In einer Zeit in der die Konsolenbranche in der Rezession begriffen ist, scheint Ouya bei vielen genau den richtigen Nerv zu treffen. Finanziert über ein Kickstarter-Projekt, konnte die Mini-Konsole auf Android-Basis bereits über 5,5 Millionen Dollar generieren – Tendenz steigend. Eine Entwicklung die selbst den größten der Branche nicht entgeht. Nun springen die ersten auf den fahrenden Zug.

Momentan sieht es nicht gut aus für das Konsolengeschäft. Die Umsatzzahlen sinken, Free-to-Play-Games für den PC und Mini-Spiele für Tablets und Smartphones überschwemmen den Markt und für klassische Konsolen bleibt wenig Platz. Experten sprechen bereits davon, dass die nächste Generation der Konsolen die letzte sein wird. Mit „Ouya“ betritt jedoch eine neue Figur die Bühne, die niemand auf dem Plan hatte – und diese könnte vielleicht alles verändern. Nicht größer als ein Zauberwürfel ist die neue Konsole mit dem markanten Namen, den man wie „Booyah“ ohne „B“ ausspricht. 99 Dollar soll sie kosten. Als Betriebssystem dient Android, das von vielen Smartphones und Tablets bekannt ist. Auch das Innenleben der Konsole soll Tablet-Technik ähnlich sein: Ein Tegra3 Quad Core- Prozessor, 1 Gigabyte Arbeitsspeicher, 8 GB Flashspeicher, USB, Bluetooth, WiFi. Grafik der nächsten Generation wird man von Ouya nicht erwarten können aber darum geht es bei der Konsole auch nicht. Das Konzept von Ouya basiert auf Barrierefreiheit.

Die Konsole Ouya soll nicht größer als ein Zauberwürfel sein.

Bei der Entwicklung für aktuelle Konsolen fallen horrende Kosten für Lizenzen und Software an, was gerade kleinere Entwickler oft vor unüberwindbare Hürden stellt. Ouya will Entwicklern diese Hindernisse nehmen und bietet mit seinem Betriebssystem eine effiziente Basis. Das Open Source-Betriebssystem erlaubt allerlei Veränderungen und macht die Entwicklung von Spielen unkompliziert und kostensparend. Kostensparend soll Ouya auch für die Verbraucher sein. Für 99 Dollar wird die Konsole verkauft – inklusive Controller. Dieser hat neben den gewöhnlichen Buttons auch einen Touchscreen, um Entwicklern mehr Möglichkeiten bei der Konzipierung ihrer Spiele zu geben. Das Konzept von Ouya hat bereits viele überzeugt. Das Projekt startete auf Kickstarter mit einem finanziellen Ziel von 950.000 Dollar. Mittlerweile sind 5,8 Millionen Dollar zusammengekommen und jeden Tag finden sich mehr Unterstützer. Einer der Prominentesten unter den Spendern soll Minecraft-Schöpfer Markus Persson sein, der bereits ankündigte, seinen Indie-Bestseller auf Ouya umzusetzen. Mit OnLive verbucht Ouya nun bereits den zweiten großen Deal. Der Streaming-Service bietet eine große Anzahl von Spielen per Cloud-Gaming an. Das bedeutet, dass die Spiele auf den Servern des Unternehmens laufen und nur das Bild via Livestream auf den Bildschirm des Spielers übertragen wird.

Kürzlich vermeldete Ouya die Partnerschaft mit Cloud-Gaming-Service OnLive, das bereits zum Launch verfügbar sein wird.

Kürzlich vermeldete Ouya die Partnerschaft mit Cloud-Gaming-Service OnLive, das bereits zum Launch verfügbar sein wird.

Dieser wiederum sendet seine Eingaben an den Server und steuert das Spiel so. Vorteil: Unabhängig von der technischen Leistungsfähigkeit des eigenen Systems können so sogar die anspruchsvollsten Spiele gespielt werden. Über 80 Spiele der größten Entwickler hat OnLive im Sortiment, auf Ouya sollen diese bereits zum Launch verfügbar sein – gegen Bezahlung natürlich. Es wird allerdings möglich sein, Spiele 30 Minuten lang anzuspielen, bevor man sich zum Kauf entscheidet. Gute Aussichten also für die Android-Konsole und die Konsolenspieler, die sich mit Tablets und Smartphones nicht zufriedengeben wollen. Nun bleibt nur noch abzuwarten, wann Ouya veröffentlicht wird. Ein offizielles Statement zum Release gab es bislang noch nicht.

http://www.youtube.com/watch?v=Z_ZLY8IBDPg