Boosthafen zu Stockholm

Boosthafen zu Stockholm

Det snurrar i min skalle“, singt der Sänger der Band Familjen (Johan T. Karlsson) in dem gleichnamigen Lied und genau dieser Satz geht mir seit einer Woche nicht mehr aus dem Kopf! Denn auch in meinem Schädel dreht sich alles! Warum? Ihr werdet es erfahren ;-)

So! Bevor die Ersten von euch gleich glauben, dass ich angefangen habe, komische Substanzen zu mir zu nehmen, kann ich euch beruhigen! Dem ist nicht so! Dennoch ist hier in letzter Zeit so viel passiert, dass ich manchmal echte Probleme bei der Ereignisverarbeitung habe und mir, wie schon erwähnt, nachts einfach nur der Schädel brummt. Ich denke dann über vieles nach, tolle Dinge und nicht so tolle Dinge…

Fangen wir mal bei etwas ganz Tollem an! Unter meinen Freunden bin ich dafür bekannt, dass ich ständig Hummeln im Hintern habe, also nicht lange still sitzen und dumm Löcher in die Luft gucken kann. Bei meinem Praktikum war es in letzter Zeit aber leider öfter so, dass ich genau das machen musste! Deshalb habe ich schon seit ein paar Wochen mit dem Gedanken gespielt, mir hier noch einen Nebenjob zu suchen. Ich würde dann nicht nur endlich mal nen bissle Kohle verdienen, sondern hätte auch gleichzeitig nochmal die Gelegenheit, das Land etwas von Innen aufzumischen. Naja und neue Leute lernt man dabei ja auch noch kennen! Ich weiß, eigentlich bin ich ja wegen dem Praktikum hier, aber wer sagt denn, dass ich nicht beides schaffe? Ja wa? Also habe ich mich einfach mal aus Spaß an der Freude bei H&M beworben.

Ich habe mich aus Spaß an der Freude einfach mal bei H&M beworben.

Da meine Erwartungen nicht sonderlich hoch waren und ich mir eigentlich keine realen Chancen ausgemalt hatte, war ich doch schon recht überrascht, als ich vor ca. 2 Wochen zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde. Joar, und weil ich ja nichts zu verlieren hatte, habe ich mich dann auch dazu entschieden, an dem Gespräch teilzunehmen (man bekommt ja nicht jeden Tag die Gelegenheit beim Zentrum von Hennes und Mauritz – dem schwedischen Unternehmen überhaupt – vorbeizuschauen ). Folglich saß ich dann am vergangen Dienstag mit zwei reizenden schwedischen H&M-Damen im H&M-Hauptbüro an einem Tisch und dort haben wir dann über Hunz und Kunz geplaudert. Naja, ganz so easy war es nicht, aber es lief gut. Genauer gesagt lief es sehr gut und nun habe ich den Job!!! Das ist irgendwie verrückt. Ich hätte echt nie gedacht, dass die mich nehmen. Obwohl! Meinem Charme, den ich mit meinem superkrassen schwedisch-deutschen Akzent versprühe, kann man wahrscheinlich nicht wiederstehen ;-) Oder sie hatten einfach nur Mitleid? Wie dem auch sei, nächste Woche geht es los.

Ich habe sie mit meinem Schwedisch umgehauen!

Vorher muss ich noch ein paar Schulungen mitmachen, aber da ich ja schon bei H&M gearbeitet habe, wird das für mich nicht so dramatisch werden. Viel dramatischer wird es dann, wenn ich dann echt da im Laden stehe. Also mein Schwedisch ist ja manchmal ganz nett, aber was mache ich, wenn sich ne alte Oma über nen kaputten Schlüppa beschwert? Das erfordert doch schon mehr als gute Sprachfähigkeiten und ich weiß nicht, ob ich die habe! Hhm, wird schon schief gehen :-)

Gut, hätten wir das schonmal geklärt! Was hat mich denn sonst noch so beschäftigt? Ach ja! Ich war mal wieder auf einem Konzert, und zwar von der Band, die ich schon in meiner Einleitung erwähnt hatte: Familjen. Familjen ist eigentlich keine richtige Band, sondern vielmehr ein Sänger mit dem bürgerlichen Namen Johan T. Karlsson. Band hin oder her, Familjen existiert seit 2006 und ist in Schweden (und auch anderswo in Europa) mit diesem Lied hier bekannt geworden.

Dieses Jahr haben sie/er ein neues Album rausgebracht, das sich “Mänskligheten” nennt. Neben dem “indie-elektronischen” Sound, der die Musik von Familjen ausmacht, mag ich besonders die Sprache, in der gesungen wird. Es handelt sich dabei natürlich um Schwedisch, aber das ist kein Schulschwedisch. Der gute Johan kommt nämlich aus Hässleholm (Südschweden) und hat deshalb den, meiner Meinung nach, lustigsten schwedischen Dialekt – „ Skånska“. Das klingt wie eine Mischung aus Schwedisch und Dänisch. Mein Lieblingslied von dem neuen Album ist übrigens das hier (auch wenn ihr kein Schwedisch mögt, guckt euch das Video an, das ist witzig!):

So, kurz nochmal zurück zu dem Abend, an dem ich Familjen live gesehen habe. Das war krass! Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Der Typ ist so auf der Bühne so abgegangen, da musste man einfach Fan werden :-) Klar, es gibt sicher bessere Livebands, aber obwohl der Typ da den Alleinunterhalter gespielt hat, sind alle ust ausgerastet! Ich habe auch mal wieder versucht einen Eindruck für euch einzufangen. Wenn ich nicht so ein kurzer Mensch wäre, wäre das Video sicher auch etwas besser geworden. Aber ich bin nun mal nur 1.10m.

Genug geheult, man kann ja nicht alles haben! Dafür kann ich mir im Stehen die Schuhe zu binden :-) Das Konzert war übrigens im Strand und auch an diesem Abend wurde wieder wild Tischtennis gespielt. Aufgelegt haben an diesem Abend Dj´s vom Club Popaganda und wann immer ihr in Stockholm seid, sollten die Jungs & Mädels auflegen, geht hin, denn die Musik ist gut!

Let´s play!

Und wo ich schon mal beim Feiern bin, machen wir dort doch gleich mal weiter! Diesen Freitag hat der “Trädgården under bron” (Garten unter der Brücke) seine Saisoneröffnung gefeiert. Bei diesem “Garten” handelt es sich um einen sehr beliebten Openair-Klub, den es schon lange in der Stadt gibt, jedoch erst seit diesem Jahr dort, wo er jetzt ist. Angeblich wurde die Neueröffnung von vielen Stockholmern mit großer Vorfreude erwartet, aber ich als “Noch-Nicht-So-Ganz-Stockholmer” habe von der Aufregung erst am Tag der Eröffnung erfahren (als ich die mega-lange Schlange vor dem Klub sah). Im Nachhinein verstehe ich, warum man sich so auf den Trädgården gefreut hat. Das war mal ganz was Anderes! Und nett! Und draußen!

Trädgården, Hammarby Slussväg 2

Dieser Freitagabend hatte viele Höhepunkte. Der Erste war natürlich die Megaschlange. Ich glaube, dass man da mindestens eine Stunde anstehen musste. Gut, dass wir an dem Abend nen halbes Gläschen Wein mehr getrunken hatten. Somit hatten wir also kein Problem damit, uns auf die deutsche Art und Weise vorzudrängeln :-) Trotzdem waren wir nicht vor 23 Uhr am Einlass angekommen. Da der Eintritt in den Trädgården bei 100 Kronen lag, mussten wir schon 2 Mal überlegen, ob sich diese Investition überhaupt noch lohnt. Noch besser, dass wir bis dahin noch nen Bierchen getrunken hatten. Somit hatten wir wirklich kaum ein schlechtes Gewissen, als wir uns auch noch an der Kasse vorbei geschummelt hatten (wehe, ihr denkt jetzt Schlechtes von mir! Aber wenn dir nicht aufpassen! Was soll man denn da machen?) :-) Man muss sich ja auch erstmal ein Bild von der Lage verschaffen! Beim nächsten Mal bezahle ich dann umso mehr!

Den Trädgården muss man einfach weiterempfehlen!

Ach ja, einen Höhepunkt habe ich doch glatt vergessen! Als wir in der Schlange standen, kamen zwei Typen auf den übelsten Motorrädern mit Beiwagen (oder wie man sowas nennt) daher gefahren. Das waren Taxis! Also an für sich, gebe ich nur ungern Geld fürs Taxi aus, aber um mal bei denen mitzufahren, würde ich meine Meinung auch mal ändern! Das Taxiunternehmen “Take A Taxi”  (http://www.takearide.se/), ist angeblich das einzige  aktive “Vintage-Motorcycle” Taxiunternehmen in ganz Europa. Na wenn das so ist! Take a ride!

Take A Taxi

Als wir dann im Trädgården waren, mussten wir uns auch schon an der nächsten Schlange anstellen: der Kloschlange. Dort haben wir dann über die vulgäre Deutsche Sprache debattiert und auf Grund dessen auch noch zwei witzige Typen kennengelernt. Alles in Allem war der Abend sehr gelungen, auch wenn ich nicht mit dem Taxi, sondern mit der U-Bahn nach Hause fahren musste!

Samstag war mit Abstand der schönste Tag der ganzen Woche! Hier war so ein Bombenwetter und ich bin ständig innerlich kollabiert, weil ich es so wunderschön in Stockholm fand und meine Hormone zu diesem Anlass ne Sonderparty gefeiert haben! Wir haben den ganzen Nachmittag am Wasser verbracht und uns einfach nur gefreut! Ich habe mich ja hin und wieder mal gefragt, ob es sich denn wirklich gelohnt hat nach Stockholm zu gehen. Ich meine, ich hätte mein Praktikum auch unter Palmen auf Malle oder in der Karibik machen können, aber ich bin hier her gekommen. Und das war vollkommen richtig! Ich glaube wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat, ist es schwer zu glauben, aber Stockholm kann auch nen richtiges Urlaubsparadies sein, zumindest empfinde ich das so!

Joar und sonst so? Anfangs hatte ich ja von meinem brummenden Schädel gesprochen und von den guten und schlechten Dingen, mit denen ich mich in der letzten Zeit beschäftigen musste. Also zu den guten Dingen gehören wie gesagt mein neuer Job, die Entdeckung des neuen Klubs, das spannende Konzert und die erneute Einsicht, dass Stockholm einfach nur geil ist (zumindest im Sommer)! Zu den schlechten Dingen gehört dann wohl die Tatsache, dass beim Praktikum in letzter Zeit nicht so viel los war und, dass ich einen meiner Lieblingssocken verbummelt habe. Außerdem war ich noch auf einer Kostümparty und musste feststellen, wie unverschämt früh sich die Schweden sich von privat Parties verdrücken (das war echt erbärmlich)! Aber naja, eigentlich gibts da noch ne Sache, die mich in der letzten Woche um den Schlaf gebracht hat. Ich will da jetzt nicht so genau drauf eingehen, aber ich bin in eines der dicksten Fettnäpfchen getreten, dass sich je gebildet hat. In meinem letzten Blog habe ich meine Meinung gegenüber einer gewissen Person recht klar und arg ausgedrückt (auf meine plumpe Art halt).

Ich bin in eines der dicksten Fettnäpfchen getreten, das sich je gebildet hat!

Naja und der/die Besagte ist (aus welchem Grund auch immer), auf die grandiose Idee gekommen, meinen Blog mit Hilfe des Google-Translators in die Sprache zu übersetzen, die er/sie besser versteht als Deutsch. Und damit hatte ich dann den Salat! Wenn ihr nicht wisst, von wat ik hier rede, vergesst es einfach wieder, alle anderen können mir nochmal nachträglich Happy Birthday wünschen, denn damit sitze ich jetz in einer richtig scheißunangenehmen Situation. Es tut mir echt Leid, dass er/sie gelesen hat, was ich über ihn/sie denke und eigentlich habe ich es auch nicht wirklich so gemeint. Ich drücke mich halt gerne mal etwas übertrieben aus! In Zukunft werde ich wohl etwas intensiver darüber nachdenken, was ich wann wo schreibe. Man lernt auch nie aus!

Heute vor 11 Wochen habe ich meine Füße auf schwedischen Boden gestellt. Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass auch mein Kopp so langsam hier angekommen ist. Was ich damit sagen will ist, dass ich hier mir so langsam mein Leben aufgebaut habe (zumindest ein vorübergehendes). Bin ja mal gespannt, was die nächsten 11 Wochen hier noch so bringen! Aber diese Woche mache ich erstmal nen Abstecher in die Heimat. Muss ja auch da mal die Lage checken… Nicht, dass ich da in Vergessenheit gerate! Vielleicht schreibe ich über diesen “Urlaub” ja sogar nen Blog? Wäre ne Überlegung wert, denn Frankfurt/Oder bzw. Brandenburg ist ja auch nicht Ohne :-)

Natürlich freue ich mich sehr auf zu Hause, aber ich freue mich noch mehr darauf, wieder nach Stockholm zurück zu kehren! Also drückt mir die Daumen und hofft, dass mich keine blöde Aschewolke verfolgt! Boar, da fällt mir doch glatt noch was ein, was ich unbedingt berichten muss! Claudi und ich wollten am Mittwoch zum Johnossi Konzert, hatten aber dummerweise keine Karten. Trotzdem dachten wir uns, man kann ja pünktlich zur Halle gehen, denn manchmal werden ja auch noch kurz vor dem Konzert Tickets verkauft. Gut, wenn man den Gedanken hat, den wir hatten, sollte man nen Plan haben und auch irgendwie bedürftig aussehen. Wir hatten offensichtlich keinen Plan und sahen auch nicht bedürftig aus, denn obwohl wir uns sauber neben der Schlange platziert hatten, wollten die, die spontan ihre Karten verkauft haben, uns nicht ansprechen.

Irgendwie wollte uns keiner sein Ticket verkaufen!

Stattdessen sind alle zu so nem Türken gerannt, der da mit so nem dämlich Pappschild durch die Gegend gepeitscht ist und die ganze Zeit “Öronproppar” (Ohrenproppen) geschrieen hat. Das war so ein Schwarzmarkt-Mafiosi und ich hätte dem nie mein Ticket verkauft. Der Typ hat den Leuten doch tatsächlich 200 Kronen für ein Ticket gegeben, sich dann einmal umgedreht und das Selbe dann für 500 wieder verkauft! Wie dreist ist das denn? Ich wollte vor Wut echt anfangen zu weinen! Hab´s dann aber gelassen und bin bockig nach Hause gefahren!

Bis heute habe ich mich auch wieder ausgebockt und das gesparte Geld in Haarschmuck investiert – ist auch besser so :-)