Gamescom 2010:

Mittwoch, 18. August 2010. 9.00Uhr, die Frisur hält. Nach der eher mäßigen Pressekonferenz von Sony die gestern stattfand hatte ich meine Erwartungen an die GC 2010 doch etwas zurückgeschraubt. Heute nun wurden die Messehallen für die Presse eröffnet und Publisher aus aller Welt präsentieren ihre Produkte das erste Mal der Öffentlichkeit. Wie immer sind alle namenhaften Hersteller vertreten und Titel wie Call of Duty: Black Ops oder Diablo 3 locken die Massen an die Messestände. 

Need Speed?

Für uns ging`s zu erst zu Electronic Arts. Diese präsentieren sich wie gewohnt mit riesen Leinwänden, hübschen Hostessen und sogar einem kleinen Frühstück für die Presse. Mit der Kaffeetasse bewaffnet ging`s dann hinter das Steuer eines schicken Lamborgini im brandneuen Need for Speed: Hot Pursuit. An der Spielmechanik hat sich nicht viel geändert. Wie schon in den Hot Pursuit Teilen davor versucht ihr in teuren Boliden namenhafter Marken wie Porsche, Ferrari und Co der Polizei zu entkommen. Diese setzten alles daran euch zu schnappen und euch ein  dickes Knöllchen zu verpassen. Nach kurzer Zeit schon pflastern die Gesetzeshüter die Straße mit Nagelbrettern zu, errichten Blockaden und rufen zur Verstärkung sogar einen Helikopter der euch Sprengstoff in den Weg legt. Das neue NfS wird diesmal von Criterion entwickelt, die schon mit der Burnout Reihe gezeigt haben, dass sie die Mischung aus halsbrecherischer Geschwindigkeit und Hollywoodreifen Effekten wie kein anderer beherrschen. An allen Ecken und Enden kracht es, bei besonders spektakulären Manövern gibt’s eine schicke Zeitlupe und Polizeiautos werden bei den Rennen effektreich in die Leitplanken gestoßen. Need for Speed hinterlässt einen positiven Ersteindruck. Die Mischung aus sauberer Spielbarkeit und schweißtreibenden Verfolgungsjagten macht eine Menge Spaß. Abzuwarten bleibt ob der Raser sich im diesjährigen Weihnachtsgeschäft gegen die namenhafte Konkurrenz zu behaupten weiß.

Krieg im Wohnzimmer

Bei Activision gab es den mittlerweile siebten Teil der preisgekrönten Call of Duty Reihe zu sehen. Black Ops versetzt euch in den kalten Krieg. Die Missionen, die wir zu sehen bekamen spielten im frostigen Russland der 70`er Jahre. Zu Beginn seht ihr euren Protagonisten in ein Hochgeschwindigkeitsflugzeug einsteigen. Eher ihr euch verseht seit Ihr im Erdorbit und bestaunt die Erdkrümmung. Von eurem Cockpit aus befehligt ihr nun eine Gruppe amerikanischer Spezialeinheiten durch unwegsames Gelände. Feinde lauern überall, somit ist überlegtes Vorgehen Pflicht. Ihr lotst den Trupp in ein verlassenes Haus als plötzlich ein russischer Spähtrupp in das Gebäude eindringt. Plötzlich wechselt die Kamera vom sicheren All zu einem der Soldaten die ihr zuvor befehligt habt. Mit dem Gewehr im Anschlag entledigt ihr euch der feindlichen Soldaten. Granaten explodieren, Holzsplitter fliegen euch um die Ohren und Schreie ertönen. Was der Entwickler Treyarch hier abliefert ist atemberaubend und an Intensität nicht zu toppen. Die tolle Grafik sowie der markerschütternde Sound tun ihr Übriges um den Spieler mitten ins Kampfgeschehen zu transportieren. Die restliche Präsentation war gespickt mit intensiven Feuergefechten, gescripteten Events die euch die Kinnlade runter klappen lassen und knallharter Action. Die wenigen Neuerungen wie eine Armbrust oder fahrbare Vehikel wie einen Kampfhubschrauber wurden sinnvoll ins Gameplay integriert und machen einem die Wartezeit bis zum 9. November noch schwerer. Für Actionfans führt kein Weg an diesem Titel vorbei.

Beam mich Scotty

Am Stand von VALVE war der Nachfolger von Portal zu sehen. Portal 2 knüpft direkt an die Geschichte des Vorgängers an und lässt euch Apature Science ein zweites Mal erkunden. Bewaffnet mit einer Experimentelen Kanone die Portale verschießt, versucht ihr  als Versuchsobjekt den fiesen Fallen von Glados zu entkommen. Dachte man, dass die Rätsel und Geschicklichkeitspassagen des Erstlings nicht mehr zu schlagen sind werden in Portal 2 sämtliche Regeln der Physik außer Kraft gesetzt. Neben den obligatorischen Portalen gibt es nun auch Flüssigkeit, die euch um ein Vielfaches beschleunigt. Dazu gesellen sich platzierbare „Röhren“, in denen Ihr inklusive aller anderen Objekte schwerelos durch die Gegend fliegt. Alle diese neuen Features runden das Spielerlebnis nicht nur ab sondern sorgen für die unglaublichsten Gameplaymechaniken. Es gibt kein Oben und Unten mehr, kein Richtig und Falsch. Oft gibt es verschiedene Möglichkeiten ans Ziel zu gelangen und man wird beim Öfteren Durchspielen immer neue Wege und Tricks entdecken. Optisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht viel getan. Das Labor selbst wurde an manchen Stellen schon arg in Mitleidenschaft gezogen und die Natur bemächtig sich langsam wieder dem, was einst ihr gehörte. Wurzeln schmücken das Mauerwerk, Wurzeln sprießen aus dem Boden, dazugesellen sich neuerdings auch Außenareale sowie einige neue Licht und Shader- Effekte. Alles in allem knüpft Portal 2 konsequent an den ersten Teil an. Neue Ideen, der gleiche schwarze Humor und das faszinierende Setting dürften auch die letzten Skeptiker überzeugen. Und wer weiß… vielleicht gibt es am Ende ja doch Kuchen.