Drei Schwestern sollt ihr sein, zusammen Musik machen ist nun eure Aufgabe. So ungefähr die nicht so seltene Ausgangslage der Mädels aus dem San Fernando Valley, welches doch eigentlich eher für die amerikanische Pornoindustrie von großer Bedeutung ist und nicht in erster Linie für kalifornischen Pop. Doch wo Tristesse und Repression herrscht entstehen erfahrungsgemäß auch manchmal die begabstesten Menschen.

Este, Danielle und Alana Haim spielten schon zusammen mit ihren Eltern in der Familienband Rockinhaim und haben für Anfang 2013 ein erstes Album in den Startlöchern. Nun ist aber erst mal die Forever EP erschienen, natürlich mit den beiden Videoauskopplungen “Forever” und “Don’t Save Me” und falls die Qualität dieser beiden wunderbar einprägenden Stücke den Schwestern beibehalten bleibt, könnten wir hier eine der Überraschungsbands 2013 vor unserem Trommelfell haben.

Auch bei Haim ist der Lo-Fi Trend zu spüren, doch  anders als andere Bands halten sie diesen nicht wie den heiligen Gral über sich, um ihrer Musik eine Legitimation zu geben. Doch eher ähnlich wie Best Coast kombinieren sie einen gewissen Strandsound mit subkulturellem weißen Vorstadt-R’nB und einer locker leichten Attitüde, die man ja fast nur noch Kids aus Kalifornien zutraut. Auch mit Vampire Weekend könnte man Haim vergleichen, komme sie doch aus der gleichen Ecke und setzen Percussions gleichwertig zum Gitarrensound ein.

Nun aber zu den Tracks der Forever EP:

Highs:

Forever

Forever spiegelt so ziemlich Alles wieder, was man gerne mit dieser Band verbinden möchte. Freche Weiblichkeit, Energie, Gefühl und pure Leichtigkeit. Ein djungelsoundiger Refrain und ein dazu suburbanes Bikevideo runden den harmonischen Eindruck verspielt ab.

Don’t Save Me

Mein absoluter Favorit, hat noch eine höhere Schlagzahl als “Forever”, mehr Gefühl und diese abgehackte Gesang passt einfach nur perfekt zu der gezupften Gitarre und den dominaten Percussions. West Coast in Reinform, herrlich.

Lows 

Go Slow

Das Langsame steht Haim irgendwie weniger, finde ich. Der Track ist viel zu basslastig und auch diese Stakatostrophen, die ich bei “Don’t Save Me” noch so gelungen fand, finde ich hier zu inflationär eingesetzt. Zusätzlich fallen die Strophen qualitativ doch noch zu stark von der gekonnten Hook ab.

Die Forever EP lässt und hoffen, dass Haim ihr kreatives Pulver nicht schon verschossen haben, denn repetetives Songsschreiben befürchte ich hier im schlimmsten Fall schon doch. Falls dieses Szenario aber nicht eintreffen sollte stehen hier drei tolle Frauen bereit, die Popkultur aus dem Westen weiterhin zu sticheln. Herunterladen könnt ihr euch die EP zum Beispiel hier.