Noch unverbraucht und frisch: Cassette Kids from Down Under

Noch frisch und unverbraucht: Cassette Kids from Down Under

Australien ist so verdammt groß, dass man das Vereinigte Königreich locker dreißig Mal hineinquetschen könnte. Gemessen an der Größe jedoch, ist der musikalische Einfluss, insbesondere was den Hype kleiner Bands angeht, verschwindend gering. Während von der Insel (der kleinen) stetig das neueste „Big Thing“ herüberschwappt, reduziert sich unser Wissen über gute, australische Musik auf Andrew Stockdale’s Band „Wolfmother“.

Um diesem Missstand Einhalt zu gebieten, ging dem Eintrag eine “aufwendige Recherche” auf Wikipedia voraus, die zum Ergebnis führte, dass höchstens folgende australische Bands in unseren Breiten als bekannt einzustufen sind: Jet (hatten mit “Are you gonna be my girl” einen guten Song), die ehemalige Schülerband Operator Please, die auf dem Melt!2008 mit einem energiegeladenen Auftritt begeisterte und seitdem in der Versenkung verschwunden ist, und die Jungs von Cut Copy, die in dieser Riege wohl über das größte Hitpotential im Känguruland verfügen.

Unser Wissen über gute, australische Musik reduziert sich auf “Wolfmother”

Aber warum denn eigentlich “bekannt”? Geht es den Indie-Schergen doch darum ihre Musik nur untereinander zu teilen, anstatt dass jene beim nächstbesten Radiosender feilgeboten wird. Bei folgenden australischen Bands wird dies wohl in absehbarer Zeit nicht passieren – wohl auch, weil der Hype einen längeren Weg als über die Nordsee nehmen müsste. Unverständlich dennoch, warum kaum ein Kellerclub diese Bands spielt:
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The Presets sind wohl schon einigen Clubgängern ein Begriff, nur wollte ich mit Nachdruck auf das Electro-House-Duo aus Sydney aufmerksam machen. Die Band hält mit “Apocalypso” frische Ware bereit, doch meine Hitempfehlung liegt auf dem Vorgängeralbum und soll Bock auf mehr machen.

The Presets – Are You The One

Die nächste Electrocombo um die Brüder Joshua und Benjamin Garden und Live-Schlagzeuger Robbie Mudrazija kommt ebenfalls aus der australischen Metropole Sydney. Melodische Synthies mit 80s-Attitute und eine prägnante Sängerstimme sorgen beim Elektronikfan sehr schnell dafür, Grafton Primary mehr als zu mögen – auch wenn sie in ihrem bisher einzigen Video ziemlich strange rüberkommen. Der Song “Relativity” ist jedenfalls hammermäßig.

Grafton Primary – Relativity

Als absoluter Geheimtipp kann die junge Band Cassette Kids (wieder Sydney) angesehen werden, die durch einen Gewinn bei einem Bandwettbewerb ein Musikvideo für die ganz großen Musiksender produzieren durfte. Der freche Gesang erinnert doch stark an Karen O von den “Yeah Yeah Yeahs” und veranlasst den Indie-Rock-Fan sofort in den nächsten Überseeplattenladen zu surfen. Doch: das erste richtige Album kommt erst 2010 auf dem Markt. Also noch Zeit genug, um sich durch die (bis jetzt noch halb verwaisten) Videos auf YouTube zu klicken. Hier ein kleiner Vorgeschmack:

Cassette Kids – Anywhere But Home | Cassette Kids auf YouTube