Eigentlich hätte ich nicht erwartet, dass sich Russen besser mit der deutschen Festival-Kultur auskennen als ein Einheimischer. Jedoch konnte niemand mit Olga und Vladimir aus St. Petersburg rechnen, deren größtes Hobby es ist, die Welt zu bereisen und dabei Konzerte zu besuchen.

Erfahrung haben die beiden damit mehr als genug: Abgesehen von unzähligen Live-Gigs waren sie bereist auf mehreren Festivals. Beispielsweise beim RuisRock in Finland, beim Sziget in Ungarn, beim Highfield  und bereits das letzte Jahr beim Hurricane.

Dieses mal reisten sie wieder von weither an, um das Letztere noch mal zu erleben. „Das Festival bleibt vor allem durch seinen turbulenten Charakter im Gedächtnis, der durch stürmisches Wetter und lebhafte Emotionen des Publikums geprägt war.“ bloggen Olga und Vladimir auf der offiziellen russischen Internetseite des Hurricane Festivals (die sie übrigens selbst betreiben).

„Wir werden uns alle noch genau so lange an die legendäre Rückkehr der Rock-Dinosaurier von The Cure und The Stone Roses zum Musikolymp erinnern wie an die Wiedervereinigung der großartigen Band Garbage.“

Die „Punks aus Kalifornien – Blink 182“ haben ebenfalls Eindruck hiterlassen aber das Highlight war ohne Frage der Auftritt der Ärzte. Diese spielten trotz des „enormen, arktischen Windes und des sintflutartigen, tropischen Regens“ ein fast dreistündiges Konzert und lösten damit pure Begeisterung bei den Auslandsgästen aus. Aber etwas Anderes kennen wir von der Besten Band der Welt aus Berlin (aus Berlin) auch gar nicht.

Besonders angetan hat es Olga und Vladimir auch die extra aufgebaute Leinwand, auf der die Besucher alle Fußballspiele verfolgen konnten. Nach dem 4:2 beim Deutschland-Griechenland-Match kannte der „Jubel und positive Wahnsinn der Besucher keine Grenzen mehr“ – somit war die allgemeine Atmosphäre während des Festivals trotz des ungemütlichen Wetters mehr als gut.

Gelobt werden im Blog außerdem die akkurate Organisation und der reibungslose Ablauf des Festivals, der so gut ankam, dass sich die beiden Gäste aus Russland explizit bei den Organisatoren, Mitarbeitern, Freiwilligen und Sicherheitskräften bedanken.

Wer der russischen Sprache mächtig ist und sich den Artikel selbst durchlesen möchte, kann das hier gerne tun. Olga und Vladimir verabschiden sich mit den Worten „Wir sehen uns 2013 wieder!“

Vladimir & Olga