Die Zeiten in den denen wir uns gegen Splicer und verrückte Wissenschaftler in der Unterwasserstadt Rapture zu Wehr setzen mussten sind dieser Tage in weite Ferne gerückt. Um ganz genau zu sein, spielt in Bioshock: Infinite sogar ganze zwei Ebenen weiter oben die Musik. Als Booker Dewitt, der sich scheinbar einen folgenschweren Fehler auf der Erde geleistet hat beteiligen wir uns wohl oder übel an einer Rettungsaktion, die uns in die patriotischen Höhen der Stadt Columbia führt.

Columbia hat sich der Geschichte nach Anfang des 20. Jahrhunderts vom amerikanischen Festland abgesetzt, um unter der Leitung des scheinbaren Bösewichts Zachary Comstock eine durchgehend altbackene und patriotische Gesellschaftsstruktur zu etablieren, die bei den wiederlichen liberalen Amerikanern nicht mehr möglich schien. Eine doch eher feindliche Umgebung für den Freigeist und Nihilisten Booker Dewitt, der versucht mit der mysteriösen Elizabeth aus Columbia zu fliehen. Wie schon aus dem ersten Teil der Bioshock-Reihe bekannt hat man als Spieler wieder die Macht über mehrere zauberähnliche Kräfte, die sich dieses mal Vigor nennen und in ihren Auswirkungen von der Manipulation von Gegnern und Tieren bis zu dem Steuern von Gerätschaften variieren.

bioshock vigors

Einsatz des Vigors “Bucking Bronco”

Abgesehen von diesen mächtigen Kräften, sollte man in der beeindruckenden Kulissen von Columbia auch immer die Augen nach Objekten aller Art offen halten. Unsere ständige Begleiterin Elizabeth kann hier eine große Hilfe sein, doch Booker kann vor allem scheinbar nie genug Nahrung vertilgen und ist sich auch nicht zu schade in jeglichen Ecken der fliegenden Teilabschnitte der Rassistenstadt auf die Suche nach Brauchbarem zu gehen.

Infinite ist aus meiner Sicht auf einem ähnlichen Niveau wie der erste Bioshock Teil. Die Kulisse ist wohl eine der faszinierendsten und atemberaubendsten, die man in den letzen 10 Jahren in Videospielen gesehen hat, das Zusammenspiel von Elizabeth und Booker, sowie deren aufkeimende Liebe und die Entdeckung ihrer Vergangenheit ist herzzerreissend niedlich inszeniert und das Spielprinzip hat sich zwar nicht großartig weiterentwickelt, wirkt dabei aber immer rund und auf ein schnelles Vorankommen ausgelegt.

lizcomstock

Elizabeth ist mit ihrer emotionalen Präsenz der eigentliche Star von Bioshock III

Zudem schafft es auch dieser Bioshockteil mal wieder geschichtlich und gesellschaftlich relevante Themen in einer oder mehrerer lebendigen Welt(en) zu bündeln und mehrere Informationsstränge zusammenlaufen zu lassen, ohne das klassiche Ego-Shooter-Prinzip aus den Augen zu verlieren. In meinen Augen könnte die Welt von Columbia aber noch etwas offener gestaltet worden sein, fühlt man sich doch teilweise zu sehr in schlauchartigen Levelabschnitten gefangen. Zudem ist die Spielzeit von ca. 12 Stunden zwar heutiger Standtart, fühlt sich für dieses epische Abenteuer aber doch ein wenig zu kurz an. Das ist aber alles eher verwöhntes Nölen und täuscht nicht darüber hinweg, dass wir hier das erste wirkliche Highlight des Spielejahres 2013 auf unseren Bildschirmen flackern sehen können. Zudem sei gesagt, dass Infinite der Serie treu bleibend mit einem der überraschensten und epochalsten Enden der Spielgeschichte aufwartet. Wer das nicht gespielt hat, den sollen die Vox holen.

Und hier die komplett Games Neuigkeiten Folge samt Studiotalk mit Maurice und zusätzlich mit den Spielen Sim City 5 und dem Indieprimus Kentucky Route Zero:

Games Talk

Games Neuigkeiten – April 2013