Im Dezember letzten Jahres erschien der aktuellste Titel der “Star Wars”- Reihe in den deutschen Kinos. Sieben Monate später veröffentlicht Warner Bros. nun den dazugehörigen Teil der LEGO-Serie “LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht.” Ob das Spiel wie gewohnt mit Humor überzeugen kann und Fans der Filmreihe ebenso fesseln kann, erfahrt ihr im Test.

Lichtschwerter, Blaster und ganz viel Humor

Das Spiel beginnt mit einem Rückblick zu den Geschehnissen aus Episode VI der Filmreihe. Um die simple Steuerung zu lernen gibt es kein sonderlich ausschweifendes Tutorial, stattdessen werden wir direkt in den Kampf auf Endor gesandt um das Imperium zu stürzen. An dieser Stelle begegnen uns viele bekannte Szenen aus dem sechsten Teil der erfolgreichen Serie. Dieser Prolog hilft dem Spieler sehr gut um in das gesamte Geschehen einzutauchen.

Eine der bekanntesten Szenen aus Star Wars VI

Eine der bekanntesten Szenen aus Star Wars VI

 

Weiter geht es, wie im Film, 30 Jahre nach dem vorherigen Teil. Wir spielen den Piloten Poe, treffen auf Finn und müssen uns durch diverse Klonkrieger durchkämpfen. Ein normaler Kampf wäre aber natürlich viel zu langweilig für ein LEGO Spiel. Neben den üblichen Prügeleien mit Hand, Fuß und Blaster, mit denen man auch aus der Distanz kämpfen kann, kommt es häufig vor, dass man sich seine eigenen Spezialwaffen aus umherfliegenden Teilen zusammenbauen muss. Notfalls muss man mit Gewalt dafür sorgen, dass die nötigen Kleinteile vorhanden sind. Wenn man dann aber genug Material hat, dann werden die Feinde auf absurdeste Art und Weise bekämpft. Man nehme zum Beispiel eine Kuchenbombe.

 

Aus einem alten Raumschiff wird schnell eine Popcorn-Bombe

Aus einem alten Raumschiff wird schnell eine Popcorn-Bombe

 

Insgesamt orientiert sich das Spiel sehr detailreich am Film. So werden teilweise ganze Szenen aus dem Original übernommen und in Blockform dargestellt. Nach und nach treffen wir auf weitere Charaktere des Star Wars – Universums, mit denen wir uns unseren Weg durch das Geschehen bahnen. Natürlich wäre es kein LEGO- Spiel, wenn die Macher sich nicht sogar in den übernommenen Filmszenen kleine Gags überlegen würden. So wird aus dem bekannten Autoaufkleber “Baby On Board” ein “BB on Board,” wenn man in seinem Gefährten BB-8 durch die Wüste fährt. Man sollte generell nicht nur das Hauptgeschehen im Auge behalten, sondern auch den Hintergrund beobachten. Dabei kann man schon einmal in der Wüste Sturmtruppler beim Beachvolleyball erwischen oder Soldaten, die sich mitten des Schlachtfelds sonnen.

 

LEGO® STAR WARS™: Das Erwachen der Macht_screenshot LEGO® STAR WARS™: Das Erwachen der Macht_screenshot

 

Mehr als ein Lauf durch Kämpfe

Doch neben dem LEGO-typischen Humor und den Basteleien im Kampf, bietet LEGO Star Wars 7 auch Action. Im Laufe des Spiels laufen wir nicht nur durch diverse Schlägereien, sondern haben die Möglichkeiten verschiedene Fahrzeuge auszuwählen und damit den Spielmodus zu wechseln. Ob ein Lauf durch den Dschungel im AT-ST, eine Luftschlacht im X-Wing oder eine Art Snowboard-Tour durch den Sand der Wüste, für Abwechslung ist definitiv gesorgt.

Ein actionreicher Slide durch die Wüste

Ein actionreicher Slide durch die Wüste

Rätsel und Verzweiflung

Wie gewohnt bietet auch der aktuellste Teil der LEGO Serie viele Rätsel, die von einfach bis knifflig mal weniger, mal länger dauern. An sich sind die Rätselpassagen relativ gleich aufgebaut: Man wechselt zwischen den einzelnen Charakteren, muss ihre speziellen Fähigkeiten nutzen, wodurch wiederum ein weiterer Weg für den Rest geöffnet wird. Klingt eigentlich sehr simpel, aber es kommen häufig Momente, an denen man das Einfache übersieht, da die Kameraeinstellung nicht ganz stimmt oder man unter den ganzen Legosteinen den Weg nicht erkennt. Da ich persönlich kein großer Freund dieser Art von Rätseln bin, hat es nicht lang bis zur Verzweiflung gedauert und damit auch zum Frust. Wer sich jedoch für solche Rätsel begeistern lassen kann, wird über das ganze Spiel hinweg erfreut sein.

…und im Notfall hilft ein Freund

Wenn ihr nicht allein an den Rätseln des Spiels verzweifeln möchte oder einfach die Witze mit jemanden teilen möchte, habt ihr die Möglichkeit mit einem zweiten Controller den Koop-Modus zu aktivieren. Das Spielgeschehen verändert sich nicht, da im Singleplayer der Computer den zweiten Spieler übernimmt, jedoch muss die Absprache zwischen den Spielern stimmen, da es schnell passieren kann, dass ein Spieler am Bildrand verschwindet, während der Partner motiviert weiter läuft.

LEGO - Spaß für Jung, Alt und Fans

Dass man aus einem 2,5 stündigen Film ein gutes Videospiel kreieren kann, hat LEGO durchaus bewiesen. Das Spiel orientiert sich erstaunlich detailgetreu an der Vorlage. Auf der anderen Seite muss man aber auch sagen, dass die Macher auf Grund der eingeschränkten Zeit das Spielgeschehen strecken mussten. Das fällt auf. Diese Lücken wurden mit teils sehr kniffligen Rätseln gefüllt, die mich persönlich öfter zum verzweifeln brachten. Durch verschiedene Kampfsequenzen, ob an Land oder in der Luft, ist das Spiel sehr abwechslungsreich gestaltet. Alles in Allem ist “LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht” schon fast ein Pflichttitel für jeden Fan der Star Wars- und LEGO- Reihe. Humorvoll und actionreich wird man durch das Star Wars- Universum geführt und erlebt die Abenteuer des siebten Teils noch einmal selbst.

Die schlechte Nachricht zum Schluss: Star Wars- Fans müssen sich immer noch über ein Jahr gedulden, bis der nächste Film in den Kinos anläuft. Doch bis dahin lohnt es sich definitiv einen Blick auf LEGO zu werfen.

 

 

 

©Bilder: Screenshots “LEGO Star Wars: Das Erwachen der Macht”

Getestet auf: Playstation 4