lassen sich von Frühlingsgefühlen natürlich nicht beeinflussen. Wenn draußen die Sonne scheint, werden die schwarzen Vorhänge vor die Fenster gezogen und es wird weitergezockt. Und wenn man dann doch einmal rausmuss, dann gibt es jetzt wieder neue Hardware, damit wir selbst im Park noch zocken können. Wir haben den ersten Erfahrungsbericht zum Nintendo 3DS. Ist er wirklich die erwartete Sensation? Wie ist der 3D-Effekt? Außerdem Infos zu Shogun 2, Deus Ex: Human Revolution und den neuen Pokemon-Editionen Schwarz & Weiß.

Oben 3D, unten Touchscreen

Der 3DS ist da! Verändert das mal wieder alles? Ach nee, das war ja was anderes.

Endlich hat das Warten ein Ende. Seit der Ankündigung des 3DS ist nun einige Zeit ins Land gegangen. Viele Besucher der Gamescom in Köln wollten schon im August 2010 Hand an Nintendo´s neuen Handheld (Achtung Wortspiel) anlegen. Jene Besucher, unter anderem auch ich, wurden dann jedoch bitter enttäuscht, denn nur hinter verschlossenen Türen konnte man 3D ohne Brille genießen. Also mussten wir uns mit Vorschauberichten von Redakteuren begnügen, die das Glück gehabt haben den 3DS zu begutachten.

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Aber nun ist es endlich soweit. Schon seit Anfang März wollten uns ja schon „nette“ und „gutaussehende“ Menschen in der TV – Werbung weismachen, wie beeindruckend und unglaublich der 3D – Effekt ist und wie es nur sein kann, dass man keine Brille mehr braucht.

Da war er nun. Das Paket von Amazon kam wie immer pünktlich an und ich konnte es nunmehr kaum erwarten, es auszupacken. Nette Dreingabe des Onlinehändlers: Hat man den 3DS frühzeitig bestellt, konnte man sich von 3 vorgegebenen Spielen eines aussuchen.

So hielt ich sie also endlich in den Händen – Die Zukunft in Aqua Blau.

Mein erster Eindruck: Die Zukunft ist ziemlich klein. Ich war recht verwundert, dass der untere Touchscreen die gleiche Größe wie der erste DS hat und nur der obere 3D – Screen ein wenig größer ist. Nach dem DSi XL war man ja doch schon einige Zentimeter mehr gewohnt. Aber nicht so schlimm immerhin hat man 3D ohne Brille! Ohne Brille!

Ebenfalls im Lieferumfang vom 3DS war eine 2GB SD Karte, eine Ladeschale, ein Ladegerät und 6 Augmented Reality Karten. Nach den obligatorischen Einstellungen ging es also los. Bevor ich überhaupt ein 3DS Spiel eingelegt habe, habe ich erst mal ein wenig herumgespielt und direkt die 3D Kamera ausprobiert. Die Auflösung der Kameras ist nicht sonderlich gut, eine Digitalkamera kann der Handheld also schon mal nicht ersetzen. Aber wen interessiert das schon, soll das Schmuckstück ja auch Fotos in 3D schießen und nicht Ersatz für die Digicam sein. Das geschossene 3D – Bild sieht für mich mehr wie ein Wackelbild als ein richtiges 3D – Foto aus. Meiner Meinung nach ein nette Spielerei aber nicht mehr.

Viel cooler ist hingegen das schon vorinstallierte Spiel FaceRaiders. Hierbei habe ich dann zum ersten Mal den 3D – Effekt begutachten können und muss sagen: Ich bin tief beeindruckt. Es sieht schon echt cool aus und ich konnte jetzt sogar die übertriebenen Äußerungen der Menschen aus der Werbung ein wenig nachvollziehen. Doch zurück zu FaceRaiders. Bei dem kleinen Spielchen fotografiert man ein Gesicht, bevorzugt das von einem Freund (Macht viel mehr Spaß ein fremdes Gesicht abzuballern), und los geht die wilde Schießerei. Mit Tennisbällen werden die auftauchenden Gesichter aufs Korn genommen. Hintergrund ist die Umgebung in der man sich gerade befindet und man muss sich teilweise um 360 Grad drehen um alle Gesichter zu erwischen. Das Spiel sorgt auf jeden Fall für den einen oder anderen Lacher. Gerade wenn eine riesige „Endgegnerversion“ des Gesichts eines Freundes auf dem Bildschirm auftaucht und man sich auf der Couch umherwälzt, um der riesigen Visage Saures zu geben­­­­ , kommt man aus dem Lachen nicht mehr heraus. Für ein Gratisspiel eine wirklich feine Sache.

Ebenfalls eine feine Sache sind die AR – Karten. Sechs Karten werden mitgeliefert. Fünf Stück mit Nintendohelden darauf und eine mit einem großen Fragezeichen. Die Fragezeichenkarte eröffnet ein paar Minispiele, welche größtenteils wieder auf „irgendwas abschießen“ abzielen. Durch die Karten mit Samus, Link und co. werden diese von ihrer 2D – Version auf der Karte zu einer 3D – Version auf dem Bildschirm. Nun kann man auf Knopfdruck Aktionen auslösen. Samus wird zum Beispiel zum Morph – Ball oder schießt seinen Beam ab. Nun kann man ein Foto machen und dich an dem 3D – Effekt erfreuen. Wieder eine nette Spielerei aber nichts Besonderes. Hierbei kommt aber 3D – Effekt sehr gut zur Geltung.

Nun aber endlich mal zu den 3DS – Spielen. Ich konnte mir bis jetzt Super Street Fighter 3D und Rayman 3D anschauen. Beide Spiele, vor allem Street Fighter nutzen das 3D Feature sehr gut aus. Gerade bei dem Beat´em up heben sich die Kämpfer klar vom Hintergrund der Stage ab. Auch sonst ist die Grafik super für einen Nintendo-Handheld und man bekommt einen ersten Eindruck vom technischen Fortschritt des 3DS. Auch Rayman sieht klasse aus und kann außerdem mit einem tollen Soundtrack punkten.

Das sonstige Launch Line – Up ist eher mager. Die richtigen Kracher kommen dann im Laufe der nächsten Monate. Ich für mein Teil bereue den Kauf von Nintendo´s neuen Handheld nicht. Der 3D – Effekt sieht super aus, es gibt ein paar nette Spielereien und spätestens wenn Ocarina of Time und Snake Eater in 3D kommen, dann bin ich sowieso vollkommen glücklich. Ein weiterer positiver Punkt ist das neue Schiebepad, eine Art Analogstick. Gerade bei Spielen mit einer 360 Gradsteuerung ist das Pad eine Wohltat für den Daumen. Also auch hier den eben erwähnten Daumen hoch.

Einziger negativer Punkt für mich: Alte DS Spiele profitieren leider nicht vom größeren 3D – Bildschirm. Das Bild wird leider an den Seiten abgeschnitten, so dass man wieder die Maße des alten DS – Screens hat. Schade.

Insgesamt kann man sagen, dass sich das Warten gelohnt hat und das die neue Hardware von Nintendo begeistern kann. Nintendo hat also mal wieder alles richtig gemacht. Jetzt fehlen nur noch die großen Spielehits und dann verändert der 3DS mal wieder alles. Oder so ähnlich..

Pokemon Schwarz und Weiß

Seit dem 04.März sind die beiden neuen Pokemon Editionen Schwarz und Weiß bei uns in Deutschland erhältlich. In Japan und den USA haben die beiden Editionen bereits die Verkaufszahlen der Vorgänger deutlich gebrochen und in Europa wurde nach eineinhalb Wochen die magische Millionenmarke überschritten. Die hohen Verkaufszahlen versprechen hier auch nicht zu viel, denn Schwarz und Weiß schafft es, die bereits sehr gelungenen Vorgänger mit zahlreichen Erneuerungen in Bezug auf Spielspaß noch ein wenig zu überbieten.

Doch wie sehen die Neuerungen überhaupt aus? Als erstes spielt die ganze Geschichte, wie in jeder neuen Pokemon Generation, in einer komplett neuen Welt. In dieser wiederum leben auch komplett neue Pokemon. In Schwarz und Weiß sind es über 150 neue Exemplare, die darauf warten gefangen und trainiert zu werden. Dazu kommt eine schicke neue Optik, die dem Spiel sehr zu Gute kommt und die Welt lebendiger wirken lässt. Die Pokemon bewegen sich nun dauerhaft während den Kämpfen, was ihnen mehr Leben einhaucht und die Kämpfe spannender und zusätzlich durch Kamerawechsel auch actiongeladener macht. Da die größte Stadt im Spiel sehr 3D-artig aussieht, wurde vermutet und sogar anfangs von Nintendo angekündigt, dass Pokemon Schwarz und Weiß einige Zusatzfeatures für den neuen Nintendo 3DS bietet, was sich jedoch mittlerweile als falsch herausstellte. Es wurden Jahreszeiten eingeführt, die im Spiel monatlich wechseln und direkten Einfluss auf das Spiel haben, da je nach Jahreszeit andere Pokemon auftauchen und beispielsweise durch Schnee neue Wege entstehen.

Obwohl einige Namen und Designs der neuen Taschenmonster von den Entwicklern merkwürdig gewählt wurden, kann ich nur sagen, dass sie echt nette Ideen hatten und diese auch gut integriert haben. Mein Fazit: obwohl es mittlerweile die 5. Generation Pokemon ist und sich an dem Spielkonzept nicht viel geändert, macht es dank der vielen neuen Ideen immer noch riesig Spaß, unzählige Taschenmonster einzufangen, sie zu trainieren und sie kämpfen zu lassen. Das Ganze ist natürlich auch online möglich, was einen zusätzlichen Reiz bietet. Ich hatte meinen Spaß mit den neuen Editionen und denke, dass Anfänger sowie erfahrene Spieler auf ihre Kosten kommen. Also schaut es euch mal an, es lohnt sich.

Deus Ex steht für Qualität. Ein Name der in der Spielergemeinschaft den Stellenwert eines Jules Verne in der Literatur hat. Deus Ex steht für die Zukunft. Wie Jules Verne zu seiner Zeit erstaunlich konkret technische Entwicklungen beschrieb, die seiner Zeit weit voraus waren, so wurde Deus Ex seiner Zeit als Zukunft der Videospiele gesehen. Anstatt sich auf ein Genre zu beschränken, kombinierte Deus Ex Shooter-, Rollenspiel- und Adventureelemente zu einem bisher nie dagewesenen Erlebnis. Der Spieler tauchte in die pessimistische Vision einer Gesellschaft der nahen Zukunft ein, die Empathie und Menschlichkeit gegen ein monopolisiertes von Superkonzernen kontrolliertes System eingetauscht hat. Die Allgegenwart von Maschinen dehnt sich sogar bis auf den menschlichen Körper aus. Ein zentrales Thema von Deus Ex ist die Verbesserung der körpereigenen Funktionen durch Nanotechnologie, die, vergleichbar mit einem Roman von Jules Verne, auffallend genau und ausführlich beschrieben wird. Schon der erste Teil von Deus Ex im Jahre 2000 ließ dem Spieler bei der Lösung gegebener Konflikte mehrere Optionen. So konnten Auseinandersetzungen grundsätzlich gewaltfrei aber auch mit Waffengewalt gelöst werden. Durch das rollenspielartige Aufrüsten der durch Nanotechnologie verfügbaren Fähigkeiten, konnten beispielsweise Türen oder sogar feindliche Roboter gehackt werden, um voran zu kommen.

Auch im dritten Teil der Serie „Human Revolution“ soll Handlungsfreiheit wieder im Mittelpunkt stehen. Voraussichtlich wird die heilige Dreifaltigkeit von Schießen, Schleichen und Hacken auch im dritten Teil wieder das Maß aller Dinge sein, obwohl in einem Trailer bereits gezeigt wurde, das ein besonderes Augenmerk der Entwickler diesmal auch darauf liegt, dass sich der Spieler Wege selbst erschließt. Im Trailer hat Hauptcharakter Adam Jenson beispielsweise die Möglichkeit, eine Kiste vor ein Lüftungssystem zu stellen, um so auf das Dach zu gelangen, anstatt den Weg durch die bewachte Seitengasse zu nehmen. Wo in anderen Spielen Gewalt meist die leichteste Lösung ist, soll der Spieler in Deus Ex Human Revolution durch begrenzte Munition und intelligente Gegner bewusst dazu gebracht werden, nach alternativen Lösungen abseits der Run-&-Gun-Methode zu suchen.

Die Geschichte von Human Revolution spielt vor den ersten beiden Teilen und soll somit den Beginn des Nanozeitalters erläutern. Adam Jenson ist der Sicherheitschef eines mächtigen Biotechnologiekonzerns und wird in Folge eines Anschlags selbst durch den Einsatz von Nanotechnologie gerettet.  Auf der Suche nach den Verantwortlichen gerät Jenson immer tiefer in ein Netz aus Verschwörungen um die Kontrolle der Menschheit. Wie sich die Geschichte entwickelt hängt dabei zu einem großen Teil vom Spieler ab. Wie beispielsweise bei Heavy Rain oder Fahrenheit soll der Spieler mit seinen Entscheidungen aktiv den Handlungsablauf beeinflussen können und sogar die Macht besitzen über Leben und Tod von relevanten Figuren zu entscheiden.

Großen Versprechungen folgen erfahrungsgemäß  oft noch größere Enttäuschungen allerdings wirkt Deus Ex nicht allein schon wegen des Namens sehr vertrauenserweckend. Sollte die Kooperation von  Mensch und Maschine bei Entwickler Eidos  allerdings fruchten, könnte hier eines der besten Spiele unserer Zeit auf uns zukommen.

 

Vor ziemlich genau elf Jahren kam der britische Entwickler Creative Assembly auf die Idee das Strategiegenre in Sachen Realismus und Tiefe auf eine neue Ebene zu führen . Beim Simulieren von Krieg und dem allgemeinen Taktieren meiner Einheiten stellt sich diese Frage ganz von Selbst, denn es waren erwiesenermaßen nicht kleine spezielle Truppenverbände (Command and Conquer) oder erheblich übermächtige Einzelkrieger (Warcraft) die Kriege für sich entscheiden konnten. Ganze Massen an Humankapital wurden in der Menschheitsgeschichte für Ressourcen, Macht oder auch Liebe verbraten, ein Umstand den Shogun damals (2000) berücksichtigte.

Shogun 2 (Erscheinungstermin 15. März 2011) ist nun der siebte Teil der Total War-Reihe, in welcher große Schlachten, findige Diplomatie und fesselnde Storyverläufe in epischer Form im Vordergrund des Spielerlebnisses stehen.Nachdem schon zahlreiche Szenarien der Weltgeschichte von den Entwicklern abgegrast wurden geht es wie schon in der Premiere der Reihe ins feudale Japan, in welchem neun Samurai-Clans mit ihren jeweiligen Shogunen um das Land der aufgehenden Sonne streiten.Als Spieler übernimmt man einen dieser Clans, die sich unterschiedlich durch Standpunkte auf der Karte und Spezialfähigkeiten unterscheiden.Während die Chosokabe beispielsweise bessere Bogenschützen zur Verfügung stellen setzen die Hattori ganz auf die Attentate ihrer Ninja.

Dem Shogun stellen sich nun zahlreicher Fragen im Verlaufe des Spielverlaufs und Entscheidungen müssen getroffen werden, nehme ich z.B. herrenlose Ronin in mein Gefolge auf oder dulde ich die europäischen Händler an meiner Küste? Ein eigenes Handlungsprofil wird so schnell erstellt und Konsequenzen, die sich in der Regel nicht nur in eine Richtung auf meinen Feldzug auswirken sind in jedem Fall unvermeidbar.

An Komplexität mangelt es Shogun also in keiner Sekunde und um alle Facetten des Spieles zu offenbaren reichen diese Zeilen bei Weitem nicht aus. Auch wenn die Künstliche Intelligenz an manchen Stellen schwächelt – vor allem in Belagerungen, wo dann schon mal einfach das angegriffene Haupttor vom Gegner unbewacht gelassen wird – ist Shogun vor allem auch noch in der letzten Zoomstufe wunderschön, atmosphärisch, fordernd und im Sammelsurium der Total-War-Reihe nach dem ersten Teil mein alter und neuer Favorit.