Ghost Games meldet sich 2016 mit einem neuen Titel der Need for Speed-Reihe. Vielen ist dabei schon aufgefallen, dass es zum aktuellsten Titel keine PC-Version gab, doch nun ist sie mit versprochenen Verbesserungen erhältlich. Aber was erwartet uns? Tuning wie in Underground 2 oder Verfolgungsjagden wie in Most Wanted?

Willkommen in Ventura Bay

Schon beim ersten einschalten fällt auf, dass man mit dem Internet verbunden sein muss, um das Spiel zu starten. Bei schlechten Internet ist das gar nicht mal so einfach. Wenn man diese Hürde jedoch überwunden hat, kann das Spiel losgehen.

Als Newcommer der Underground-Szene landen wir in der Stadt Ventura Bay. Ventura Bay ist eine schön gestaltete Open-World, die man lediglich nachts befahren werden kann. Schließlich fährt man ja illegale Straßenrennen. Genau diese Rennen bekommt man durch die Kollegen der eigenen Crew in Form von Anrufen. Während bei Spielen wie Underground 2 diese Anrufe leise im Hintergrund zu hören waren, muss man sie nun bewusst annehmen und sich das Gerede von den aktuellsten Rennen anhören um den nächsten Job zu erhalten.

c_ea_press_genehmigt

Die Rennen sind unterteilt in Sprint-, Rundkurs-, Zeit- und Driftrennen, wobei jedes Rennen entweder einzeln oder in der Crew absolviert wird. Um die ersten Rennen zu gewinnen, dauert es oft eine Weile, da das Fahrverhalten recht unpräzise ist und erfolgreiches Fahren erst nach einem manuellen Tuning möglich ist. Doch selbst mit einem perfekten Tuning wird es dem Spieler nicht leicht gemacht ein Rennen zu gewinnen. Stichwort ist hierbei der Gummiband-Effekt. Man hat das Gefühl, dass die KI-Gegner an der Heckscheibe kleben, denn trotz enormen Vorsprung wird man von einem Moment zum nächsten Überholt. Selbst bei einem Crash des Gegners, ist er binnen weniger Sekunden wieder neben dem eigenen Fahrzeug, während man selbst auf dem letzten Platz landen würde.

Doch trotz seltsamer KI und der eintönigen Welt ist nicht alles schlecht was Need for Speed bietet. Im Fuhrpark hat man die Möglichkeit sich zwischen 51 verschiedenen Fahrzeugen zu entscheiden und diese in verschiedensten Weisen zu tunen. Während die Möglichkeit des Tunings anfangs endlos erscheint, wird man jedoch schnell auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt. Vorgefertigte Teile und davon eine geringe Auswahl mindern den Spaß ein wenig, jedoch kann man das Herz des Tuning-Fans mit einer Fahrzeugauswahl von Golf 1 GTI, bis Ferrari. Wenn man das Tuning vollendet hat spürt man nicht nur die höhere PS Zahl, man hört es auch. Beim Sound der verschiedenen PS-Monster bekommt ein Auto-Fan schon mal schnell eine Gänsehaut. Die Nacht tut dazu ihr übriges was die Optik betrifft: schöne Reflexionen der verschiedenen Lichter im Regen von Ventura Bay.

c_ea_press_genehmigt

Welche Neuerungen bringt die PC-Version?

Das PC-Spielern gegenüber Freunden der Konsole häufig Vorteile haben ist nichts neues: Wer einen leistungsstarken PC besitzt hat mit Need for Speed die Möglichkeit das Spiel mit unbegrenzter Framerate und in 4K zu spielen. Außerdem bringt die PC-Version das manuelle Schalten mit sich (was nun auch auf der Konsole eingeführt wurde). Mit Hilfe eines externen Lenkrades, ist es dem Spieler möglich sich sein heimisches Renncockpit einzurichten.

c_ea_press_genehmigt

Wie in alten Zeiten oder Blick in die Zukunft?

EA kündigte mit dem aktuellsten Teil an, auf die Wünsche der Fans einzugehen. Als Fan von Underground 2 und Most Wanted wurde ich nicht ganz befriedigt, aber auch nicht vollkommen enttäuscht. Das Tuning macht Spaß, auch wenn die Möglichkeiten nicht so umfangreich sind, wie man es sich erhoffen könnte. Das Spiel ist wunderschön gestaltet und der Ingame-Sound ist sehr gelungen. Jedoch wird das Spiel, je länger man es spielt, etwas eintönig und bald langweilig. Dazu kommen Die KI-Gegner, die unfair an der eigenen Karosse vorbeirasen und dem Spieler teilweise keine Chance lassen. Need for Speed grenzt sich mit diesen unfairen Rennen deutlich von der Konkurrenz ab. Die Rennen werden nicht bloß knifflig, sondern teilweise unmöglich gestaltet, was den Spielspaß zu sehr mindert.

Wer also ein Teil der Need for Speed Serie erwartet, wie sie früher waren, wird größtenteils nicht zufriedengestellt. Wer jedoch ab und an mal ein wenig auf die Straße möchte um ein paar Rennen gegen die Zeit zu fahren oder bei seinen Freunden mit den neuesten Tunings bei Driftrennen angeben möchte, der wird mit dem diesem Teil seinen Spaß haben.

 

©Bilder: ElectronicArts