Die kleine Bühne des Objekt 5 in Halle war am Samstag Schauplatz eines energiegeladenen Aufrtitts der schwedischen Indierocker Stompin’ Souls. Zuvor durfte aber die unangekündigte Supportband The Issue ran und überzeugte mit gepflegter Rockmusik.

Dabei hätten die Neu-Berliner (vorher Heidelberg) fast vergessen sich vorzustellen. Zwar begrüßte das Trio die Zuschauer wortwitzig mit “seid ihr (h)alle gut drauf?”, doch ihren Bandnamen hatten sie nicht verraten. Auf Nachfrage beim Merch-Stand bekam man ihn dann schließlich heraus. Dieses Malheur tat dem guten, kleinen Gig, von “The Issue” keinen Abbruch.
Die gestrigelten Boys sahen zwar so aus, als studierten sie im Hauptfach Jura, um später Papis Anwaltskanzlei zu übernehmen, doch schon bei den ersten Riffs und Vocals war klar, dass es sich um keine gutbürgerliche Weichspülpopband handelt: denn hier rockte es gewaltig in alter Arctic Monkeys-Manier. Ebenso konnten musikalische Parallelen zur Dinslakener Vorzeigeband “Kilians” gezogen werden. Mit eingängigen Texten und schrammelnder Gitarre erspielte sich die Supportband den Respekt des gut gefüllten, aber nicht ganz vollen Konzertraums.

Ein Album hat die vor zwei Jahren gegründete Band noch nicht, aber Bassist Sebastian verriet in einem kurzen Gespräch, dass eine EP in den Startlöchern steht, die erst zwei Tage vor dem Konzert frisch gepresst wurde. Es lohnt sich deshalb öfter auf das MySpace-Profil der Newcomerband zu schauen.

Das eigentliche Highlight des Abends – die Stompin’ Souls – sollte wenig später folgen. Die Indierockband um Frontsänger Thomas Carlsson stieg gleich mit einem richtigen Brett in das Konzert ein. Mit Hilfe von “Into the fire line” brach schon früh das Eis zwischen Band und Zuschauer, sodass der Abend zwischen melodischen Rockstücken und Pophymnen viel zu schnell verflog.

Den sechs Bandmitgliedern, die derzeit auf großer Deutschlandtour sind und zuvor schon in neun anderen Städten im Lande unterwegs waren, merkte man die Tourbelastung kaum an. Auf der engen Bühne rockten die Schweden mit dem Ziel ihr Publikum glücklich zu machen. Dies klappte auch gut, weil die Band sichtlich Freude am eigenen Auftritt hatte, was sich auch auf die Konzertgänger übertrug, und vor allem weil sie vollen Körpereinsatz zeigte, wobei es sich Herr Carlsson auch mal auf dem Boden bequem machte.

Die Stompin’ Souls verstanden es hierbei gut, eine gute Mischung zwischen dem 2007er-Album “And It’s Looking A Lot Like Nothing At All” und dem gerade releastem, etwas poppigerem Studioalbum “Silhouettes” zu finden. Dabei durfte der neueste Hit “I Wish I Were You” natürlich nicht fehlen. Kaum zu glauben, dass die Schweden vor nicht all zu langer Zeit noch selbst als Supportband für Friska Viljor auftraten: denn schon im Magdeburger “Projekt 7″ stellten sie im letzten Jahr ihre Live-Qualitäten unter Beweis. Zwar sitzte auch in diesem Jahr nicht jeder Ton, doch den Zuschauern wurde für die 7€ Eintritt (im VVK) eine feine Show geboten. Wenn die Bande aus Schweden so weiter macht, dann wird’s im kommenden Jahr nicht bei diesem Preis bleiben…

Linksammlung:
Myspace-Profil “The Issue”

Myspace-Profil “Stompin’ Souls”
Offizielle Bandseite
last.fm-Seite

Youtube-Video: Waiting For The Van