Love and Piece  – Hippies der Neuzeit

“Hippies use the backdoor” keine andere Bewegung wurde in den letzten zwanzig Jahren so verpönt und der Lächerlichkeit preis gegeben , wie die Hippiebewegung.
Jeder von uns hat sich schon mal bei der Klamottenauswahl vertan und musste sich den Spruch anhören: “du siehst ja aus, wie ein Hippie”

Und für mich stellt sich die Frage, was war denn die Hippiebewegung nun eigentlich?

“Ein politisches Statement?”
“Eine Rechtfertigung Drogen zu nehmen?”
“Keine Schuhe mehr tragen zu müssen?”
“Keinen Bh mehr tragen zu müssen?”
“Eine Rechtfertigung Polygamie ausleben zu dürfen?”
“Keinen Frisör aufsuchen zu müssen?”
“Nicht jeden Tag duschen zu müssen?

In Wahrheit waren  Hippies immer da, wo ein alternativer Lebensplan fehlte.
Ein Gegenentwurf zu Krieg, Establishment und Hoffnungslosigkeit.
Während in Deutschland bzw. Europa heute nur ein Bruchteil dieser Bewegung in Form von Bioläden und Kinderläden, als Alternative zu gewöhnlichen Kindergärten ankommt, ist die Hippiebewegung in den USA eine handfeste Sache geworden.

was war denn die Hippiebewegung nun eigentlich? Ein politisches Statement? Eine Rechtfertigung Drogen zu nehmen?

Und wie schon damals, ist Musik das wichtigste Medium, um die Botschaft von Liebe und Frieden zu vermitteln.
Devendra Banhart ist ein junger Singer Songwriter aus den USA.
Ihn plump als Hippie zu bezeichnen wäre falsch.

Seine Mutter ist ein Hippie, seinen Namen hat er von einem indischen Guru, der ihr sagte sie solle ihren Sohn Devendra nennen.
Devendra Banhart lebt in einem Haus mitten im Wald, das Gerüchten zu Folge Jim Morrison gehört hat.
Er trägt bunte Hemden, keine Schuhe, hat verfilzte Haare  und einen Zauselbart.
Devendra Banhart ist Teil einer Bewegung. Er selbst gibt ihr den vagen Namen “Naturalismo”, genervt von dem Zwang dem Ganzen überhaupt einen Namen geben zu müssen.
“Möglicherweise existiert heutzutage diese verstärkte Suche nach Wärme und Geborgenheit, die von Songwriter befriedigt wird und sich in den Songs spiegelt.” so spricht Banhart, während er mit seinen Fingern Bilder malt. Ob man es als Naturalismo oder Hippie bezeichnet, Fakt ist, dass das Wort Community wieder groß geschrieben wird
Die Plattenindustrie hat sich verändert..die Zeiten in denen man mit einer Erfolgsplatte ausgesorgt hat sind lange vorbei.
Während diese Krise den großen Konzernen schadet, hat sie der Musik eher genützt.
Schließlich besteht das Musikerdasein wieder aus endlosen Touren, um sich zu refinanzieren. Musiker nehmen sogar per Mitfahrzentrale Leute mit, um die Benzin Kosten gering und somit denn Gewinn möglichst hoch zu halten.
So besinnt man sich auf das Wesentliche, was Musik immer war und bleiben sollte: ein Austausch zwischen den Menschen. Die Bereitschaft, wie ein Zigeuner zu leben und diesen Geist auch in der Musik zum Ausdruck zu bringen.

Es ist eine Welle von Bands die zu uns hinüber schwappt.

Es ist eine Welle von Bands die zu uns hinüber schwappt.

Eduard Sharpe And The Magnetic Zeros beispielsweise sind ununterbrochen zu zwölft in einem Schulbus unterwegs und singen von Liebe und Freiheit.
Die Liste der Bands ist lang Animal Collective, The Polyphonic Spree, Antony And The Johnsons, Grizzly Bear, Akorn Family …um nur einige zu nennen
Wenn man die Schublade aufmacht wird sie unter dem Begriff “Weird Folk” wieder zu gemacht.
Lässt man Begrifflichkeit außer Acht und auch die Tatsache, dass auch die meisten dieser Künstler Managements und Plattenfirmen hinter sich haben, alternative Lebensmittel ein heiden Geld kosten und sich auch da ein ganzer Industriekreis aufgetan hat und die Glamourzeitschriften den Hippielook als neuesten Trend abfeiern bleibt die Tatsache bestehen, dass es sich bei dieser Bewegung um einen Künstlerkreis handelt, um Menschen die sich gegenseitig unterstützen und auch politisch in Aktion treten.

Man muss ihr auch keinen Namen geben.

( Siehe Devendra Banhart, der regelmäßig mit einem Pseudoturban in einer american airlines Maschine saß und sich gewaltigen Ärger einhandelte)
Die Ansätze mögen naiv sein…aber sich auf das Wesentliche, wie ein Miteinander zu besinnen, kann nicht falsch sein.
Wir haben es hier mit den Kindern der Hippies zu tun .Der Begriff Hippie ist verbraucht. Und ich wage nicht, dieser Bewegung einen neuen Namen zu geben. Man muss ihr auch keinen Namen geben.