Diesen Monat gab es wieder einige Leckerbissen auf dem Spielebuffet. Wir haben uns die Serviette auf den Schoß gelegt und Portal 2, Mortal Kombat und Gemini Rue probiert. Als Dessert gibt es Neuigkeiten zum neuen Resi-Teil Resident Evil: Operation Raccoon City

Die Games-Neuigkeiten als Video:

Das Phänomen Portal begann mit einem Studienprojekt von Studenten des DigiPen Institute of Technology in Redmond, Washington. Das Spielprinzip von „Nabacular Drop“ faszinierte das Entwicklerstudio Valve so sehr, dass sie das gesamte Entwicklerteam des Projekts engagierten und sie zusammen mit dem Valve-Team und dem Autor von Half-Life das Spiel Portal entwickeln ließen. Obwohl es mit seiner letztendlichen Spielzeit von nur drei Stunden zumindest in quantitativer Hinsicht nicht weit über den Umfang einer Demo hinauskam, konnte das Spiel durch eine gut entwickelte Story, einen humorvollen und sympathischen Erzählstil, einzigartige Charaktere und natürlich allen voran das innovative Spielprinzip eine große Fangemeinde um sich scharen und zahlreiche Preise abräumen.

Das Spielprinzip: Das zentrale Element von Portal 1&2 ist die Portal Gun bzw. „Aperture Handheld Portal Device“, mit dem der Spieler blau- und orangefarbene Portale verschießen kann. Mit ihnen kann  der Spieler künstliche Durchgänge in zwei Wänden erzeugen, die weit entfernt voneinander sind. Schießt der Spieler also beispielsweise Portale an zwei gegenüberliegende Wände in einem Raum, ist es möglich in ein Portal auf der einen Seite hineinzugehen und augenblicklich aus dem Portal auf der anderen Seite hinauszukommen. Da das Portal wie ein Loch fungiert und somit auch Geschwindigkeit und Bewegungsrichtung gleich bleiben, ergeben sich vielfältige Möglichkeiten für den Spieler, beispielweise sich mit kluger Anordnung von Portalen auf höhere Ebenen zu befördern oder im Flug neue Portale zu errichten. Es gibt jedoch immer nur zwei Portale, wird ein weiteres Portal errichtet verschwindet dafür eines der vorigen.

Portal 1 erzählte die Geschichte des Mädchens Chell, das als Testobjekt den Ausweg aus einer Forschungseinrichtung finden musste. Der Antagonist war eine künstliche Intelligenz namens GLaDOS, die die Kontrolle über die Versuchsanordnungen hatte und sich nie so recht entscheiden konnte welche menschliche Emotion sie simulieren wollte. Im Laufe des Spiels wechselt GLaDOS immer wieder zwischen Hilfsbereitschaft, Verachtung und Feindseligkeit. Als Anreiz den Testlauf zu überstehen wurde von GLaDOS immer wieder ein Stück Kuchen in Aussicht gestellt.

In Portal 2 spielt man abermals Chell, die von einer unbekannten Instanz in ein Koma versetzt wird. Nachdem Chell aufwacht, fällt das Zimmer, indem sie sich befindet in sich zusammen und mit der Hilfe des kleinen Roboters Wheatley kann sie gerade noch so entkommen, findet sich aber wieder in der Forschungseinrichtung wieder, aus der sie im ersten Teil entkommen war. Nach dem Triumph über GLaDOS sind weite Teile der Forschungseinrichtung allerdings verfallen und auch GLaDOS scheint zerstört zu sein. Durch ein Versehen wird die GlaDOS jedoch aktiviert und Chell muss sich abermals einen Weg aus der Forschungseinrichtung suchen.

Nach dem großen Erfolg des Vorgängers wurde Portal 2 in allen Bereichen erweitert. Sowohl die Spielzeit des Single-Player-Modus als auch des neuen Koop-Modus, der eine losgelöste Geschichte zweier modifizierter Roboter erzählt, übersteigt die des Vorgängers um ein Vielfaches. Neben der Portal Gun, sind nun auch verschiedene Flüssigkeiten Teil der Rätsel, die vom Spieler auf Oberflächen gespritzt werden müssen, um Gegenstände – oder auch Chell selbst –  zu beschleunigen oder abprallen zu lassen. Eine weitere Flüssigkeit erlaubt es auf neutralen Flächen Portale zu erzeugen. Neben den neuen Gameplay-Elementen kommt auch der neue Charakter des Roboters Wheatley hinzu, der von niemand geringerem gesprochen wird als Stephen Merchant, Ricky Gervais‘ Sidekick. J.K. Simmons ist ebenfalls stimmlich vertreten und GLaDOS wird auch im zweiten Teil von Ellen McLain gesprochen.

Der einzigartige Humor, die Performance der Sprecher und das Spielprinzip machen aus Portal 2 einen mehr als würdigen Nachfolger für eines der bekanntesten und beliebtesten Videospiele des 21. Jahrhunderts. Sich allein die Dialoge des Spiels als Hörbuch anzuhören, wäre großartig, eingebunden in ein wunderbar simples aber dennoch forderndes Spielprinzip machen sie aus Portal 2 zu einem einzigartigen Erlebnis, das wirklich jeder einmal erfahren sollte.

„Back to the Roots“ heißt es beim neusten Teil der Mortal-Kombat-Serie. Nachdem seit dem ersten Mortal Kombat 1992 sechs offizielle Nachfolger und ein Crossover mit Charakteren aus dem DC-Universum erschienen sind, wird mit dem achten Teil der Serie nun ein neuer Anfang gemacht. Kein 3D, kein Adventure-Modus und kein kompliziertes Kampfsystem mit verschiedenen Stilen und Waffen. Mortal Kombat nennt sich nicht umsonst genauso wie Teil 1, denn genau da will es ansetzen. Kämpfe werden auf zweidimensionalen Arenen ausgetragen, das Kampfsystem wurde entschlackt und der Fokus mehr auf ein ausbalanciertes Gameplay mit allen Charakteren gelegt. Mortal Kombat soll sich für Wettkämpfe eignen und gerade bei diesem Anspruch ist jeglicher Schnickschnack fehl am Platz.

Nichtsdestotrotz wurde dem Kampfsystem eine taktische Komponente hinzugefügt. Das „Super Meter“ ist eine Leiste am unteren Bildrand, die sich füllt, wenn der Spieler Spezialattacken ausführt, Kombos landet oder auch Treffer einsteckt. Sie ist in drei Abschnitte unterteilt und kann auch verschiedene Arten eingesetzt werden. Opfert der Spieler einen Abschnitt der Leiste können Spezialattacken verstärkt werden, mit zwei Abschnitten können Kombos des Gegners unterbrochen werden und ist die Leiste komplett gefüllt, kann der Spieler durch Druck auf beide Schultertasten einen „X-Ray Move“ entfesseln, der, begleitet von kompromisslosen Nahaufnahmen, sehr viel Schaden zufügt. Auch die serien-typischen „Fatalities“  sind wieder mit an Bord. Neben besagten Finishing-Moves kehren allerdings auch die skurrilen „Babalities“ aus dem zweiten Teil zurück, bei denen der Gegner im Gegensatz zur „Fatality“ nicht in Stücke gerissen, sondern in ein Baby verwandelt wird.

Trotz der Babalities, die unmissverständlich ein Appell an Jugendschützer sein sollen, Mortal Kombat nicht zu ernst zu nehmen, schafft es auch der neuste Teil der Serie nicht in deutsche Händlerregale. Aufgrund von Mortal Kombats Vorliebe zu exzessiver Gewaltdarstellung wird es wohl auf ewig ein Dorn im Auge deutscher Jugendschützer bleiben. Fans der Reihe bleibt also nur der Griff zur Importversion.

Obwohl Mortal Kombat mit einem menschlichen Gegenüber – ob On- oder Offline – natürlich am meisten Spaß macht, gibt es auch für Einzelspieler eine Menge an motivierendem Inhalt. Neben dem klassischen Arcade-Modus, beinhaltet Mortal Kombat einen Story-Modus, bei dem abschnittsweise Geschichten von verschiedenen Kämpfern aus dem Mortal Kombat Universum erzählt werden. Während der verschiedenen Abschnitte kämpft ihr stets mit anderen Charakteren und lernt so ihre Stärken und Schwächen kennen. Obwohl die Geschichte natürlich voller Klischees und genretypischer Ideologie ist, schafft es die Inszenierung doch auf eine symphatische Art und Weise zu amüsieren. Eine Seifenoper mit blutrünstigen Ninjas, vierarmigen Monstern und großbrüstigen Killer-Amazonen wirkt auf eine unterhaltsame Weise skurril. Dazu kommt der Challenge-Tower mit 300 verschiedenen Aufgaben wie beispielsweise einen Gegner auf eine bestimmte Art und Weise zu besiegen oder Geschicklichkeitstests mit bekannten Namen wie „Test Your Might“ oder „Test Your Sight“.

Mortal Kombat bietet also genug Umfang um Fans für eine lange Zeit zu fesseln. Wer die Serie bislang allerdings wenig geschätzt hat, wird auch mit diesem Teil nicht warm werden. Mortal Kombat bleibt eben Mortal Kombat und dieser Teil tut das sogar mehr denn je.

Da Resident Evil 6 erst für 2012 angekündigt wurde, war zu erwarten, das Capcom dieses Jahr noch andere Resi-Eisen im Feuer hat. Schließlich will man laut eigenen Angaben zwei Resident-Evil-Spiele pro Jahr veröffentlichen. Ob diese Taktik aufgeht und Capcom die Qualität halten kann, für die Resident Evil steht, ist mehr als fraglich, schließlich sind schon andere erfolgreiche Franchises dem Ausverkauf zum Opfer gefallen.

Das wahrscheinlich zum Weihnachtsgeschäft erscheinende Resident Evil: Operation Raccoon City soll allerdings kein reinrassiges Resident Evil werden, sondern in etwas andere Richtung gehen. Im Spin-Off werdet ihr auf der Seite des Umbrella-Konzerns spielen – dem großen Übeltäter, der mit seinen Experimenten für die Zombieplage verantwortlich ist. Im Stile von Left for Dead geht ihr in Third-Person-Shooter-Manier gegen Zombies und Special Forces vor. Euer Auftrag ist es Leon Kennedy zu töten, Fans der Serie als Protagonist aus Teil 2 & 4 bekannt. Das Geschehen wird sich zeitgleich mit Teil 2 & 3 abspielen. Zum ersten Mal in der Geschichte der Franchise werdet ihr gleichzeitig laufen und schießen können. Survival-Horror, das Genre das Resident Evil erfand und wofür es jahrelang stand wird man wohl vergeblich suchen. Bei Operation Raccoon City wird Action im Vordergrund stehen. Wie auch bei Left for Dead wird es möglich sein, zu viert kooperativ zu spielen, unklar ist bis jetzt, ob Online, Offline oder sowohl als auch.

Entwickelt wird Operation Raccoon City nicht mehr von Capcom selbst sondern von Slant Six Games, die für die SOCOM-Reihe bekannt sind. Ob die Shooter-Erfahrung der Entwickler ausreicht, um aus Operation Raccoon City ein gutes Spiel zu machen, das mehr ist als Left for Dead im Resident-Evil-Universum, bleibt abzuwarten.