Oder vielleicht doch?

Bevor ich mich jedoch an das Thema „Def Jam Rapstar“ ran mache, muss ich erst einmal was klar stellen: auch wenn mich meine Freunde gerne „Afroamerikaner“ auf Umgangssprache nennen, heißt das noch lange nicht dass ich das auch bin. Ich habe aufgrund der Tatsache dass ich gerne mal meinen Keller verlasse, mehr dazu später, und der Herkunft meiner indonesischen Großeltern eine etwas dunklere Haut als die Weißbrote hier, Punkt.

Das heißt aber noch lange nicht dass ich mich automatisch in der Hip Hop – bzw. Rapszene auskenne und dort auch dementsprechend verankert bin. Ich habe damit ungefähr so viel gemein wie Britney Spears mit ihrer Jungfräulichkeit aber das ist eine ganz andere Geschichte. Was ich damit aussagen möchte ist dass ich an das Spiel ganz unvoreingenommen ran gegangen bin und mir dieses ganz objektiv als solches angesehen habe.

So viel dazu, nun aber mal zurück zur eigentlichen Sache.  Nach dem abartig schlechten „Get on da Mic“ von 2004 aus dem Hause Eidos haben sich die Jungs von Konami an eine Art Singstar für Möchtegernrapper gemacht. Wie bereits erwähnt nennt sich das gute Stück Def Jam Rapstar, welches ein am 5. Oktober erscheinendes Rapspiel ist, und da Musikspiele wie Rockband, Guitar Hero und Konsorten bei uns eigentlich recht hoch im Kurs stehen musste dieses natürlich auch angespielt werden. Nachdem wir einen kurzen Plausch mit den Produzenten hatten ging es dann auch schon ausnahmsweise rauf auf die große Bühne. Dort, wo normalerweise nur Rapgrößen wie Curse einen zum Besten geben dürfen stehen jetzt zwei unbekannte Idioten… Das kann ja nur gut gehen!

Da Patty und ich eher wenig Ahnung von den im Underground anzusiedelnden Tracks hatten, konnten wir uns letztendlich noch auf Nelly’s „Hot in Here“ einigen. Dann hieß es auch schon Sonnenbrille auf, Lautstärkeregler an den Anschlag gedreht und ran ans Mic! Textsicher wie eh und je schmetterten wir dem Fachpublikum die Aufforderung entgegen sich ihrer Klamotten zu entledigen worauf uns jedoch leider keine BH’s der äußerst attraktiven Hostessen entgegen flogen sondern nur stinkende Schuhe. Na Mahlzeit! Waren wir etwa doch so grottig schlecht und haben es im Gesangsrausch nicht mitbekommen? Egal, Spaß gemacht hats irgendwie trotzdem. Letztendlich gab es dann sogar noch von einem der Moderatoren, der ganz nebenbei ein echter Afroamerikaner war, ordentlich Props, Respekt und das obligatorische Shirt in XL.

An sich ist das Spiel ein einfacher Singstar Klon für Rapper und solche die es gerne wären. Im altbekannten System singt man sich durch den kompletten Song, dessen Text samt Tonlage im unteren bzw. oberen Bildschirmrand angezeigt wird. Die Frage ist nur ob dieses System nicht viel zu uncool für den potentiellen Kunden ist. Immerhin muss sich dieser vor einen Fernseher stellen und lauthals seine Lieblingslieder rappen. Was mich betrifft wird mich der Titel wahrscheinlich recht kalt lassen, denn ich war nie ein Rapper… Aber das werdet ihr wahrscheinlich auch später in unserer Gamescom Zusammenfassung selber sehen und hören können.