Auf der E3 konzentrierten sich die Gemüter der Gaminggemeinde vorallem auf einen zentralen Konflikt: Sony gegen Microsoft, Xbox One gegen Playstation 4. Wer den epochalen Kampf der beiden Gaming-Größen für sich entschieden hat und warum dieser Sieg so offensichtlich ist, lest ihr hier…

Update (20.06.): Große Überraschung! Microsoft hat eine Kehrtwende bezüglich ihrer Always Online- und DRM-Politik gemacht. Wie Don Mattrick, President of Interactive Entertainment, bekannt gab, wird sowohl der Onlinezwang der Konsole als auch die Sperre für gebrauchte Spiele wieder entfernt. Die Xbox One soll sich in beiden Punkten genau wie die Xbox 360 verhalten. Die Gebete – oder sollte man besser sagen das Gezeter – der Fans wurde also erhört und Microsoft gesteht den Fehler ein. Ein symphatischer und vorallem kluger Schachzug, denn nun ist wieder alles offen im Kampf der Konsolen. Außer dem günstigeren Preis hat die Playstation 4 jetzt keinen großen Vorteil mehr gegenüber der Xbox One. Auf dessen Seite kommt aber das bessere Spielelineup zum Tragen. Es wird spannend!

 

Ein großes Ziel bei den Pressekonferenzen von Sony und Microsoft während der E3 war die Wiedergutmachung der letzten Pressekonferenzen. Im Vorfeld wurden sowohl Playstation als auch Xbox bereits vorgestellt, doch beide Konferenzen wurden eher als ernüchternd aufgenommen. Während bereits Sony damit enttäuschte, dass die eigentliche Konsole gar nicht erst gezeigt wurde, schoss Microsoft entgültig den Vogel ab und stellte die Xbox als Entertainmentgerät vor. Die Videospieler wurden gepflegt ignoriert. Auf der E3 sollte nun alles besser werden. Und es wurde auch besser. Denn spieletechnisch geht einiges auf Microsofts neuer Konsole. Mehr als eine Milliarde US-Dollar soll Microsoft in die Entwicklung von Xbox-Exklusivtiteln gesteckt haben. Mit Titeln wie Ryse: Son of Rome (Bombast-Action zu Zeiten des alten Roms), Quantum Break (Crossmedia-Projekt aus Spiel und Fernsehserie) und natürlich dem fünften Teil der Halo-Serie sollen Spieler an die Konsole gebunden werden. Hier ein komplette Liste der Exklusivtitel für Microsofts Xbox One:

 

  • Below
  • Spiel von Black Tusk
  • Crimson Dragon
  • D4
  • Dead Rising 3
  • Forza Motorsport 5
  • Halo 5
  • Killer Instinct
  • Kinect Sports Rivals
  • Powerstar Golf
  • Quantum Break
  • Rabbids Invasion
  • Ryse: Son of Rome
  • Sunset Overdrive
  • Fantasia: Music Evolved (auch Xbox 360)
  • LocoCycle (auch Xbox 360)
  • Zoo Tycoon (auch Xbox 360)

Eine super Sache. Dazu gibt’s eine überarbeitete Version der Bewegungssteuerung Kinect, die jetzt auch endlich mal Bewegungen in Echtzeit übertragen soll – OHNE DELAY.

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Die Xbox One mit dem Bewegungssensor Kinect

Alles schön und gut, doch nun kommen die großen Mankos der Xbox One:

Zum einen wird es nicht möglich sein, auf der Xbox One gebrauchte Spiele zu spielen. Zumindest nicht, ohne dafür zu bezahlen. Will man also ein Spiel eines Kumpels ausleihen und spielen, heißt es vorher blechen. Die Freischaltgebühr soll dabei ungefähr dem Anschaffungspreis des Spiels gleichkommen. Abhilfe schafft nur eine sogenannte „Family List“, auf der man Familienmitglieder angeben kann, die dann wiederum Zugriff auf die Spielebibliothek haben. Die Anzahl der Mitglieder ist auf 10 beschränkt, logischerweise müssen das aber nicht zwangläufig Verwandte sein. Im Klartext: Ein Besitzer eines Spiels kann dieses mit Maximal 10 Freunden teilen. Dabei können wohl aber nur maximal zwei Leute gleichzeitig ein Spiel spielen.

Die zweite Krux: Die Xbox One ist „always online“. Das bedeutet das die Konsole mindestens einmal am Tag mit dem Internet verbunden sein muss, um sich anzumelden. Ohne Internetanschluss funzt nichts. Microsoft geht mit dieser von der Community sehr kritisch beäugten Politik sehr konsequent um. Wer keinen Internetanschluss hat, soll zur Xbox 360 greifen, so Microsoft.

Zusätzlich sorgt auch Kinect für Kritik. Die Kinect-Kamera soll nicht wie bislang ein optionales Gimmick sein, sondern als obligatorischer Bestandteil der Konsole fungieren – heißt: Ist Kinect nicht angeschlossen, geht die Konsole nicht an. Wenn man sich nun vorstellt, das man immer wenn die Xbox One an ist, von einer Kamera beobachtet wird, die Daten auf einen Server überträgt, fühlt sich das schon etwas nach Überwachung an.

Der Pressekonferenz ging dann verständlicherweise in einen kollektiven Shitstorm der Gaming-Community über. Während einer kurzem technischen Pause hörte man sogar einzelne „Xbox sucks“-Rufe aus dem Publikum.

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Die Playstation 4 mit dem überarbeiteten Dual-Shock-Controller

Sony hatte es dann umso leichter das Publikum glücklich zu stimmen. Drei Sätze waren dafür vonnöten: Die Playstation 4 unterstützt gebrauchte Spiele. Die Playstation 4 hat keinen Onlinezwang. Die Playstation 4 kostet 399 Euro – 100 Euro weniger als die Xbox One.

Also im Klartext: Für einhundert Euro weniger könnt ihr gebrauchte Spiele kaufen, braucht nicht zwingend einen Internetzugang und habt wahrscheinlich sogar technisch einen kleinen Vorteil. Fairerweise muss man sagen, dass es auch bei der PS4 Möglichkeiten geben wird, die Nutzung von gebrauchten Spielen zu unterbinden, allerdings wird die Verantwortung dafür gänzlich auf Seiten der Entwickler liegen. Von Seiten der Hardware wird es keine Sperre geben.

Wer nun immer noch nicht überzeugt davon ist, wer die erste Runde im Next-Generation-Battle gewonnen hat, kann sich hier einfach selber nochmal die vollständigen Pressekonferenzen ansehen:

MICROSOFT:

SONY: