Sie kommt aus England, wo sie als Indie-Pop-Sensation bezeichnet wird. Mit ihren einzigartigen Texten und ihrem britischen Akzent singt sie über peinliches, schockierendes und wunderbares mitten aus dem Leben. Keinerlei Angst Gefühle zu zeigen oder einfach die  Kontrolle zu verlieren. Bei ihrem Charme kommt sie immer davon, auch wenn der eigene Freund in die Wüste geschickt wird. Die Rede ist von Kate Nash.

Mittlerweile ist es  5 Jahre und 2 Alben her, dass Kate Nash bei Myspace entdeckt wurde und mit ihrem Debütalbum “Made of Bricks” die Musikwelt auf den Kopf stellte. Nach drei Jahren auf  Welttournee folgte das zweite Album, welches wieder die britischen Charts stürmte. Auch Deutschland wurde auf die Neuentdeckung aufmerksam. Zahlreiche Preise wie der BRIT-, zwei NME- und einen Q-Award folgten. Heute zählt sie zu einer der wichtigsten Künstlerinnen, die frechen Indie-Pop kreieren. Anfang 2013 soll nun ihr neues Album veröffentlicht werden. Zu diesem Anlass ist Kate Nash gerade in Deutschland unterwegs. Nachdem die Kritiken ihrer letzten live Konzerte 2010 allesamt negativ waren ist sie nun zurück. Im Gepäck neue Songs, neuer Style, eine ganz neue Kate.

19:00, Hamburg, Molotow. Die ersten Fans stehen bereits Schlange voller Erwartung auf eine Portion Independence. Doch Kate ließ sich noch Zeit und überließ der Band Shuga den Vortritt, bis schließlich drei Frauen (allesamt im gleichen Blümchenkleid) die Bühne betraten. Und Frau Nash wäre nicht Frau Nash, wenn sie sich nicht in einem außerordentlich ausgefallenden Outfit präsentieren würde. Im Leolook Langarmshirt kombiniert mit einem Neonfarbigem Kleid betrat sie schließlich die Bühne. Ihre Haare waren zu Zöpfe geflochten; voller Stolz trug sie eine Krone auf dem Kopf. Sie wirkte aufgeregt und gespannt, wie die neuen Songs ankommen werden.  Zu Recht, denn Kate hat sich mit ihrem neuen Album musikalisch sehr stark weiterentwickelt. Fans von ihrem ruhigen Liedern wie “Nicest Thing” werden nicht auf ihre Kosten kommen und sich fragen was aus dem niedlichen Mädchen geworden ist. Denn die neue Kate on stage ist laut, direkt und schreit. Man könnte meinen, dass der Einfluss für diesen Wandel die Pussy Riots waren, denen Kate ein Lied sowie den Namen der Tour gewidmet hat. Die Show selbst überwiegte mit neuem Material. Tracks wie “Friend?”, “Coventional Girl”, “Grrrl Gang” (eine Coverversion des Liedes Cocaine von Fidlar, einer LA  Garage-Punk-Band) waren das Highlight.  Auch wenn es lauter, schriller und exzessiver war steckte in jedem Lied doch noch die alte Kate . Sicherlich wird die starke Veränderung Nachwirkungen haben doch brauchen Künstler, um musikalisch wachsen zu können, gewisse Weiterentwicklungen, denn wenn jedes Album gleich klingt bietet es nichts Neues mehr. Die Hamburger Besucher schienen in jedem Fall erfreut über die Veränderung. Trotzdem waren der Höhepunkt die altbewerten Lieder wie “Kiss that Grrrl” und “We Get On”, die passend zu dem Programm in der Rockversion ohne Klavier gespielt wurden. Nachdem sie bei den Konzerten 2010 als lustlos, unmotiviert und müde beschrieben wurde, wirkte sie als habe sie sich neu erfunden und ließ sich förmlich mitreißen. Kate genoss  die Interaktion mit dem Publikum und redete zwischen Liedern munter; erzählte nebenbei kleine Anekdoten. Mit dem letzten Stück “Under Estimate The Girl” bewies sie, dass sie vom Popstar zum Rockstar geworden ist. Kate Nash war schließlich doch die Königin des Abends. Vielleicht wird sie einige ihrer alten Fans verlieren, aber eine Menge neuer durch den neuentdeckten Musikstil dazugewinnen.

Wer sich selbst von der neuen Kate Nash ein Bild machen möchte hat am 15. November in München oder am 19. November in Köln die Chance.