Ein Wochenendvampir in Stockholm - Susis Blog

Ein Wochenendvampir in Stockholm - Susis Blog

Holiday, O, A Holiday and the best one of a year… mit genau diesen Worten eröffneten Vampire Weekend am Dienstag, dem 29. Juni 2010 ihr erstes Konzert in Stockholm. Krass wa, woher ich das nur weiß? Man könnte ja glatt denken, ich war live dabei!?

Hello my friends, I have a Sonnenbränd! It´s so fu**ing hot over here and my head brumms because of too much beer! But I don´t care about the Schmerz, denn I have a starkes Herz! It gets starker every day, here in Stockholm where life is more than okay!!! Hach, wie schön ich doch reimen kann! Und ja, das musste jetzt mal sein! Ich habe in den letzten Wochen so viel positive Energie aufgesaugt und so viele tolle Sachen erlebt, dass ich schon gar nicht mehr weiß, wohin mit all dem Lebensmut!

Es ist hier so schön, wie sonst nirgendwo, vor Freude juckt mir gleich der pKopf!

Da muss man einfach mal reimen! Oder wie würdet ihr es verarbeiten, wenn ihr innerhalb von nur einer Woche: eure Eltern in Stockholm und kurz danach auch noch Vampire Weekend gesehen hättet; wenn ihr frei aus 80 Metern Höhe gefallen wäret und auf einer Freibierveranstaltung zugeschaut hättet, wie Deutschland Argentinien platt macht, wenn ihr von einem sonderbaren Badestrand zum nächsten pilgert, jeden Tag mindestens ein Eis esst, wenn ihr zuseht, wie kranke Leute mit komischen Pappflugzeugen von einer Brücke springen und wenn ihr dann auch noch endlich Urlaub habt? Manch einer würde sich ne Cola aufmachen und einfach mal glücklich sein. Und genau das mache ich jetzt auch!

Habe die letzten Tage jetzt mal bei 3 Gläsern Cola Revue passieren lassen (Hossa, 3 Gläser Cola! Mann mann, mir  muss es heute aber gut gehn!). In den letzten Tagen hat tatsächlich ein Highlight das nächste gejagt. Um die Sache hier jetzt mal literarisch dramaturgisch climaxis unlogisch abzuwickeln, fange ich mit dem größten Highlight an. Das war das Vampire Weekend Konzert, auf dem ich tatsächlich und wahrhaftig am vergangenen Dienstag war.

Vampire Weekend im Debaser Medis, Stockholm

Für den Ausflug ins Debaser Medis sah es bei (innerlich) zuerst eigentlich gar nicht so rosig aus. Meine gute alte Freundin C. aus K. (jetzt mit mir hier in S.) :-) hatte mich ca. 5 Tage vor dem Konzert gefragt, ob wir da nicht hingehen wollen, für 300 schwedische Piepen. Mein Kopp konnte vor lauter Spontanität gar nicht so schnell schalten, doch ich wusste, dass ein “ja” meinerseits C. sehr glücklich gemacht hätte. Also sagte ich “JA” und das machte C. glücklich. Ich dagegen sah mich in der prekären Situation, dass ich eigentlich gar kein richtiger Fan von Vampire Weekend war, es bei 300 Kronen doch aber lieber hätte sein sollen.

Wenn man rund 30€ für ein Konzert zahlt, sollte man im günstigsten Fall auch ein Fan der Band sein!

Also habe ich die nächsten 5 Tage alle Lieder von denen bei Spotify rauf und runter gehört und fühlte mich dann am Dienstag mittelmäßig bis gut vorbereitet. Nur um mal kurz was klarzustellen, ich kannte die Band vorher schon und kannte auch ein paar Lieder. Aber so richtig vom Klo gehauen hatten die mich bis dahin noch nicht. …bis zu jenem besagten Dienstag. Denn da wurde alles anders! Man hat es geschafft mein Herz zu gewinnen, die Band hat es geschafft, mein Herz zu gewinnen!

Schon vor dem Konzert lag im Konzertsaal des Debaser Medis eine Spannung und Vorfreude in der Luft, die sich schlagartig in Transpirationsprozesse und flache Atmung verwandelte! Es war so was von heiß in dem Laden, dass es fast von der Decke tropfte. Jede Berührung mit ner anderen Person war eigentlich tödlich doch jeder sagte zu seinem Nebenmann:

Gut, Spaß bei Seite, aber es war wirklich sauheiß und die Band wollte einfach nicht anfangen. Während die coolen Typen, die immer den ersten Applaus bekommen, auf der Bühne gefühlte 500 Soundchecks gemacht hatten und ein Handtuch nach dem nächsten für die Band anschleppten, dachte ich mir langsam Wunder, was da wohl kommt! Und nach ca. 30 Minuten Verspätung kam es dann endlich:

Ich weiß, ich weiß, die Qualität des Videos lässt zu wünschen übrig, aber so könnt ihr euch wenigstens nen bissle vorstellen, wie es auf dem Konzert war. Nur gut, dass Vampire Weekend vor kurzem ein Video zu dem Lied rausgebracht hat (Zitat Maurice Gajda, Moderator bei Pop10: “Die Jungs sehen aus, wie aus nem schlechten französischen Softporno”)

Mit dem Lied Holiday versetzte  Vampire Weekend das Publikum von jetzt auf gleich in Feierstimmung, besser hätte man es nicht machen können! Doch nicht nur der Beginn des Konzertes war der Hammer, sondern auch die Frisur des Sängers! Boar, sah der schnieke aus! Der hatte so ne schöne Föhnwelle und damit die noch besser zur Geltung kam, hatte man ihm auch noch nen Ventilator vor den Bauch gestellt!

Ezra Koenig, der Sänger von Vampire Weekend

Um mal wieder von meiner Oberflächlichkeit abzulenken, möchte ich den musikalischen Auftritt insgesamt sehr loben! Die Jungs haben wirklich alles gegeben und haben sich, meiner Meinung nach, live fast besser angehört als auf MP3. Die Inszenierung war genau richtig, nicht zu viel und nicht zu wenig, nein es gab den einen oder anderen Überraschungseffekt und eine tolle Lichtshow. Wäre ich Dieter Bohlen, hätte ich die Jungs definitiv mit in den Recall genommen :-) , da ich aber nur ich bin, kann ich euch nur einen Konzertbesuch empfehlen!

Dieter Bohlen hätte die Jungs in den Recall geschickt und ich, ich schicke euch zum Konzert!

Insgesamt hat die Band aus New York fast 80 Minuten gespielt und auch wenn ich eigentlich nicht wollte, dass es aufhört, wollte ich es irgendwie. “Fräulein Wunderschön” war nämlich so schlau und hatte sich zum Konzert ihr neugekauften Schuhe angezogen. Eigentlich konnte ich schon vor dem Konzert gar nicht mehr laufen aber nen bisschen leiden wollte ich ja. Nach und nach habe ich dann gemerkt, wie sich meine Füße verklumpten und das war nicht so angenehm. Hinzu kam noch, dass ich nen steifen Arm bekommen hatte, weil ich mich die ganze Zeit mit Wind befächern musste, um nicht bewusstlos zu werden. So viel Dramatik und das alles auf einmal!  Alles in allem hat der Abend aber Fette 11 von 10 Punkten verdient und damit sage ich, was ich meine!

Highlight Nr. 2 waren tatsächlich meine Eltern (sorry Mama, nimms nicht persönlich, aber an Ezra Koenig von Vampire Weekend kommt keiner ran!). Meine M. und ihr Freund U. haben mich für ganze 2 Tage besucht. Auch wenn es nur 2 Tage waren, ihr Besuch war definitiv ein Zeichen der Liebe, denn ich musste wirklich drastische Mittel einsetzen, um die Beiden zu einer Reise in ein nordisches Land zu bewegen!

Es war nicht leicht meine Eltern dazu zu bewegen, mich hier besuchen zu kommen!

Am Ende dieser 2 Tage waren wir auch alle Drei komplett am Ende, denn wir haben praktisch alles gemacht, was ich zuvor in 4 Monaten gemacht hatte und noch viel mehr! Wir haben uns die Stadt angeguckt, sind Boot gefahren, waren fett essen und wir waren im Gröna Lund, einer der pupsigsten Vergnügungsparke, die ich je gesehen habe (http://www.gronalund.com/). Aber man sollte sich nicht zu früh ärgern, denn auch kleine Pupse können stinken :-) Über die Kosten, die bei dem Abstecher in die Welt der Karusselle aufgekommen sind, möchte ich nicht reden. Mit anderen Worten, der Spaß ist sch***teuer, aber es hat sich gelohnt! U. und ich sind erst so eine komische Zahnradüberkopfachterbahn gefahren, die 100Mal schlimmer war, als sie aussah! Ich war die einzige Frau in der Runde, habe aber für 4 gekreischt. Das war ein Spaß! Hier mal ein Filmchen von dem Ding:

Da der Zeitplan auch hier sehr straff war sind wir sofort danach zum freien Fall. Als ich dann in dem Gerät drin saß, wollte ich mich zum Spaß mal über die Höhe informieren, aus der man dann später fällt. Als der Karussellmann dann was von 80 Metern sagte, ist mir schlagartig schlecht geworden. In dem Augenblick ist das Gefährt aber auch schon nach oben gefahren und es gab kein Zurück mehr. 80 Meter sind verdammt viel kann ich euch sagen, aber die Aussicht war einwandfrei. Man hat von da oben ganz Stockholm gesehen und allein deshalb muss man mal mitfahren. Der Fall war dann krass und frei. Und ich habe diesmal für 20 Leute geschrien. Unten angekommen ging es mir dann aber richtig gut und bei dem Freund von meiner Mama hatten sich währenddessen sämtliche Nerven eingeklemmt. Aufgrund der körperlichen Schäden, die bereits am ersten Tag entstanden sind, hatten wir uns für den 2. Tag etwas entspannteres ausgedacht.

Aufgrund von körperlicher Überanstrengung, brauchten wir schon am 2. Tag etwas Entspannteres!

Wir sind mit dem Boot nach Sandhamn gefahren. Das ist eine der äußersten Inseln der Schärengärten im Stockholmer Raum und angeblich auch eine der schönsten. An dem Tag, an dem wir dort hin gefahren sind, war es da leider nicht ganz so schön, weil das Wetter nicht so wollte wie wir. Dennoch war der Ausflug sehr schön!

Schlechtes Wetter auf Sandhamn

Nach 2 sehr sehr schönen Tagen sind meine Guten dann wieder gen Heimat geflogen. Eigentlich wollte ich dann erstmal ein Tief haben und ganz doll traurig sein, da aber um 16 Uhr schon wieder Deutschland gegen Ghana spielen sollte, konnte ich gar nicht so lange schmollen. Wir haben uns auch das Spiel wieder mit 100 anderen Leuten und ganz viel Freibier im Goethe Institut angeschaut. War gut! Aber besser war natürlich das Spiel gegen Argentinien! Ich hatte meiner Mama den Auftrag gegeben, mir aus Deutschland doch bitte ne dezente Fanausrüstung mitzubringen. Das Wort dezent muss ihr wohl entgangen sein, denn sie hat mir so einen übelsten Hut mitgebracht, für den ich schon mehrwach ausgelacht wurde. Aber da Mami es ja nur gut meinte, wollte ich diesen Hut selbstverständlich auch würdigen, aber nur, wenn Deutschland gegen Argentinien gewinnt (damit hatte ich ehrlich gesagt nicht gerechnet). Naja, und es kam, wie es kommen musste und schon stand ich da, in der Innenstadt von Stockholm, mit dem Hut uffm Kopp!

Me and C. in S. nach dem Spiel gegen Argentinien

Tatsächlich bin ich mit dem Hut “kaum” aufgefallen und ich könnte mir glatt vorstellen ihn nochmal aufzusetzen, wenn auch Spanien vom Platz gefegt wird. Aber bis dahin darf der Hut erstmal ruhen. Ruhe, dass ist mein nächstes Stichwort. Wie in Deutschland ist nun auch hier eine übelste Hitze angekommen und neben dem Wort baden habe ich eigentlich nur das Wort… BADEN im Kopf. Und da Stockholm am Wasser liegt und oder komplett von Wasser umgeben ist, sollte das ja nicht so schwer sein. Es gibt auch tatsächlich richtig viele Badestellen, z.B. auf Långholmen, bei Hornstull, bei der Universität, in Kristineberg … Alle diese “Strände” oder besser gesagt Badestellen sind wunderschön, nur leider haben sie alle das gleiche Problem: sie sind komplett überfüllt, aber so was von! Da liegt man nicht mehr nebeneinander, sonder übereinander und wenn man zum Wasser will muss man das eine oder andere Handtuch überqueren. Nichtsdestotrotz gehe ich hier gerne baden!

Strömmen, Red Bull Flugtag

Auf dem Bild seht ihr sehr sehr viele Menschen und so in etwa sieht es immer an den Badestellen aus! Dieses Bild jedoch habe ich nicht am Strand geschossen, sondern mitten in der Stadt, beim Red Bull Flugtag. Der fand hier nämlich am Sonntag statt und das war auch mal ne interessante Sache für mich! Viele kennen das Event vielleicht, weil es unter anderem auch in Deutschland stattfindet, ich dagegen kannte es noch nicht! Da treten ca. 30 Teams mit selbstgebastelten Pappgefährten gegeneinander an und wetten, wer am weitesten fliegt. Ich finde, dass das eigentlich ne coole Sache ist und plane auch schon meine eigene Teilnahme. Leider habe ich noch keine Mitstreiter gefunden und möchte hiermit einen Aufruf starten! Für alle, die sich nicht darunter vorstellen können, hier mal ein paar Beispiele:

Red Bull Flugtag

Red Bull Flugtag Video 2

Red Bull Flugtag Video 3

So liebe Freunde der Geselligkeit! Ich könnte noch Stunden mit euch über die Vergangenheit reden, aber man soll ja auch mal an die Zukunft denken. Mein nächster Besuch kommt dann auch schon morgen und der kann sich warm anziehen! Umso länger ich hier bin, umso besser kenne ich mich aus und umso mehr muss man mit mir erleben! Ich weiß nicht, wie oft ich das schon gesagt habe, aber ICH LIEBE STOCKHOLM! Auf dass auch die nächsten Tage wieder so schön werden, wie die letzten!

Please, let it never end! Prost