Banane, Apfel und Pfirsich-Stage? Ein Festival in der Obst-Abteilung? Ganz genau! Das Juicy Beats Festival lockte wieder zahlreiche Besucher in den Pott um mit Marteria, The Notwist, Fritz Kalkbrenner, Friska Viljor und vielen weiteren fruchtig zu feiern. Unser Pop10 Außenreporter und Netzwelt-Haus-Nerd Matthias war vor Ort und hat sich das ganze mal aus nächster Nähe angeschaut.

Auf nach Dortmund, auf in den Pott!

Es war mal wieder Zeit für das Juicy Beats Festival. Letztes Jahr durfte ich zum ersten Mal über das Gelände des Dortmunder Westfalenparks irren und habe mich ein bisschen in dieses Event verguckt.Wohl auch, weil ich das Juicy Beats maßlos unterschätzt habe. Das Festival ist für mich sowieso ein kleines Highlight. Zum einen, weil ich gute Freunde besuche, die sich frecher Weise entschieden haben im Westen der Republik zu wohnen und zum anderen versprühen 1-Tages-Festivals einen ganz besonderen Charme: Keine Argumente a la “Aber morgen bleibe ich länger wach”, “Oh es ist so schön kuschelig im Zelt” oder “Ich geh nur mal gaaaanz kurz zum Zeltplatz zurück”. Nix ist, ein Tag und mehr gibt es nicht!

Freitag, Magdeburg Hauptbahnhof: Die Luft steht und der Schweiß läuft. Dank Einstieg in den falschen Teil des ICEs darf erstmal trotz Sitzplatzreservierung im Gang Platz genommen werden. Schuld war nicht meine Lesekompetenz, sondern ein kurzfristiger Gleiswechsel. Würde mein Smartphone funktionieren, würde ich böse Sachen über die Deutsche Bahn twittern.

Freitag, Ankunft in Köln: Vor lauter Wut auf die Deutsche Bahn habe ich vergessen ein Foto in Köln zu machen, aber sie hat uns schnell und gut gekühlt nach Köln gebracht. Stellt euch das einfach bildlich vor.

Samstag, 11:00 Uhr Abfahrt Köln: Frühstück gibt’s im Zug.

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Tagesmotto ist auch geklärt:

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Samstag, 13:00 Uhr Ankunft in Dortmund: Die Blase möchte gerne die Toilette des Dortmunder Hauptbahnhofs austesten und der Kopf ist wohl bereit 1,00 € dafür hinzulegen. Meine Blase scheint nicht die einzige mit dieser Idee zu sein:

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Während ich meiner Blase den Wünsch erfülle, grübele ich ob ich jemals einen von diesen 0,50 € Gutscheinen einlösen werde. Oder ob überhaupt schon jemand einen eingelöst hat. Es gibt sicherlich schon blasenschwache Gutschein-Millionäre da draußen.

Ein kurzer Zwischenstopp vor dem Festival wurde noch bei Cakes & Treats eingelegt. Schleichwerbung? Nö! Als investigativer Journalist beantworte ich euch nämlich jetzt die Frage, die ihr euch sicherlich schon jahrelang gestellt habt: Wie sieht eigentlich veganer Käsekuchen aus? Hier ist er:

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Gut gestärkt ging es dann zum Festival. Dortmund wollte sich wohl als sehr variantenreiche Stadt präsentieren und begrüßte uns in der U-Bahn mit Kotze und Seifenblasen.

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Erkenntnis: Seifenblasen-Geruch hilft nicht gegen Kotze-Geruch. Ich wittere da eine Marktlücke. Wir haben trotzdem überlebt und standen wenige Minuten später schon im Dortmunder Westfalenpark.

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Ein großer Vorteil des Juicy Beats Festivals: Der Westfalenpark eignet sich perfekt um Mama eine schöne Postkarte zu schicken, die auch noch ein gewisses Niveau der Tagesgestaltung suggeriert:

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Hallo Mutti, ich schaue mir gerade die schöne Pflanzenwelt im Westfalenpark an. Das Wetter ist schön. Im Hintergrund höre ich klassische Musik. Liebe Grüße aus Dortmund, dein Sohn.

Wenn wir schon beim Thema Niveau sind, möchte ich die Jungs und Mädels der Naturschutzjugend (NAJU) nicht unerwähnt lassen. Ich weiß nicht, was sie sich dabei gedacht haben, aber ihre Plakate haben sie wohl von pubertierenden 14-jährigen SchülerInnen entwerfen lassen.

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Mein nachträglicher Suizid-Versuch scheiterte auf Grund meiner Ungeduld. Vielleicht sollte ich mal zum ADHS-Test gehen.

CIMG2660_1024 Um mein Kopfschütteln ohne Suizid loszuwerden, wollte ich meinen Kopf produktiv mit Musik der Crystal Fighters frei machen. Doof nur, dass meine Freunde es schon in die Pogo-Zone vor der Main-Stage geschafft hatten und ich noch nicht. Nach der Loveparade in Duisburg sind ja – verständlicherweise – die Sicherheits-Auflagen wohl etwas strenger. Dieser Fakt führte dazu, dass die (unter diesen Umständen noch sehr) freundliche Security-Dame den Ausgang der Pogo-Zone mit einem Zählgerät bewachen durfte und gefühlt alle 5 Sekunden jemanden am Eintreten hindern musste. Rein ging es nämlich nur links bei ihrem Kollegen, wenn jemand die Zone wieder verlies. Sie sehen hier die Pogo-Zone, welche ihr Maximum an Personen erreicht hat:

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Nachdem ich meine Freunde in der Pogo-Zone beim Springen beobachtet habe, brauchte ich erstmal Wasser. Chapeau an die Juicy-Beats-OrganisatorInnen: Die kostenlose Trinkwasser-Station war dieses Jahr wohl eine gute Idee.

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Wer lobt, darf auch kritisieren: Dixies gibt es leider keine beim Juicy-Beats. Das gibt leider 5 Punkte Abzug auf der Festival-Feeling-Skala. Wo bleibt denn da der Spaß?

CIMG2650_1024 Der Tag nahm seinen Lauf. When saints go machine versuchten uns kurzzeitig auf einer kleinen Kuschel-Stage die Trommelfelle wegzublasen, was uns dann zur Flucht zum Marteria-Auftritt bewegte. Sein Kumpel Marsimoto war auch am Start und brachte grünen Rauch mit. Klingt nach Standard oder? Macht aber jedes Mal Spaß, vor allem wenn man merkt, dass Marteria ebenfalls Spaß hat auf der Bühne zu stehen und das wohl gefühlt zum 1000ten Mal.

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Allgegenwärtig war auf dem Juicy Beats übrigens MC Fitti, der neben seinem eigenen Auftritt auch bei Marteria auf der Hauptbühne als Feature-Gast auftreten durfte und als Maske weiterhin weitläufig vertreten war. Im folgenden Bild ist übrigens sein Doppelgänger “Fitti für alle” versteckt, der sich vor Autogrammwünschen kaum retten konnte:

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An Montagen laufe ich ab jetzt übrigens nur noch mit Fitti-Maske rum: 

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Je später der Abend, desto voller wurden die Steh-Pissoirs, sodass nur noch Mutige sich dieser Herausforderung stellten.

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Einige Besucher nutzen ab dann alternative Orte der Entleerung. Glücklicherweise hatte die Naturjugend schon zusammengepackt, sonst hätte das auch ganz übel ausgehen können für diese 2 Jungs:

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Auf Grund der schieren Größe des Parks ist eine weiträumige Überwachung aber auch eher schwierig. Alle Früchte auf dieser Karte symbolisieren übrigens eine Bühne:

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Was die Nachtgestaltung angeht, muss man tatsächlich sagen, dass das Juicy Beats ein vielfältiges Angebot von Trash-Pop, Dubstep, Drum’n’Bass, Reggea, Techno bis zu HipHop anbietet.

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Zum Abschluss des Tages dann noch mal kurz mit Chefket quatschen und ihm sagen, dass man das eine Lied, auf dessen Name man gerade nicht kommt, total gut findet. Zum Glück war das kein Interview und zum Glück werde ich mir nie Musikjournalist in den Lebenslauf schreiben. Die eingewirkte Hitze des Tages sollte aber auf diesem Bild erkennbar sein:

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Nach dem Groupie-Gelaber mit Chefket und Foto-Session mit Marteria ging es dann zurück in Richtung Köln. Auch wenn der Rückweg elend lang wird, hat sich der Ausflug definitiv gelohnt. Gute Organisation und feucht-fröhliche BesucherInnen verleiten mich dazu, euch dass Festival definitiv ans Herz zu legen. Bis zum nächsten Jahr!

 

PS: Der Track heißt übrigens “Entscheide Du” – checkt ihn mal aus: