Die Jägermeister Rock Liga machte auch in diesem Jahr wieder Halt in Leipzig. Die Gruppe C der Musikliga steht diesmal ganz im Zeichen des New Rave (der ja eigentlich schon tot ist) und des Electropop. In einer gut gefüllten, aber nicht brechend vollen Halle A im WerkII machten die Grindies von Hadouken! den Anfang und zeigten dem noch eher verhaltenden Publikum, wie eine energiegeladene Liveperformance funktioniert. Frontsänger James Smith hatte diesmal etwas mehr Lust, als bei unserem Interview zum neuen Album “For the Masses”.

Das von allen Seiten so kritisierte Album ging live doch ganz gut ab, sodass die Besucher schnell auf 180 waren und sich durch die 45 Minuten moshten. Denn genau so lange hatte jede Band Zeit, um beim abschließenden Applausometer-Test die höchste Dezibelzahl durch den Jubel der Zuschauer zu ernten. Doch daraus wurde für Hadouken! leider nichts, sie mussten sich mit 108,3 db knapp den Electropoppern von Datarock (108,8 db) geschlagen geben und wurden am Ende Dritter. Vielleicht auch, weil ihre Rave-Bretter “Liquid Lives” und “Crank it up!” zu früh und ihr Überhit “That Boy that Girl” zu verhalten kam. Aber ansonsten ein wirklich guter Auftritt der Band aus Leeds, auch weil sie die Masse durch eine Wall of Death einheizte, in der der pop10-Reporter an vorderster Front kämpfte und zum Glück unverletzt blieb.

Datarock ließ es etwas gemächlicher angehen, ihre Songs waren darum aber nicht weniger eindringlich und tanzbar. Die Männer mit den roten Jogginganzügen erweiterten das Instrumentarium mit einem Saxophon, das bei ihrem bekannten Hit “Fa Fa Fa” besonders gut zum Ausdruck kam und auch sonst perfekt zur bunten Show passte. So wie James von Hadouken!, versuchte sich der Gitarrist der norwegischen Band im Stagediven. Es war ein Bild der Götter!

Die als Headliner des Abends angekündigten “Does it offend you, yeah?” begrüßten das ausgelassene Publikum mit “As hard as we go, as hard as you go”. Gemäß diesen Mottos war ein frisch gezapftes Bier innerhalb von fünf Sekunden leer und auf diverse Körper verteilt, wenn man auch nur in die Nähe der Bühne kam. Die Briten spielten auch vielversprechendes, neues Material vom kommenden Album und konnten damit auch auf Anhieb punkten: sie bekamen vom Publikum satte 113,8 Dezibel zu hören, das sich damit mit einem startenden Düsenjet messen konnte!
Doch: noch ist nicht entschieden, welche Band ins Finale einzieht, weil die Entscheidungen aus den anderen Städten noch ausstehen.