Johnossi geben Autogramme - Susi ist mittendrin

Johnossi geben Autogramme - Susi ist mittendrin

Wo ist denn eigentlich der Liebe Gott, wenn man ihn mal braucht? Ich meine, auch wenn ich dazu erzogen wurde, nicht an ihn zu glauben, kann er mir doch trotzdem mal helfen! Ich verlange auch wirklich nicht viel von ihm, alles was ich will ist ein Zeichen!

Meine Einleitung hört sich ja heute sehr melodramatisch an,aber wenn ich genauer über meine aktuellen Probleme nachdenke, passt das doch ganz gut! Nein Mama, keine Angst, ich bin nicht Schwanger und die Hütte hier habe ich auch noch nicht abgebrannt (obwohl mir neulich doch die Blumenkohlsuppe übergekocht ist, aber damals konnte ich noch rechtzeitig löschen!). Meine Sorge entspringt aus einer ganz anderen Natur! Passt auf!

Es gibt da bei mir auf Arbeit so einen Typen, den ich jetzt mal etwas übertrieben als meinen persönlichen Stalker bezeichnen würde. Wahrscheinlich bewerte ich die Sache mal wieder total über und er ist einfach NUR nett und zufällig immer da, wo auch ich bin, aber trotzdem! Angefangen hat alles, weil ich so ein Mitleid mit dem hatte. Der besagte Stalker heißt Frank und kommt ursprünglich aus Groß Britannien.
Als ich noch ganz neu hier war, habe ich ja versucht, mich mit allen Kollegen mal zu unterhalten. So bin ich dann auch auf ihn gestoßen. Wenn Frank Schwedisch redet, dann stottert er ganz schlimm und deshalb dachte ich am Anfang, etwas stimmt nicht mit ihm, er ist super nervös oder keine Ahnung was (tut mir Leid, dass ich immer gleich so oberflächlich meine Urteile fälle!). Naja, jedenfalls dachte ich, dass er nicht so viele Freunde, trotzdem aber ein gewisses Mitteilungsbedürfnis hat und deshalb habe ich so getan, als ob ich mich TOTAL für seine Geschichten interessiere.
Dieses Gespräch (in dem ich ihm meine höchste Aufmerksamkeit schenkte) ging ungefähr 5 Minuten :-) Das würde ich jetzt mal als eher nicht so lange bezeichnen, für Frank haben diese 5 Minuten aber anscheinend gereicht, um in mir einen neuen Freund zu finden. Seit dem taucht er auf Arbeit ständig überall auf, wo auch ich bin.

Ich wollte doch nur nett sein!

Die ersten drei Male, hat mein Mitleid auch noch mitgespielt und sich freundlichst mit ihm unterhalten, aber als er mich dann bat, ihm meine E-Mail-Adresse zu geben, wurde mir die Sache doch zu heikel! Als Vorwand kam er mit der Frage an, ob ich mich nicht in Berlin gut auskenne und ihm vielleicht mal ein paar Links zur Stadt schicken könnte. Ja, dachte ich, irgendwann mal! Schlau, wie dieser Fuchs doch war, wollte er mich per Mail daran erinnern, ihm die Links zu schicken. Und weil ich ja nicht die Zicke vom Dienst sein wollte, gab ich ihm ohne großen Widerstand meine E-Mail-Adresse und überreichte ihm somit nicht nur die Möglichkeit, mich ständig zu kontaktieren, sondern auch noch meinen Vor- und Nachnamen. Keine 10 Minuten später hatte ich auch schon ne Mail von ihm im Briefkasten und ca. 15 Minuten später ne Freundesanfrage auf Facebook von ihm (ich habe sie bis heute ignoriert).
Wenn ich nicht wüsste, dass er sonst wirklich mit kaum jemandem auf Arbeit spricht, würde ich meine Situation gar nicht so eng sehen … Neulich habe ich ihm am Kaffeeautomaten getroffen und da habe ich ihm dann notgedrungen von meinem vergangenen Wochenende erzählt und erwähnt, dass ich etwas tourimäßig unterwegs war.
Nebenbei hatte ich erwähnt, dass ich versuche, Stockholm ganz alleine zu erkunden, ohne die Hilfe von Touristenführern. Mein Englisch ist anscheinend auch nicht mehr das was es mal war, denn keine 7 Sekunden später überreichte er mir einen Stockholm-Guide, den er selbst geschrieben hatte (natürlich geschenkt!). Mist dachte ich, jetzt stehe ich in seiner Schuld! Aber die Sache kam noch besser! Am Freitag hörte ich, wie er meinen Namen gegenüber eines Kollegen aus meiner Abteilung erwähnte. Da schoss mir doch ganz schnell das Wort “F**K” durch den Kopf, denn schließlich wollte ich nicht, dass die anderen von meiner “innigen” Freundschaft mit dem merkwürdigen Frank erfahren.

Ich wollte, dass unsere Freundschaft geheim bleibt!

Außerdem hatte ich Angst, weil ich nicht wusste, mit was er als nächstes ankommen würde (man weiß ja nie, vielleicht hat er neben dem Stockholm-Guide auch schon Hüte designt, dann hätte ich nicht gewusst, wohin damit). Als ich grade in einem wichtigen/witzigen Gespräch mit meinem Chef verwickelt war, kam Frank plötzlich um die Ecke geschossen und fragte nach mir… Argh, wat will der denn jetz schon wieder?
“Susan, can I talk to you?”
, schallte es aus seinem Mund.

Mein Chef schaute mich nur verwundert an und antwortete mal fix für mich. Na Danke auch! Also bin ich Frank hinterher gewatschelt, mit einer übelsten Fresse (verzeiht den Ausdruck). An dieser Stelle kommen wir zu dem ersten Problem, das mich zur Zeit belastet. Das was mich Frank da gefragt hatte, konnte ich zu erst nämlich nicht ernst nehmen und irgendwie kann ich das auch jetzt noch nicht! Und zwar wollte er erstmal von mir wissen, ob ich mich denn mit “Filmemachen” und Schnitt und sowas auskenne. Hhm, ich sitze in der Filmredaktion, da wäre es echt blöd, wenn man sich nicht mit Film auskennt (so in etwa lautete meine harsche Antwort).
Dann wollte er wissen, ob ich nicht Lust hätte, dass Musikvideo für eine Indieband zu produzieren?!? WHAT THE F**K? (An dieser Stelle müsst ihr wissen, dass Frank nur ein freier Mitarbeiter ist und nebenbei noch sein eigenes Rekord Label hat).
Im ersten Augenblick dachte ich der Typ will mich verarschen, im zweiten dachte ich er will mich vergewaltigen (ich übertreibe ein wenig) und dann wusste ich nicht mehr weiter.
Ein Musikvideo produzieren…jeder der mich gut kennt weiß, dass ich sowas schon immer mal machen wollte.
Aber ausgerechnet mit ihm? Jetzt weiß ich nicht mehr weiter!

Ich liebe Musikvideos und würde zu gerne mal eines selber produzieren aber…

Entweder ist an der Sache wirklich was dran oder der Typ verarscht mich nur (warum auch immer). Wenn an der Sache wirklich was dran sein sollte (und ehrlich gesagt glaube ich das), dann weiß ich nicht, ob ich wirklich die richtige dafür bin. Ich meine, ik habe sowat doch noch nie jemacht!
Wo fängt man denn da an? Ich weiß echt nicht, was ich machen soll und hoffe nun, dass mir eine übernatürliche Kraft bei meiner Entscheidung hilft!

Und das Verrückteste an der ganzen Geschichte ist, dass es die Band, von der Frank die Anfrage bekommen hat, auch noch tatsächlich gibt und dass mir auch noch ihre Musik gefällt! Alles was ich über die Band weiß, habe ich von ihrer Myspace-Seite (http://www.myspace.com/themarethemare). Es handelt sich um eine Band aus Stockholm, die sich The Mare nennt und ihre Musik geht in die Richtung Indie/Pop Punk.
Ich finde die hören sich so nach einer Mischung aus den Beach Boys und The Cure (wenn der Mann singt) an oder so. Wie dem auch sei, ihre Musik gefällt mir, aber trotzdem weiß ich nicht, ob ich das Angebot jetzt annehmen soll oder nicht. Ich will ja schließlich nicht größenwahnsinnig sein und den Mädels & Jungs ihr nächstes Video vermasseln, will ich auch nicht!

Morgen treffe ich mich übrigens mit dem Sänger der Band um schon mal etwas über den ganzen Spaß zu reden. AHHHH! Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass ich Frank schon ne Zusage gegeben hatte! Ja, soviel dazu… Vergangene Woche haben Johnossi ihr neues Album The Mavericks veröffentlicht. Um ihre Scheibe gut zu promoten und fix unter die Leute zu bringen, sind sie durch Schweden gereist und haben in den bekanntesten Plattenläden ein Paar kleine Release-Konzerte plus Autogrammstunde gegeben. Natürlich auch in Stockholm und da konnte ich natürlich nicht fehlen!

Johnossi live im Bengans

Johnossi live im Bengans Stockholm

Ich habe natürlich versucht ein paar gute Bilder zu machen, aber dummerweise stand ich viel zu weit hinten um mit meiner Kamera wirlich erfolg zu haben (ich glaube alle anderen die vor mir standen, waren irgendwelche Gymnasiasten, die es sich leisten konnten, die Schule zu schwänzen, um rechtzeitig da zu sein). Aber vielleicht erkennt man den blonden John Engelbert ja trotzdem :-)

John von Johnossi

Das kleine Konzert (sie haben 3 Lieder gespielt) war sehr schön! Die Jungs sind live gut, würde ich sagen :-) Zu dem Album an sich, sind die Meinungen geteilt. Einigen gefällt es sehr gut, andere meinen es ist zu düster. Ich mag es jedenfalls und wenn ich mal Geld habe, werde ich mir die CD bestimmt kaufen :-) Das erste Single What´s The Point war übrigens in Schweden schon unter den Pop 10 der Single-Charts. Mein persönliches Lieblingslied von The Mavericks ist allerdings das hier:

Oder auch so hier:

Ja, und sonst so? Ich habe diese Woche erfahren, dass ich wahrscheinlich fast den ganzen Juni Urlaub haben werde. Was mache ich denn da? Nach Hause fahren und entspannen? Hier bleiben und rumdümpeln? Oder ganz was anderes? Ich weiß es nicht und auch hier würde ich mich über ein göttliches Zeichen freuen, dass mir die richtige Antwort ins Gehirn schleust…

Am Samstag war ich zusammen mit Claudi auf einer Vorglühparty, nur mit Schweden. Hört sich super an und war es im Endeffekt auch, aber als wir dort angekommen waren, wusste ich vor lauter Schreck nicht, wie ich gucken und stehen sollte. Der Altersdurchschnitt lag so ca. bei 40 und das heißt, dass sogar meine Mama da noch zu jung gewesen wäre :-)

Der Altersdurchschnitt lag bei 40!

Um meinen ersten Schreck zu vertuschen, habe ich mich ertsmal gleich mit allen unterhalten (über Immobilien und Hotels und ach was weiß ich). Hab dann auch erstmal ordentlich ins Weingläschen geschaut. Später dann auch noch in den Bierkrug und ins Vodkafläschen – Resultat: leicht betrunken :-)
Ja, aber wenn die “alten” Schweden was können, dann ist es feiern und deshalb war es trotz Altersunterschied doch ganz lustig. Im Anschluss sind Claudi und ich dann mit den jüngeren Gästen (einer davon war ein Freund von Claudi) ins KGB gegangen. Das ist (wie der Name wahrscheinlich schon sagt) eine Russendisko in der Balkanmusik und so ein Zeug gespielt wird. Das war an für sich ganz lustig, wenn wir nicht auf Grund eines dämlichen Spieles (“Wenn ich du wäre…”) rausgeflogen wären.

Die Tanzfläche des KGBs

Die Tanzfläche des KGBs

Am Sonntag war hier ein affengeiles Wetter und um nicht immer die selbe Wanderung durch Stockholm zu veranstalten (auf der Drottninggatan bis Södermalm laufen), sind Claudi und ich mit dem Boot nach Djurgården gefahren. Das kann ich euch sehr empfehlen, denn die Fahrt kostet nur so viel wie eine Fahrt mit der U-Bahn und wenn man ein Zeitticket hat, ist die Fahrt umsonst. Dann sind wir von dort aus nach Östermalm gelaufen und haben uns die ganze Zeit mal wieder darüber gefreut, wie schön Stockholm doch ist!

Blick auf Stockholm vom Boot aus

Blick auf Stockholm vom Boot aus

Djurgarden-Fähre

So Freunde, das war es für heute und wenn ihr mir einen gefallen tun wollt, dann gebt mir ein Zeichen!

MFG Susi