So langsam geht das Spieljahr richtig los! Bevor uns nächsten Monat mit der E3 in Los Angeles und dem seit 13 Jahren lang erwarteten Release von Duke Nukem der Kopf entgültig platzt, gilt diesem Monat: Qualität vor Quantität. Hier erfahrt ihr unsere Eindrücke von LA Noire, Ocarina of Time für den 3DS und Shadows of the Damned.

Die Gamesneuigkeiten als Video:

Große Abwechslung wurde den Erwachsenen Gamern in letzter Zeit ja nicht geboten. Abgesehen vom kürzlich erschienenen Mortal Kombat, wurden wir in letzter Zeit im wahrsten Sinne des Wortes zugeballert mit Ego-Shootern. Black Ops, Killzone 3, Homefront, Crysis 2 – um nur die größten und erfolgreichsten zu nennen. Alles keine schlechten Spiele aber sogar für den Hardcorefan des Shootergenres war das ein bisschen zu viel des Guten.

 

Umso mehr freut es den geneigten Zocker, wenn Entwickler dem konventionellen Gameplay die kalte Schulter zeigen und neue Wege beschreiten. So hat Team Bondi erst kürzlich mit L.A. Noire die Innovationskeule ausgepackt und will unter anderem mit einer neuartigen Motion-Capture-Technik überzeugen.

Kurz zur Geschichte. Diese spielt in Los Angeles (wer hätte es gedacht??) der 40er Jahre. Man schlüpft in die Rolle von Cole Phelps. Phelps ist ein junger, ehrgeiziger und aufstrebender Polizist, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Straßen von L.A. von dem verbrecherischen und sadistischen Gesindel zu säubern. Die Story umfasst über 20 Fälle, in denen es gilt, Beweise zu finden und zu deuten, Verdächtige zu befragen und ab und zu ein bisschen herumzuballern. Jeder Fall hat seine eigene Geschichte, doch scheinbar sind auch alle irgendwie miteinander verknüpft.

Mehr will ich nun von der Story nicht preisgeben, da die spannende Erzählweise und Storyentwicklung eine der großen Stärken von L.A. Noire ist.

Da ich sowieso jedem Gamer empfehle sich L.A. Noire zumindest mal anzuschauen, komme ich hier mal ohne Umschweife zu den Stärken und Schwächen vom schwarzen Los Angeles.

Wie oben schon erwähnt ist die Entwicklung der spannenden Kriminalgeschichte die große Stärke von L.A. Noire. Dazu tragen natürlich nicht zuletzt die glaubhaften Charaktere bei, welche man im Laufe der Ermittlungen trifft. Dank einer neuen Motion-Capturing-Methode sehen die Gesichter der Personen sehr echt und glaubhaft aus. Dieses Feature wird gerade in den Verhören sehr wichtig. Der Spieler muss in der Mimik und in den Bewegungen seines Gegenübers abschätzen, ob der Verdächtige die Wahrheit sagt oder lügt. Unterstellt man dem Gegenüber das er lügt, muss man dies mit einem zuvor gesammelten Beweis belegen. Hat man keinen Beweis parat, kann man die Aussage anzweifeln. Je nachdem ob man richtig liegt, spuckt der Verhörte die gewünschten Information und bestenfalls sogar ein Geständnis aus.

Hier sehe ich die erste Schwäche von L.A. Noire. Ist es am Anfang noch relativ einfach abzuschätzen, ob jemand die Wahrheit sagt oder lügt, wird es ab der Mitte des Spiels schlagartig ziemlich hart einige der Fratzen zu durchschauen. Vielleicht bin ich ja auch ein richtig schlechter Detective aber dass ich teilweise bei manchen Personen fast keine einzige Antwort richtig interpretieren kann, frustriert mich dann doch. Also nur nochmal zum Verständnis: Ich finde das Verhören sehr gelungen und es macht auch sehr viel Spaß (wenn man dann mal ein paar Antworten richtig deutet) aber manchmal nervt es dann doch schon wenn 5 Kreuze im Notizbuch stehen und man dementsprechend 5 Antworten nicht deuten konnte.

Zum Glück hat man ja so oft die Gelegenheit, es noch einmal zu probieren. In diesem Fall ist das aber nicht unbedingt gut gemeint. Wenn man nämlich ehrlich ist, dann ist jeder Fall gleich aufgebaut. Am Tatort Beweise sammeln, Verdächtige befragen, Täter stellen. Das blöde dabei: Teilweise weiß man schon wer es gewesen ist, doch das Spiel lässt dich noch zu drei weiteren Orten fahren, wo man wiederum noch drei weitere Beweise findet, die wiederum noch 3 weitere Personen verdächtig werden lassen. Letztendlich stellt man den Täter aber sowieso, denn egal wie dumm man sich anstellt, die Geschichte geht weiter und die Täter kommen am Ende sowieso in den Bau. Spielerische Konsequenzen à la Heavy Rain wären hier wünschenswert gewesen und hätten den feinen Unterschied gemacht und dem Spieler das Gefühl gegeben, dass er wirklich die Kriminalgeschichte beeinflussen könnte.

Nun ist aber auch Schluss mit dem Gemeckere. Nichtsdestotrotz ist L.A. Noire ein tolles Spiel, das man mal gespielt haben sollte. Die Technik ist toll und die Gesichtsanimationen sehen super aus, der Soundtrack ist wundervoll stimmig und die Story ist spannend und nachvollziehbar. Richtige Schauspieler geben sich ein Stelldichein und die Dialoge und Inszenierung sind der Wahnsinn.

Gebt diesem Spiel eine Chance, ihr werdet es nicht bereuen.

Und sind wir mal ehrlich, war bis jetzt nicht jedes Spiel mit dem schwarzen R in dem gelben Kasten unten Rechts auf der Spieleverpackung ziemlich großartig? Ihr wisst ja was ich meine.

Was ihr hier seht ist eines der besten Spiele aller Zeiten. Nicht wenige bezeichnen es sogar als DAS beste Spiel, das es jemals gegeben hat. Die Zelda-Reihe hat schon auf dem NES und dem Super Nintendo die Messlatte für Videospiele in für damalige Verhältnisse ungeahnte Höhe katapultiert und selbst gemessen an aktuellen Spielen gibt es kaum eine Reihe, die mit einer derartig mitreißenden, symhatischen, geheimnissvollen und motivierenden Athmosphöre aufwarten kann. Wenn ihr auch nur ein winziger Funken Interesse für Videospiele in eurem Herzen flimmert, müsst ihr dieses Spiel einfach gespielt haben und für all diejenigen, die aufgrund ihres Alters oder anderer Umstände noch nie in den Genuss gekommen sind, hat Nintendo nun endlich ein Remake eines ihrer größten Meisterwerke veröffentlicht.

Für alle die den Klassiker nicht kennen: Ihr spielt den Jungen Link, einen Angehörigen des Kokiri-Stammes. Die Geschichte beginnt damit, das ihr von Albträumen geplagt werdet. Bald schon ergeben die Träume allerdings einen Sinn, als ihr vom Schutzengel eures Stammes, dem Deku-Baum um Hilfe gebeten werdet. Dieser wurde von Ganon, einen bösen und machthungrigen Zauberer verflucht und ist kurz davor zu sterben. Der Grund für den Fluch ist einer von drei Steinen den der Baum hütet und der zusammen mit den anderen Steinen seinem Besitzer Zugang zum Heiligen Reich gewährt, indem die Macht ruht, alle Wünsche wahr werden zu lassen. Ganon will diese Macht dazu nutzen um Hyrule zu unterjochen und ihr seid der einzige der ihn aufhalten kann. Dabei meistert ihr Gefahren in zahlreichen Tempeln, die stets einer bestimmten Macht wie Wasser, Feuer, Geist oder Schatten gewidmet sind und interagiert mit den zahlreichen Bewohnern von Hyrule. Ihr trefft auf verschiedene Völker wie das Wasservolk der Zora oder die in den Bergen lebenden Goronen, die sich von Steinen ernähren und unglaubliche Kräfte besitzen. Ihr habt stets die Wahl ob ihr euch auf die Hauptaufgabe konzentrieren wollt oder zwischendurch viele kleinen Nebenaufgaben lösen wollt, die euch noch tiefer in die Welt Hyrule eintauchen lassen. Ocarina of Time ist voll von Magic Moments und hat einen der wohl eingängigsten Soundtracks der Videospielgeschichte.

Ob ihr den 3D-Effekt des 3DS nun mögt oder nicht, Ocarina of Time ist perfektes Beispiel für ein Spiel, bei dem ihr den 3D-Regler getrost nach unten schieben könnt. Die Welt Hyrule mit all ihren Bergen, Tälern, Wäldern, Seen und ihren Bewohnern wird euch in ihren Bann ziehen – ganz gleich od ihr in 2- oder 3D spielt. Die Grafik des Originals wurde an einigen Stellen aufpoliert, sodass Hyrule um einiges farbenprächtiger und kontrastreicher wirkt. Dazu wurden etliche Texturen verbessert, es gibt endlich richtige Bäume im Kokiri-Forest anstatt der Baum-Wände vom N64 und auch Link und Epona haben mehr Polygone abbekommen. Zusätzlich zum Original, könnt ihr auch Ocarina of Time: Master Quest spielen – eine erweiterte Version, die 2003 bereits dem umstrittenen Gamecube-Ableger “The Legend of Zelda: The Wind Waker” beilag. Für Kenner des Originals eine willkommene Alternative, Neulingen würde ich aber aufgrund einiger doch sehr merkwürdigen Änderungen (Stichwort Kühe) die Originalversion empfehlen. Ob man den aktuellen Remake-Wahn der Spieleindustrie nun gutheißt oder nicht, Ocarina of Time bleibt ein wundervolles Spiel, das nun auch Spieler erreicht, die weder N64 noch Gamecube ihr Eigen nennen. Zeldafans freuen sich allerdings ebenso über eine grafisch aufpolierte Version ihres Lieblings, die sie nun auch während der Bahnfahrt spielen können. Und solange kein neuer Zeldateil erscheint, der es mit Ocarina of Time aufnehmen kann, spricht doch nichts dagegen, den Klassiker nochmal einzulegen.

Independent-Ikone Suda 51 und Resident Evil-Schöpfer Shinji Mikami wagen sich mit Shadows of the Damned an ein einmaliges und heiß ersehntes Projekt, welches die verrückten Welten des ersteren Kreativitätsbündels mit der Erfahrung des Gameplayperfektionisten Mikami vereinen möchte.

Ein erstes Gameplayvideo kam nun Anfang Juni raus und zeigt erste Eindrücke des extrem punkigen und Exploitation-lastigen Look des Spiels.

Dieser wird wohl auch der Grund sein, warum sich Shadows of the Damned von anderen Third-Person-Shootern abheben könnte. Die bislang bekannten Gameplayelemente erinnern sehr an die letzten beiden Resident Evils, abgesehen davon, dass sich Hauptcharakter Garcia auch beim Feuern bewegen darf, ein Vorteil, der zwar weniger Panik, dafür mehr Freiheit und “Realismus” verspricht.

Garcia kann neben dem gemeinen Schießen wohl auch riesige Bosskämpfe bestreiten, waghalsige Motorradpassagen meistern und mit Hilfe eines redenden Totenkopfs, der stets an der Seite des Spielers kämpft, Rätsel lösen und ihn sogar in weitere Gegenstände transformieren.

Insgesamt wartet da also ein super durchgeknalltes Actionspiel von zwei der momentan angesagtesten Spieleentwickler, welche versuchen so viel Popkultur wie möglich in einem großen brodelnden Punk-Kochtopf zu zitieren. Kann man mal machen.