Fünf lange Jahre mussten alle Halo-Fans darauf warten ihren Lieblingsspartan, den Master Chief, wieder spielen zu dürfen und seine Geschichte mit Halo 4 fortzusetzen. Dabei überwiegte bei vielen Fans allerdings die Angst, dass der neue Entwickler 343 Industries die Halo-Reihe ruiniert. Ob Halo 4 immer noch ein Halo ist und was 343 Industries da genau gezaubert hat, haben wir ausgiebig getestet.

Als Erstes werfen wir einmal einen Blick auf die neue Story von Halo 4. Die Geschichte setzt genau dort an, wo sie in Halo 3 aufgehört hat. Der Chief befindet sich immer noch in Cryostase an Bord der Forward Unto Dawn, einem riesigen halbzerstörten Kriegsraumschiff der Menschheit. Nun 4 Jahre später wird er von der künstlichen Intelligenz Cortana, die seit Beginn der Halo-Reihe an der Seite des Master  Chiefs ist, geweckt, da sie verschiedene Aktivitäten auf dem Schiff verzeichnet. Beide stellen schnell fest, dass das Schiff über einem Blutsväter-Planeten kreist und von einer kompletten Allianzflotte umgeben ist, obwohl in Halo 3 Frieden mit der Allianz geschlossen wurde. Nach einigen Kämpfen gegen die Einheiten der Allianz werden sämtlich Raumschiffe in der Nähe auf den Blutsväter-Planeten Requiem gezogen. Nachdem der Chief wieder das Bewusstsein erlangt hat, befindet er sich zusammen mit Cortana auf diesem Planeten und muss nun einen Weg finden, ihn wieder zu verlassen.

Doch das ist nicht ihr einziges Problem, denn Cortana ist kurz davor ihren Verstand zu verlieren, da sie als künstliche Intelligenz nur eine Lebensdauer von 7 Jahren besitzt und diese auch schon überschritten hat. Es gilt also nun auch noch die Schöpferin von Cortana, Dr. Catherine Elizabeth Halsey, zu finden und Cortana zu retten. Verstärkt hat man sich in Halo 4 auf die Beziehung zwischen Master Chief und Cortana konzentriert, was dem Spiel sehr zu Gute kommt. Beide bekommen deutlich mehr Aufmerksamkeit als in den Teilen zuvor, wodurch sie charakterlich an Tiefe gewinnen.  Außerdem trifft man in der neuen Story auch auf einen neue außerirdische Rasse, die Promethianer, die für die eine oder andere Überraschung sorgen werden. So viel zur Story in Halo 4.

Was gibt es denn sonst noch Neues? Natürlich gibt es auch wieder jede Menge neue Waffen, 10 an der Zahl, und 2 neue Fahrzeuge wie dem Mantis, einen riesigen mechanischen Kampfläufer. Zum ersten Mal sind Teile des Helms von innen sichtbar, man kann nun immer Sprinten und zusätzlich noch Rüstungsfähigkeiten auswählen wie das Jetpack oder neu die Promethianersicht, die wie eine Wärmesicht funktioniert. Die Grafik wurde ordentlich aufpoliert und sieht überaus schick aus. Vor allem die Charaktermodelle samt Gesichtsdarstellung sind äußerst gelungen und erinnern an L.A. Noire. Sehr gut gelungen ist auch der Sound in Halo 4. Sämtliche Halo-typischen Geräusche wie die Explosion einer Plasmagranate oder der Antrieb eines Ghosts wurden neu aufgenommen und wirken noch atmosphärischer und wuchtiger als zuvor.

Das HRUNTING/YGGDRASIL Mark IX Armor Defense System, auch als Mantis bekannt

Die wichtigere Frage, die sich bei Halo 4 stellt ist aber: Wie ist der Multiplayer-Modus geworden? Und genau hier hat Halo wie immer seine größten Stärken. Der Multiplayer-Modus ist absolut hervorragend, wie man es von einem Halo kennt. Man findet auch als Neuling schnell ins Spiel und schon nach wenigen Spielen besitzt man das spielerische Know-How, um mit Erfolg aus den Matches zu gehen. Spielt man aber nicht taktisch mit seinen Teamkameraden zusammen und versucht als Lonewolf erfolgreich zu sein, wird man kaum eine Chance auf einen Sieg haben. Nach einem Spiel erhält man abhängig von der eigenen Leistung Erfahrungspunkte, kann Level aufsteigen und sich von den verdienten Punkten nach Levelaufstieg neue Waffen, Emblems oder Rüstungsteile kaufen, um seinen Spartan noch individueller zu gestalten.

Auch der beliebte Modus Capture the Flag ist wieder mit dabei.

Die Entwickler haben sich diesmal etwas bei der Konkurrenz umgeschaut und sich inspirieren lassen: und zwar von der Call of Duty Reihe. Vor jedem Spiel wählt man jetzt seinen Loadout aus, für welchen man vorher Waffen und Fähigkeiten festgelegt hat. Mit dem Steigen von Leveln kommen hier nun immer mehr Waffen und Fähigkeiten dazu, welche man dann nach Belieben in seine Loadouts stecken kann. Etwas unfair scheint dieses neue, wirklich stimmige System, dann aber für Neulinge im Spiel zu sein, die zu Beginn des Spiels natürlich weniger Waffen und Fähigkeiten besitzen als ihre Gegner und Teamkameraden. Neu sind auch Belohnungen für das Erreichen von einer bestimmten Punktzahl während des Matches, die es dem Spieler ermöglichen neue Waffen in das Kampfgeschehen zu ordern.Wie bei den vorherigen Teilen hat man im Multiplayer Modus von Halo 4 viele verschiedene Spieldmodi zur Auswahl wie Capture the Flag, Team Deathmatch oder den relativ neuen Zombiemodus. Neu in Halo 4 ist der Spartan Ops Modus, der den  Feuergefecht-Modus aus Halo Reach ersetzt. Hier ist das Ziel im Team bestimmte Aufträge zu erfüllen, die die Story von Halo 4 durch zahlreiche Miniepisoden ergänzen sollen. Für die nächsten Wochen sind stets neue Episoden angekündigt.

Man könnte noch ewig über Halo 4 weiterreden, aber irgendwann muss auch mal Schluss sein. Halo 4 ist wirklich ein sehr gelungener Science Fiction Shooter, der entgegen der Ängste der Fans die Halo Reihe glorreich fortsetzt und sie alles andere als ruiniert hat. Für alle Halo-Fans sowieso ein Muss und auch andere Shooter-Freunde und Xbox 360 Besitzer sollten sich das gute Stück zumindest einmal anschauen.