Diablo II + Diablo III = <3

Zwei sehr qualitative Tage liegen nun schon hinter mir, Freude und Ernüchterung wiegen sich nach einem Zwischenfazit relativ gut auf, doch dieses Gefühl, dass ich von vorigen Zusammenkünften dieser Art noch gut beschreiben kann, stellt sich nicht so recht ein. Doch zumindest zeitweise ist die Suche nach der Motivation oft dort beendet, wo man es erwartet.

Die Vorteile des Presseausweises liegen neben diesem dekadenten Erhabenheitsfgefühl während des Messeflanierens deutlich auf der Hand. Ein “pöbelfreier” Mittwoch an dem ich so ziemlich alles sehen und spielen konnte was ich vorhatte oder mir spontan ins Auge gefallen ist war die wohltuende und gehörsensitive Belohnung.

Mafia 2, Medal of Honor(Scheinbar neu aufgelegt und angepasst, ich war verwundert!), Fifa 11, Hot Pursuit 2, Dragon Age 2, Fallout: New Vegas etc. pp. Liest sich wie aus einem Guss diese Liste, konnte mich aber alles nicht wirklich vom Hocker reißen und hat Erwartungen bestätigt oder eben ein Gefühl der chronischen Meinungslosigkeit ausgelöst, in welchem mir eine weitere innere Aufarbeitung der Spielerfahrungen in erster Linie als Zeitverschwendung erschien.

Ein ergaunertes T-Shirt später (Das Gefühl habe ich auch, wenn es mir ein Offizieller lächelnd in die Hand drückt) begab ich mich mit Jan nun zu einem der wohl langersehntesten Titel der nächsten (zwei?) Jahre, ein bekanntes Szenario, Pc-Exklusiv (eine höhere Macht bewahre) und von Blizzard, den Kerlen, die es sich erlauben können nur drei Franchises zu haben, ohne sie ausschlachten zu müssen.

Diablo III war an der Reihe (Die 2009er-Vorstellung verpasste ich leider) und das wunderbare alte Hack and Slay-Gefühl war auf einmal wieder da, Kreatur um Kreatur zerfetzte unter den Tritten und Schlägen meines Kampfmönches und obwohl mir das alles irgendwie von den Vorgängern mehr als vertraut vorkam, war ich das erste und einzige Mal bislang grundzufrieden mit dem, was mir geboten wurde. Eine aufgebesserte, stilisierte, irgendwie zeitlose Grafik und die neue Klasse, die mich vom Gameplay am ehesten an den Paladin aus Diablo II erinnerte, dazu ein wenig mehr Blut, Gedärm und Schleim und perfekt war eine nostalgische Viertelstunde, mit Features und Emotionen, die ich früher mal mochte und immer noch mag.

Ich bin jetzt wirklich kein Innovationskritiker, ganz und garnicht, nur irgendwie verzeihe ich es alten Spielprinzipien, die nur minimal aufgefrischt werden eher, als wenn sich Entwickler erlauben zu behaupten sie würden mit “Dragon of Duty and Honor II” die neue Messlatte setzen, im Endeffekt aber nicht nur daran scheitern, sondern uninspirierte Stangenware abliefern.

Natürlich hat auch Blizzard da eine gewisse Mitschuld. Mit diesem frechen und unfassbaren Perfektionismus wird Stangenware von weniger genialen Designern ja überhaupt erst generiert, ist ja auch irgendwie frustrierend, wenn der große Junge mit der Steinschleuder dann auch noch gute Noten schreibt und der beliebteste Schüler ist.

Nun muss ich aber zugeben, dass ich genau diesen Junge auch zum Klassensprecher gewählt habe und ihn wohl auch wieder wählen werde, auch wenn mir nicht unbedingt alles gefällt, was er so macht und ihm viele andere Kinder viel zu vergeblich hinterherlaufen. Vielleicht hört das alles nur dann auf, wenn er sich auf einmal mit dem Schulleiter gut stellt um noch erfolgreicher zu werden. Bis dahin bin ich sein.

http://www.youtube.com/watch?v=8IN5Xr93Nos