Melt! 2010 - Blood Hurts

Melt! 2010 - Blood Hurts

Der Samstag ist eröffnet. Und da sind sie wieder, die Gegensätze, die Kontraste, die das Melt! immer und immer wieder spannend machen.

Ich muss ja jetzt nicht noch einmal den Schuh aufmachen von wegen Gitarre vs. Elektro und so weiter. Wann hat diese Unterscheidung auch je wirklich funktioniert? Aber einige Schritte zwischen Mainstage und Gemini können einem doch unverhoffte Wechselbäder bescheren, und die sind bekanntlich gut für den Kreislauf – vor allem im Sommer.

Mit Blood Red Shoes war es Liebe auf den ersten Blick, vor zwei Jahren, als sie ihr Melt!-Debut gaben. Heute wie damals spielen sie auf der Mainstage. Laura-Mary und Steven rücken enger, damit sie sich nicht verlieren auf der großen Bühne. Und nach nur wenigen Sekunden bin ich auch ganz dicht dran. Wer könnte auch schon dem sympathischen Understatement widerstehen, wenn Laura-Mary mit einem “You may know this song” den meiner Meinung nach besten Song ihres ersten Albums ‘I Wish I Was Someone Better’ ankündigt. Diese Band ist einfach nur sympathisch und man kann ihr den Hang zur Zerstörung einfach nicht abnehmen, den sie für das kommende Video zu ‘Heartsink‘ ausgelebt zu haben scheinen.

Blood Red Shoes im Interview im Pop10 Festival Studio:
http://www.youtube.com/watch?v=54eRG6M_OPU

Diesen Hang kanalisieren sie lieber musikalisch und geben live alles. Bis beim letzten Song nach minutenlangen Loopgeschachtel Steven am Ende auf der Box steht und wie Oskar auf seine Trommel einschlägt. Also doch ein bisschen zornig? Aber mit viel Spaß.

Melt! 2010, Samstag, 17. Juli | Blood Red Shoes live

Melt! 2010, Samstag, 17. Juli | Blood Red Shoes live

Einige wenige Schritte später stehe ich vor den Hurts auf der Geministage. Das britische Duo, das ja immer noch ein wenig als Geheimtipp gilt, übt die großen Gesten. Sänger Theo Hutchcraft betritt die Bühne im Anzug und begrüßt das Publikum ruhig in fast akzentfreiem Deutsch. Dann beginnt das um ein paar Livemusiker verstärkte Duo seine musikalische Hommage an die achtziger Jahre des Synthiepop. Und Max Raabe. Nein, den Gedanken schiebe ich ganz schnell wieder in die hinterste Gehirnecke, denn die Musik von Hurts ist einfach zu gut.

Melt! 2010, Samstag, 17. Juli | Hurts live

Melt! 2010, Samstag, 17. Juli | Hurts live

Melt! 2010, Samstag, 17. Juli | Hurts live

Melt! 2010, Samstag, 17. Juli | Hurts live

Sympathische Gitarrenindiedirektheit oder die große Popattitude? Ich kann mich nicht entscheiden. Und muss es dank Melt! auch nicht!

Hurts im Interview im Pop10 Festival Studio: