„Love conquers all. Haven’t you seen The Graduate?“ sagt Mavis Gary (Charlize Theron) genervt. Aber das ist nichts Außergewöhnliches – denn Mavis ist immerzu genervt. Eigentlich hat die Ghostwriterin einer Jugendserie alles: sie ist schön, reich und wohnt in einer Großstadt. Doch hinter der Fassade verbirgt sich ein verbittertes, garstiges Miststück. Mavis’ Ehe wurde geschieden, sie verliert ihren Job, Freunde hat sie nicht und ihr Alltag besteht aus ungesundem Essen, viel Alkohol, nervösen Ticks und Sex mit wildfremden Männern.

Trotzdem glaubt sie aufgrund ihres Aussehens etwas Besseres zu sein und alles im Leben erreicht zu haben, wovon andere nur träumen. Als das hübsche Biest  mitbekommt, dass ihre Jugendliebe Buddy Slade (Patrick Wilson) glücklich verheiratet ist und eine Tochter bekommen hat, entschließt sie sich, ihn aus seinem tristen Kleinstadtalltag zu „retten“, indem sie seine Ehe zerstört. Wieder in ihrer Heimatstadt, einem idyllischen Vorort, angekommen, trifft Mavis auf den ehemaligen Mitschüler Matt Freehauf (Patton Oswalt), mit dem sie scheinbar nichts gemein hat – außer dem ständigen Leben in der Vergangenheit.

Charlize Theron hat bereits in „Monster“ ihre hässliche Seite gezeigt, jedoch war die Schauspielerin noch nie so unsympathisch und abstoßend wie in „Young Adult“. Sie präsentiert sich sensationell desinteressiert, desillusioniert und erfindet das Wort „Arroganz“ quasi neu. Zu keinem einzigen Zeitpunkt überdenkt die Figur ihre Lebenssituation oder stellt ihr Verhalten in Frage. Sich die Misserfolge eingestehen, ist für Mavis keine Option. Das Duo, das bereits den Kassenhit „Juno“ hervorgebracht hat, bietet uns dieses Jahr „Young Adult“ als cineastischen Leckerbissen: Drehbuchautorin (Diablo Cody) und Filmregisseur (Jason Reitman). Cody schafft es, ihre Antiheldin so komplex zu gestalten, dass man eigentlich nicht mitfühlen will – es aber im Endeffekt doch ein wenig tut. Reitman erzielt durch die konservative Umgebung ein Gefühl der ständigen Deplatzierung. Diese perfekte Symbiose offenbart bis zum Schluss nicht, ob Mavis sich ihrer Probleme bewusst ist.

„Young Adult“ ist wie „American Beauty“ – nur weniger dramatisch. Oder wie „About Schmidt“ – nur weniger dynamisch. Oder wie „Broken Flowers“ – nur weniger munter. Es ist keine gekünstelte, abenteuerliche oder überspitzte Geschichte – sondern eine provokante und polemische Begebenheit wie mitten aus dem Leben.

Hier gibt es den Trailer zum Film: