Die Electronic Entertainment Expo sorgt als wichtigste Spielemesse der Welt jedes Jahr für eine Welle von Neuankündigungen, Trailern und PR-Brimborium. Die wichtigsten News über Nintendos neue Konsole Wii U, Bioshock Infinite, The Elder Scrolls V: Skyrim und die neue Lara Croft lest ihr hier…

Die Gamesneuigkeiten als Video:

Vor kurzem noch als Projekt Café bekannt und nach kurzer Zeit schon Ziel diverser Scherze über Kaffeemaschinen, wurde der Nachfolger der Nintendo Wii auf der E3 nun offiziell als „Wii U“ vorgestellt. Nachdem die Scherze über Kaffeemaschinen allmählich verstummten, machten schon neue Scherze über Polizeisirenen die Runde. Nintendo lässt sich davon aber nicht verunsichern und verspricht wie auf Messen üblich wieder einmal eine Revolution. Nicht nur die große Anhängerschaft der Wii soll die neue Konsole überzeugen, sondern auch die alte Fangemeinde die nach der glorreichen Supernintendo-Zeit, in der Nintendo das Maß aller Dinge für Hardcorezocker war, an Sonys und später auch Microsofts Konsolen verloren gingen.

Doch wie soll das funktionieren? Nun zu allererst wird die Grafikleistung der Wii U den technischen Vorsprung von Xbox360 und Playstation 3 aufholen und demnach auch mit HDMI-Ausgang und HD-Grafik aufwarten. Wie leistungsstark die Technik in der Konsole ist, kann bis jetzt aber noch niemand wirklich sagen. Auf der E3 war nämlich nicht die Konsole das große Thema, sondern der Controller. Wer schon über den Fernbedienungscontroller der Wii erstaunt war, wird wohl auch jetzt blöd aus der Wäsche gucken, denn Nintendos neues Controller-Baby orientiert sich stark am neuen Tablet-Hype. Ein 6,2 Zoll großer Touchscreen, Kamera, Mikrofon, Lautsprecher, Gyroskop und Rumblefeature soll das neue Eingabegerät unterstützen. Dazu kommen 2 Schiebepads als Analogstick-Ersatz, die man bereits vom 3DS kennt, sowie die üblichen Tasten der Vorgänger. Durch den Bildschirm auf dem Controller ist es möglich das komplette Spielgeschehen auf den Controller zu verlagern. Das Spiel wird allerdings in der Konsole gerechnet und per kabellosem Datenfluss auf den Controller gestreamt. Laut Nintendo wird das allerdings nur im selben Zimmer funktionieren, der Controller wird also nicht als Handheld verwendbar sein. Das Zusammenspiel von Konsole, TV-Bildschirm und Controller bietet dabei viele Möglichkeiten. Ob man beim Baseball den Ball auf sich zufliegen sieht und ihn im Bildschirm des Controllers fangen muss oder den Controller auf den Boden legt um von ihm einen Golfabschlag zu machen.

Die Konsole

Für Fans leichter Unterhaltung sind Nintendos erste Trailer zur Wii U schon ziemlich vielversprechend. Doch auch die Hardcore-Gamer die Nintendo ja angeblich mit ihren neuen Konsole wieder mit ins Boot holen will, wurden auch der E3 etwas angefüttert. Massive Unterstützung von Drittentwicklern wurde versprochen und als Beweise wurden Umsetzungen von Batman: Arkham City, Aliens: Colonial Marines, Battlefield 3, Ninja Gaiden 3 und Metro: Last Light bestätigt. Was die Hardcore-Gemeinde allerdings dazu veranlassen sollte, eine neue Konsole von Nintendo zu kaufen, die technisch auf demselben Stand wie Playstation 3 und Xbox360 ist, bleibt abzuwarten. Ein wichtiger Aspekt wird hierbei auch die Online-Anbindung der Konsole sein. Wenn Nintendo weiter mit umständlichem Matchmaking und schlechter Serverperformance enttäuscht, wird die Erschließung der neuen Zielgruppe wohl eher schwer.

 

 

Als eine der Vorzeige-Videospielikonen in der Geschichte des Mediums hatte Lara Croft schon immer eine schwere Last zu tragen. Erst als Alice Schwarzer der Videospiele zur fleischgewordenen Emanzipation hochstilisiert und dann von der Männerwelt doch wieder zum Sexobjekt erniedrigt. Eine weibliche Indianer Jones, die (zumindest im Spiel) mehr war als ein Objekt der Begierde, das gerettet werden musste. Jahrelang war Lara trotz kleiner Veränderungen der Haarfarbe und des Charaktermodells, dieselbe großbusige Powerfrau, mit der sich weibliche Spielerinnen zwar weitgehend personifizieren konnten, die mit ihrem Domina-Flair aber auch stets ihren Weg in die feuchten Träume männlicher Teenager fand.

Auf der diesjährigen E3 war das Staunen über die neue Lara auch dementsprechend groß. Sowohl einen Rendertrailer als auch das erste Level als Gameplay-Präsentation gab es zu sehen und darin sah man eine Lara die weder Powerfrau noch großbusig war. In den weit aufgerissenen Augen der Vertreter der Fachpresse spiegelte sich eine 21-jährige, mädchenhafte und verletzliche Lara, die anstatt Fleischeslust, eher Mitgefühl und einen gewissen Beschützerinstinkt aufkommen lässt. Auf ihrer ersten Foschugsreise nach ihrem Archeologiestudium erleidet die junge Lara Schiffbruch und findet sich auf einer abgelegenen Insel irgendwo im Ozean wieder. Schon nach kurzer Zeit wird Lara klar, dass die Abgeschiedenheit der Insel nicht ihr einziges Problem ist, denn scheinbar geht auf der Insel allerlei Eigenartiges vor sich. Lara gibt sich dabei keineswegs cool und abgebrüht wie in der Vorgängern, sondern kämpft panisch um ihr Leben.

Die Präsentation tut hierbei ihr Übriges. Bei einem Sturz in die Tiefe, rammt sich Lara einen Knochen in den Körper, den sie von allerlei Blut und herzzerreißendem Geschrei begleitet entfernen muss. Trifft Lara auf unerwartete Ereignisse oder Gegner, erschrickt sie sich lauthals, und ihre Flucht aus der dunklen Höhle, in der sie sich zu Beginn der Präsentation befindet, wird stets von Laras leisem Gewimmer begleitet. Stirbt Lara im fertigen Spiel, soll eine kontextabhängige Todessequenz die Ernsthaftigkeit des Szenarios unterstützen. So schließt ihr ein Gegner nachdem er sie erstochen hat die Augen und trifft der Spieler bei einer Kletter-Sequenz mit Quicktime-Events die falsche Taste, wird Laras Bein eingeklemmt, woraufhin ihr Schädel von einem Felsbrocken zerquetscht wird – Elemente, die man eher aus Survival-Horror-Spielen wie Silent Hill oder Dead Space kennt. Schon in der Präsentation wird deutlich, dass der Spieler durch die neue Ausrichtung der Serie ein viel stärkeres persönliches Verhältnis zu Lara aufbauen wird, als in den vergangenen Teilen. Das Mitgefühl, dass man schon während der ersten Minuten der Präsentation entwickelt hat, könnte den neuen Teil von Tomb Raider zu einem sehr emotionalen und tiefgehenden Erlebnis machen, wie es nur wenige Spiele schaffen. Traurig ist nur, dass es bis zum Release im Herbst 2012 noch über ein Jahr dauert.

 

 

 

Gerade eben mal wieder den alten Oblivion-Spielstand ausgekramt, der es auf ganze 112 Stunden Spielzeit schafft, eigentlich aber ein Wert, der im Durchschnitt aller weltlichen Elder Scrolls-Savegames bestimmt ziemlich niedrig ist.
Die wahrscheinlich zeitaufwendigste Videospielserie geht mit Skyrim nun aber am 11.11 diesen Jahres in die 5. Runde. Alles wird natürlich wieder größer, hübscher und dieses Mal auch ein wenig dunkler.
Die Bonbongrafik des Vorgängers, die mit unglaublich intensiven Lichteffekten und HDR an jeder Ecke auskam weicht einer realitätsnäheren Mittelalterfantasy, die vom Look dann doch eher europäischen Vorlagen wie  den Nibelungensagen ähnelt anstatt wie ein Herr der Ringe Film auszusehen.
Die Stärken der Serie werden sich auch bei Skyrim nicht großartig reformieren, Gilden der Diebe oder auch der Zauberer sind weiterhin die erste Anlaufstelle und viele verschiedene Regionen, wie Eislandschaften oder dichte Wälder, die für Abwechslung sorgen sollen, werden das Setting bilden.
Der Vorgänger Oblivion war vielen Fans der Elder Scrolls Serie jedoch gerade im Vergleich zu Morrowind ein wenig zu simpel. So wird Bethesda mit Skyrim versuchen eine Brücke zwischen Komplexität bzw. Möglichkeiten und guter Inszenierung zu schlagen. Inszenatorisch ist das bislang gesehene Videomaterial schon State of the Art und vor allem die wahnsinnig stimmigen Drachenkämpfe sehen aus, als wären sie das Natürlichste der Welt.

Ein weiterer großer Kritikpunkt an Oblivion war, dass jeder Gegner automatisch mit dem Hauptcharakter stärker geworden ist, was dazu führte, dass die Ratten im Keller der örtlichen Dorfschänke schon bald die Macht eines Bergtrolls besaßen und somit viel atmosphärische Tiefe verloren ging.

Dieser Umstand wird zwar nicht gänzlich geändert, doch bleiben Gegner nun genau so stark, wie beim ersten Aufeinandertreffen mit dem Helden. Wenn ich die Ratten im Keller also früh besuche, werden sie auch im weiteren Spielverlauf relativ schwach bleiben. Naja, vielleicht werde ich sie aber erst gegen Ende des Spiels aufsuchen, um mir meinen eigenen kleinen Rattenbosskampf zu arrangieren, nur so aus Gewohnheit.

Ab dem 11.11 steht die Welt für 4 Wochen still.

 

 

Der Unterwasser–Shooter Bioshock geht in die 3. Runde. Nur dieses Mal befinden wir uns nicht in den Tiefen des Meeres sondern in den Weiten der Lüfte. Nach dem Besuch in der Unterwasserstadt Rapture geht es nun in die fliegende Stadt Columbia.

Bioshock Infinite spielt im Jahre 1912. Columbia vereint alle zu dieser Zeit vorherrschenden Ideale Amerikas und ist der ganze Stolz der „Neuen Welt“, bis sie eines Tages spurlos verschwindet.

Man schlüpft in die Rolle von Booker DeWitt. Dieser sucht in der riesigen Luftstadt seine große Liebe Elizabeth, die seit ihrer Kindheit in Columbia festgehalten wird.

Vielmehr ist zur Story auch noch nicht bekannt. Aber das ist auch nicht so schlimm, präsentiert ja der fast zehn minütige Gameplaytrailer schon ein Highlight nach dem anderen. Ich sag euch, da kommt ein absolutes Brett auf uns zu. Natürlich gab es viel Action und auch die aus den Vorgängern bekannten Plasmide kamen zum Einsatz. So hat DeWitt einfach mal so mir nichts dir nichts einen Schwarm hungriger schwarzer Raben auf seine Widersacher losgelassen oder ließ per Kinese einen Gegner seine eigene Ladung Schrot probieren. Ein neues Feature konnte man ebenfalls bestaunen. Da Columbia keine zusammenhängende Stadt ist, sondern aus vielen kleinen fliegenden „Inseln“ besteht, muss man sich mit Hilfe eines Hakens über eine Art Schienensystem fortbewegen. Blöd nur, dass die Gegner dieselbe Fähigkeit haben. Sicher ist man also nie. Dieses „Schienenfeature“ gefällt auf den ersten Blick schon sehr gut. Es vermittelt erst einmal den Eindruck einer komplett frei begehbaren Stadt. Ob dies letztendlich der Fall ist, bleibt jedoch abzuwarten. Die gezeigten Szenen sahen zumindest sehr gescripted aus. Mich stört das allerdings herzlich wenig.

Columbia sieht traumhaft aus, die neuen Features scheinen gut ins Gesamtkonzept zu passen und die Action kommt wohl auch nicht zu kurz. Ich persönlich sehe die Settingänderung positiv. Rapture war zwar eine der besten und coolsten Videospielutopien die ich kenne aber nach zwei Ausflügen ins Meer ist es mal wieder Zeit für etwas Neues.

Setting, Optik und Action stimmen also! Was kann denn da noch schiefgehen? Absolut nichts! Die Entwickler machen also bisher alles richtig. Ich sag euch da kommt das potenzielle Spiel des Jahres auf uns zu!