Mit dem Motto “Fight like hell” wurde vorherige Woche der vierte Teil der “DOOM”-Reihe veröffentlicht. Doch wie sieht ein aktueller “DOOM”-Titel, nach 12 Jahren Pause aus? Eins kann ich euch jetzt schon sagen: es wird blutig.

Bevor das Spiel überhaupt beginnt darf man zwischen sechs verschiedenen Schwierigkeitsgraden wählen. Eine große Auswahl, die mir als FPS-Looser sehr zusagt. Man kann wählen, ob man einfach nur durchrennen und ein bisschen schießen möchte, oder ob man auch wirklich gefordert werden möchte.

Ab ins Gemetzel!

Kaum hat man das Spiel gestartet geht direkt die Action los. Man wacht auf einer steinernden Pritsche auf, befreit sich und muss direkt zur ersten Waffe greifen um sich vor Dämonen zu verteidigen. Ich habe im Voraus schon erwartet, dass das Spiel sehr blutig wird, aber was mich im Spiel erwartete, hat mich enorm überrascht. Man könnte meinen, dass auf ein Dämon den man tötet 200 Liter Blut aus dem Körper strömen. “DOOM” zeigt bereits in den ersten Minuten wofür die Spielreihe seit 23 Jahren bekannt ist.

“DOOM” und seine Story

Wer eine tiefgründige Story erwartet, der hat definitiv das falsche Spiel gewählt. “DOOM” setzt auf Action, Explosionen, Prügeleien und Dämonen statt Geschichten. Zwar wird man von einem Computerterminal angeleitet, damit man sich nicht ganz in der Welt verliert, aber das war es dann auch wieder. Der größte Teil des Spiels besteht daraus einen Dämon nach dem anderen auf brutalste Weise zu erschießen oder mit Hilfe der neuen “Glory Kills” in der Luft zu zerreißen. Wer jedoch trotzdem nicht auf ein paar Nebeninformationen verzichten kann, wird mit diversen Kodex-Einträgen zu Dämonen, Waffen, Umgebungen und vielen mehr verwöhnt. Durch die Möglichkeit Waffen und Rüstungen individuell zu gestalten sowie zu leveln, wird das Spiel auf lange Sicht auch nicht langweilig. Selbst einen Story-Liebhaber wie mich, konnte das Spiel für viele Stunden fesseln. Die komplex gestaltete Marslandschaft und die vielen geheimen Verstecke für Sammelobjekte haben mich dabei definitiv überzeugen könne. Wer also ein Spiel erwartet, wie es schon 1993 auf den Markt kam, der wird erfreut sein.

Man kann recht wenig schlechtes über “DOOM” sagen, abgesehen von etwas langen Ladezeiten und teils sehr ungeschickt platzierten Kontrollpunkten in der Kampagne.

Online geht es weiter!

Der Multiplayer von “DOOM” lockt mit 6 verschiedenen Modi, 10 mal 50 Leveln und über 300 verschiedenen Rüstungsteilen mit farblich anpassbaren Waffen. Die erste Frage, die sich jedoch für mich gestellt hat, war weshalb der Multiplayer sich so sehr abschirmt vom Singleplayer. Der Multiplayer ist eine sehr gute Abwechslung zu anderen FPS wie “Call of Duty” oder “Battlefield,” jedoch ist dies kein “DOOM.” Das Spiel ist sehr schnell, voller Power-Ups, Spezialwaffen und Health-Packs. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen des Genres hat man hier die Möglichkeit eine Rüstung und Leben im Spiel einzusammeln, dafür wird die Gesundheit jedoch nicht automatisch regeneriert. Natürlich hat der Mehrspieler-Modus trotz allen Aspekte vom eigentlichen Spiel. So kann man die beliebten “Dämonen-Runen” aufsammeln um zu einem selbst gewählten Dämon zu mutieren. Mit diesem hat man die Möglichkeit das gegnerische Team binnen kürzester Zeit im Alleingang zu zerlegen.

Kreative Geister sind willkommen

Für jene unter euch, die früher schon mit ihren Lego-Steinen im Zimmer saßen und ihre eigene Welt gebaut haben, hat “DOOM” auch etwas parat.

Im “Snapmap-Modus” habt ihr die Möglichkeit eure eigene Arena zu erstellen und diese mit der ganzen Welt zu teilen. Nach einem kurzem Tutorial hat man die Grundlagen schnell verstanden und kann direkt mit dem designen loslegen. Wer sich wirklich reinhängt kann dabei sehr komplexe Einzelspieler- und Multiplayer-Maps erstellen. Wer weniger Lust auf eigenes bauen, aber Lust auf Abwechslung hat, kann sich auch Online umschauen und sich die Werke der Community zu Güte führen.

Fazit: Action und noch mehr Action

“DOOM” ist voll mit Blut, Explosionen und Leichen. Wer ein “DOOM” wie vor 23 Jahren erwartet, der wird hier definitiv nicht enttäuscht. Wer einfach mal seinen Frust aus dem Alltag auslassen möchte, kann das perfekt an den vielen Dämonen auf dem Mars tun. Ob der Singleplayer auf Dauer langweilig wird oder nicht muss jeder für sich entscheiden. Wer eine Story erwartet, der wird enttäuscht. Wer reines ballern und hin und wieder sammeln mag, der wird definitiv vom Spiel überzeugt sein. Der Multiplayer war für mich, eine positive Überraschung. Er bildet eine Abwechslung zu den Online-Modi anderer FPS, ist jedoch nicht wirklich mit dem eigentlichen Spiel verknüpft.

 

Wer “DOOM” sagt, meint Explosionen, Dämonen und Blut - keine ewigen, tiefgründigen Dialoge.