Dance Central und Mafia IIEin ganzer Tag nur für uns! 7 Jungs allein mit abertausenden von Spielen, netten, freundlichen und ganz nebenbei noch unverschämt gut aussehenden Hostessen und kostenlosem Essen. So läuft der Pressetag wahrscheinlich auf Alfs Heimatplaneten Melmak ab, bei uns ist es natürlich noch besser.

Viele, viele Pressekollegen die an dem ihnen gewidmeten Tag mal ordentlich die Sau raus lassen und nach Lust und Laune Spiele anzocken können für die man im öffentlichen Betrieb der kommenden Tage gut und gerne mal 2 Stunden anstehen müsste. Für welche Zeitung die 12-jährigen Kinder arbeiten die man das ein oder andere Mal unter sich entlangschleichen sieht, ist mir zwar immer noch nicht richtig klar aber da sie ja ebenso wie wir die 7 Kreise der Akkreditierung durchschritten haben wird das schon alles seine Richtigkeit haben. Nachdem wir  also im Limbo des Pressecenters unsere ersten Infos zum Pressetag eingeholt hatten, beschlossen wir uns von den verführerischen Sitzsäcken, Couchgarnituren und Liegewiesen nicht ablenken zu lassen und uns sofort ins Spielegetümmel zu werfen. Warum Oliver eigentlich die Idee hatte das Feld von hinten aufzurollen und in Halle 6 anzufangen, weiß ich zwar immer noch nicht aber es war auf jeden Fall eine gute Entscheidung. Das erste Spiel der Gamescom 2010 war für uns „Fallout: New Vegas“. Der Nachfolger des dritten Teils der Fallout-Reihe bot auf den ersten Blick wenig neues aber was vor 2 Jahren noch gut war funktioniert jetzt schließlich auch noch und demnach hat Fallout also nichts von seinem Charm und dem typischen Bethesda-Rollenspielgefühl verloren. Spielbar war ein Teil der offenen Stadt indem allerlei kranke, halbverbrutzelte Zombie-Mensch-Hund-Schwein-Katze-was-weiß-ich-was-Kreuzungen rumliefen, die einen entweder mit ihren Problemchen auf die Nerven gingen oder einem selbst Problemchen bereiteten, indem sie mit Vorschlaghämmern, Machteten und Strahlenkanonen auf einen losgingen. Nachdem ich dann also Streit mit sämtlichen Mutanten, Robotern und anderen Parteien von New Vegas angefangen hatte, endete mein virtuelles Leben relativ schnell in einer Pfütze aus grünem Flubber. Für diesen Film bin ich übrigens einmal mit grünen Haaren ins Kino gegangen. Was tut man nicht alles für eine Freikarte. Und das obwohl damals die Kinokarten noch so viel günstiger waren als heutzutage. Was hätte ich damals wohl für eine Freikarte für Avatar 3D gegeben…. Igitt…

Zurück zum Thema: Während JD und Falk sich derweil mit „Diablo 3“ und „Star Wars: The Old Republic“ beschäftigten, habe ich die Demo-Version von Mafia 2 gespielt. Da das Game ja nun schon in der kommenden Woche erscheint, hätte man natürlich eine bisher noch nicht gesehene Mission erwarteten können, gezeigt wurde aber die bereits von der E3 bekannte Mission in der Schnaps-Brennerei. Ihr startet in eurer Wohnung in der ihr einen Anruf erhaltet. Nachdem ich noch ein bisschen mit dem virtuellen Mobiliar herumgespielt hatte und einige Minuten darauf wartete das der aufgedrehte Wasserhahn wirklich dazu führt das die Spüle überläuft, entschied ich mich letztendlich dann doch einmal, dem Auftrag nachzugehen und suchte nach einem fahrbaren Untersatz. Fahren gestaltet sich bei Mafia 2 im Gegensatz zu GTA aber als doppelt schwierig. Erstens findet man am Straßenrand viel weniger Autos und zweitens ist auch die Steuerung der Retro-Boliden relativ gewöhnungsbedürftig. Das gilt allerdings auch für die Steuerung zu Fuß. Wer den zweiten Teil der Killzone-Reihe gespielt hat wird das Problem kennen. Man hat irgendwie immer das Gefühl das Spiel reagiert zu spät auf die Eingaben des Spielers und hängt mit den entsprechen Animationen ein Stück hinterher. Besonders im Kampfsystem wird das deutlich, nämlich immer dann wenn ein unerwarteter Gegner um die Ecke hüpft, den man am liebsten mit einem schnellen Reißschwenk der Schrotflinte über den Haufen schießen würde. Die einen mögen es realistisch nennen, ich nenne es eher unpräzise. Aber das hat der große Konkurrent GTA ja auch nicht unbedingt besser gemacht… Naja, ein bisschen schon.

Danach ging es zu Activisions neuestem Baby „Call Of Duty: Black Ops“. Mit dem Entwicklerteam Treyarch und einen Haufen Scherben unter den Schreibtischen will Activision nun beweisen dass es auch ohne die alten Hasen von Infinity Ward geht. Die gezeigte Mission war Gameplay-technisch auch durchaus überzeugend und setzte beim Thema Action und Inszenierung wieder ganz oben an, enttäuschte aber durch extremes Kantenflimmern, unscharfe Texturen und stellenweise durch Fehler im Bildaufbau. Wir sind uns aber fast sicher, dass diese Unzulänglichkeiten bis zum Release im November behoben werden. Schließlich haben Activision und Treyarch etwas zu beweisen.

Als wäre stundenlang vor dem Flatscreen stehen und bleischwere Controller halten nicht schon anstrengend genug, hält die diesjährige Gamescom aber auch allerlei Gelegenheiten bereit sich körperlich bis zum Exitus zu verausgaben. Vorreiter in dieser Kategorie war eindeutig Microsoft mit seinem Kinect-Stand. Die Bewegungssteuerung von Microsoft mit dem knackigen Namen lässt euch sowohl eure X-Box 360 selbst, als auch ausgewählte Spiele komplett mit eurem eigenen Körper und eurer Stimme steuern. Wie funktioniert das: Kinect besteht im wesentlichen aus einer schwarzen Leiste, in die 3 Kameras eingebaut sind. Durch die stereoskope Aufzeichnung der Spieler und einen weitere Infarotkamera wird der Spieler von Kinect mit über 50 dreidimensional erfassbaren Punkten räumlich registriert. Ein Prozessor, der ebenfalls in Kinect integriert ist,  gibt die Daten dann an die X-Box weiter, die somit die Bewegungen der Spieler nachvollziehen kann und ins Spiel überträgt. Bis zu 4 Spieler können dabei vor dem Bildschirm stehen. Zusätzlich erkennt Kinect verschieden Stimmen der Spieler und die X-Box lässt sich auch über Sprachkommandos steuern. Gespielt haben wir heute das Tanzspiel „Dance Central“ und eine „Wii-Sports“-Kopie mit einer Sammlung von Sportminispielen, die wie beim Nintendo-Vorbild der Hardware beiliegen wird. „Dance-Central“ machte dabei einen wirklich guten Eindruck. Mit einer guten Musikauswahl, die von 80er-Jahre-Hits wie „Funky Town“ bis hin zu „Lady Gaga“ reicht war auf jeden Fall schon einmal genug Spielraum für verschiedene Musikgeschmäcker. Okay, „World of Warcraft“- Spieler werden ihren Liebslingssong wohl kaum auf der Disc finden aber mit Headbangen kann man bei diesem Spiel eh keine Punkte machen.

Schweißnass machten wir uns dann noch auf zur Leichtathletik und versuchten uns im 100-Meter-Lauf und im Weitsprung. Besonders hat uns 100-Meter-Lauf gefallen, jedoch nicht weil es spielerisch so gut war, sondern eher weil wir darin so gut waren, dass die Hostesse uns erst 3 Mal hintereinander herausfordern musste, bevor sie einsah, dass sie gegen Husaine Bolts Jünger keine Chanche hatte. Nur die Navigation in den Menüs wollte bei unserer Kinect-Version so gar  nicht funktionieren. Aber angesichts des kostenlosen Stirnbands, das uns vor den Strömen von Schweiß, die sich von unserer Stirn ergossen bewahrte, sei Microsoft auch das verziehen. Ist das noch journalistisch?