Wir sind schon ziemlich festgefahren in unseren Klischees über russische Musik und über Russland allgemein. Auch unser musikalischer Einfluss ist sehr westlich geprägt. Dass sich der Blick Richtung Osten oftmals lohnt beweist die folgende Band POMPEYA!

In der Pop10 Studioshow berichtet Maxim über Pompeya.

Beim ersten Höreindruck würde man diese keinesfalls mit dem russischen Kontext in Verbindung bringen. Der Sound lässt Einflüsse a lá Foster the People oder Metronomy vermuten, jedoch mein “russisches Ohr” erinnert mich bei der Musik von Pompeya an die (hier unbekannte) russische Rock-Legende Victor Zoj.

Als musikalische Beiwerk ist hier ein Song des Vorbilds aller russicher Musikliebhaber “Viktor Zoj”:

Ihr Style ist dennoch individuell. Melancholischer Pop-Song gepaart mit einer sehnsüchtigen Note nostalgischen Charmes. Die Spuren der Vergangheit sind unüberhörbar und gleichzeitig verpackt in einem modernen Klang, den ich bis jetzt selten von einer russischen Band hören durfte. Beim durchhören ertappe ich mich beim wegdriften und träumen. Ein riesiger Pluspunkt, wenn Musik sowas mit mir anstellt. Die Moskauer Indie-Musikszene hat Pompeya schon längst ins Herz geschlossen. Es fehlt nur noch der Schritt über die Grenzen Russlands hinweg. Dass Pompeya unsere europäisch-gesprägten Klischees brechen ist ganz klar. Meiner Meinung ist alle Zeit dazu gekommen.

Dafür repräsentativ ist auch das Cover ihres ersten Albums “Tropical”. Der Drang nach Ferne inmitten der Moskauer U-Bahn:

Cover – Pompeya – Tropical

Dieses Jahr veröffentlichten sie ihr zweites Studioalbum “Foursome”. Beide kann man kostenlos herunterladen. Eine moderne Tendenz und nüchterne Sicht der Band auf den heutigen Musikmarkt. Ihre Existenz definieren sie über den Eintritt bei ihren Liveshows. Umso besser ist es sich ein Bild von dieser musikalischen Entdeckung zu machen: