Ein Video sie zu knechten. Und das genau einmal in der Woche. Die Vorstellung, dass manche Dinge besser sind als Andere ist ist wohl die Subjektivste, die es gibt. Um diese fehlerhafte Wahrnehmung auch noch zu unterstützen, heben wir bei unserem Musikvideo der Woche eins von im Ganzen Sieben neuen Wochenvideos heraus und schauen es uns hier ein wenig genauer an.

Für die meisten Menschen auf der Erde wohl ein Relikt einer schaulustig blutigen vergangenen Gesellschaft sind Stierkämpfe in Teilen Spaniens bis zum heutigen Tag nicht wegzudenkende Teile einer prägenden Kultur. Das dieses bunte und umstrittene Treiben auch eine ganz eigene Ästhetik sein Eigen nennt wird hinter den moralischen Streitigkeiten eher als Zweites erkannt. Auch Alt-J, die nun schon zum Zweiten Mal das Video der Woche stellen, spielen mit dieser Ästehtik und zeigen den Tod und sogar vielleicht das Nachleben eines Toreros. Mitten in der Arena, in welcher der gemeine Torero doch in der Regel Eleganz und Dominanz gepachtet hat, wird er in einer zeitlupenüberfütterten Sequenz vom Horn seines Wiedersachers aufgespießt.

Hierbei fallen vor allem wahnsinnig sanfte und grazile Kamerfahrten auf, die wohl nicht ungewollt an die Bewegungen eines Toreros erinnern. Das dieser im Video eindeutig auf der Verliererseite steht lässt einen kritischen Unterton erahnen, ist aber reine Spekulation. Denn wirklich mehr als ein sterbender Torero und seine Umgebung wird hier nicht gezeigt. Viel eher ist dieses Video ein Kommentar zum Tod, denn zu spanischen Angewohnheiten. Und ein atemberaubender noch dazu. Brot und Spiele meine Freunde!

Band: Alt-J
Song: Something Good
Album: An Awesome Wave
Regie: BREWER
Was sieht man? Die letzten Atemzüge eines Toreros, Sekunden entfernt von seinem natürlichen Tod.