Wir waren unterwegs auf der Gamescom in Köln und haben euch Eindrücke von den neuesten Spielen mitgebracht. Mit dabei sind diesmal Deus Ex: Human Revolution, Asura’s Wrath und Owlboy. Außerdem haben wir uns mit Nils und Wolf von Gameone über die Messe unterhalten…

Die Games Neuigkeiten als Video:

Nils Bomhoff hat es in unserem pop10 – Interview schon ziemlich gut auf den Punkt gebracht. Deus Ex: Human Revolution ist ein intelligenter Schleichshooter und besonders für Erkundungswütige ein wahrer Traum. Ein ausgeprägter Entdeckergeist wird nicht nur durch gefundene Waffen oder Credits belohnt, sondern auch mit Erfahrungspunkten, welche sofort aufs Konto gut geschrieben werden, sobald eine alternative Route oder ein geheimer Raum betreten wurde. Durch gewonnene XP, die natürlich auch anderweitig verdient werden können, zum Beispiel durch das erfolgreiche Abschließen einer Quest, bekommt ihr nach und nach immer mehr sogenannte Praxis – Points. Diese Punkte könnt ihr wiederum in neue Augmentations investieren. Nun könnt ihr selber festlegen ob ihr lieber durch die Level schleicht und euch somit Stealth – Augmentations kauft oder ob ihr doch lieber brachial durch die Gegend ballern wollt und auf Waffen – Augmentations setzt. Beide Arten bieten viele Entwicklungsmöglichkeiten. Wer sich jedoch wirklich für den „ich-baller-alles-nieder-Weg“ entscheidet, muss stark damit rechnen, dass er desöfteren den letzten Spielstand neu laden muss. Schon ein einziger Gegner kann dafür sorgen, dass man vorschnell das Zeitliche segnet.

Wie man letztendlich dieses grandiose Spiel spielt, soll jedem selbst überlassen sein. Jede Vorgehensweise bietet ein einzigartiges Spielerlebnis. Dieses wird nicht zuletzt durch die wirklich glaubhafte Spielwelt und Story transportiert. Dem Spieler wird eine dystopische aber lebendige Umwelt präsentiert – auch wenn sich die Bewohner der virtuellen Städte leider nicht frei bewegen, sondern in ewigen Handlungsschleifen agieren. Die in dieser Welt lebenden Individuen kämpfen gegen die Ungerechtigkeit einer Zweiklassengesellschaft und haben fühlbar alle eine eigene Geschichte. Der Protagonist Adam Jensen muss jedoch selber eine gefährliche Odyssee bestreiten, in der es gilt, ein Komplott gegen sein Arbeitgeber Sarif Industries aufzudecken. Auf seiner Reise wird er mit Gewalt, Drogen- und Menschenhandel, Prostitution und anderen Probleme der Gesellschaft konfrontiert. Gesellschaftskritik wird in Deus Ex also groß geschrieben. Dem Spieler ist es selbst überlassen, ob er der zu Grunde gehenden Menschheit hilft oder seinen Focus auf die Suche nach den Mördern seiner Frau legt.

Deus Ex: Human Revolution fesselt von der erste Sekunde an. Das Spiel schafft ein Zukunftsszenario, in dem Technologie die menschlichen Grenzen überwinden aber auch zugleich den Zerfall der kompletten menschlichen Rasse bedeuten kann. Hier prallen verschiedene Meinungen aufeinander und bilden somit den Grundkonflikt des Spiels. Deus Ex: Human Revolution regt zum nachdenken an und wird euch auch nachdem die Konsole ausgeschaltet ist weiterhin beschäftigen. Solche Spiele zeigen einfach das Videospiele mehr sind als „verdummende Medien für Jugendliche“! Dieses Spiel muss man gespielt haben! Wir wollen und brauchen mehr davon!

 

Bei der Tokio Game Show 2010 wurde Azura’s Wrath erstmals vorgestellt, seitdem war es um Capcoms Projekt eher still. Bei der E3 der Gamescom in Köln war Asura’s Wrath dann allerdings vertreten und spaltete ein wenig die Gemüter. Während einige schon wieder lauthals God-of-War-Klon schreien, erwarten andere schon einen Geheimtipp für das nächste Jahr.

Was kann man erwarten: Bei Azura’s Wrath stehen alle Regler auf Maximum. Hier wird alles in Großbuchstaben geschrieben, die Gegner waren nie größer, die Action war nie krasser und der Hauptcharakter war nie cooler. So ist zumindest das Konzept. Wie cool, krass und großartig das Spiel im Endeffekt wird bleibt abzuwarten, es steckt aber zumindest große Ziele.

Asura ist ein Halbgott, der von den anderen Göttern verraten, verbannt und seiner Tochter beraubt wurde. Seine unbändige Wut hilft ihm nun sich zu rächen. Das Gameplay setzt sich aus God-of-War ähnlichem 3rd Person Gekloppe, Rail-Shooter Einlagen und Quicktime-Events zusammen. Die Quicktime Sequenzen kommen vorallem bei den epischen Bosskämpfen zu Einsatz, beispielsweise dem riesigen Weltraum-Buddha aus dem ersten Trailer. Die Präsentation auf der Gamescom litt darunter, das man nur den Bosskampf zu sehen bekam, indem die einzige Aktion des Spielers darin bestand, einen einzigen Knopf zu drücken. Wenn die anderen Elemente des Spiels allerdings gut funktionieren und das Kampfsystem durchdacht und herausfordernd ist, könnte aus Asura’s Wrath vielleicht ein neues Bayonetta werden, dessen Charme ja auch schon darin bestand, völlig abgedrehte Action mit coolem Design und einem charismatischen Hauptcharakter zu verbinden. Der Look von Asura’s Wrath ist auf jeden Fall schon einmal sehr gut gelungen. Er erinnert etwas an den Look von Street Fighter IV uns setzt auf eine kaligraphische Pinseloktik und starke Kontrastierungen. Gemischt mit einer Erzählstil, der an Animes wie Dragon Ball und Fist oft he North Star erinnert, sind auf jeden Fall schon einmal gute Grundlagen für einen Geheimtipp vorhanden.

Ein unschuldiger Eulenjunge, der in einer Fantasywelt lebt, in der Gnome eine ausgewachsene Eule am stück verspeisen und Piraten Identifizierungsprobleme haben und eigentlich lieber Schauspieler in Shakespearestücken am Theater sein wollen. Das alles und wahrscheinlich noch viel mehr wird Owlboy werden, eine kleine Indie-16bit-Perle, die momentan kurz vor der Fertigstellung durch die D-Pad Studios steht.
Nun habe ich soeben die schon verfügbare Demo durchgespielt, die schon eine Menge der Gameplayfeatures vorstellt. So kann der bisweilen noch etwas blasse Eulenbursche z.B. verschiedene Hüte aufsetzen um seine Flugschnelligkeit oder auch die eigene Defensive zu beeinflussen. Gerade das Fliegen stellt den Spieler vor viele Herausforderungen, da man immer einen Haufen Gegner vor sich hat und regelmäßig Zwischenbosse auftauchen, die doch schon recht knifflig zu besiegen sind.
Unterstützung beim Luftkampf bekommt Owlboy von insgesamt vier Mitstreitern, die sich ihm im Verlaufe der Story anschließen. Simplerweise kann man diese Mitstreiter am Kragen packen, sie in die Lüfte ziehen und fortan mit der Maus ihre Fernkampfwaffen benutzen. Falls mal ein solcher Recke verloren geht, kann man ihn ganz bequem wieder herbeiteleportieren, womit einem eine aufwendige Suche erspart bleibt. In der Demo konnte man nun schon Geddy, einen weinerlichen Mechaniker und Wissenschaftler, sowie Alphonse, den besagten Piraten, der aber am liebsten Hamlet spielen würde als Begleiter auswählen. Unterscheiden tun sich die Beiden vorallem in Körpermasse, Schussschnelligkeit und -stärke. Schon in der Demo, die ungefähr eine Stunde Spielzeit bietet präsentiert sich das Spiel von einer fordernden Seite, die viele Fehlversuche erzwingt.
Alles ins Allem sind die D-Pad Studios aber vom Design und den Gameplayelementen auf dem besten Weg ein innovatives, humorvolles und unglaublich retrocharmantes kleines Vergnügen zu kreieren, dem man im Vergleich zu vielen anderen Großproduktion die Liebe zu einer Ära ansehen kann, die in Videospielzeitrechnung zwar schon lange vorbei ist, aber nichts von ihrer Anziehungskraft verloren hat. So Leute haben ein wenig Unterstützung für ihre Arbeit verdient, ladet euch die Demo und lasst euch überzeugen:
http://www.youtube.com/watch?v=kTfXfmtoEXU
Hier unsere Interviews mit Nils und Wolf in voller Länge:
http://www.youtube.com/watch?v=2595OJDyVvc&feature=related
http://www.youtube.com/watch?v=oyD5ZP9h5x0&feature=related