„No offence but you look kinda crappy.” bekommt Grady Tripp (Michael Douglas) in letzter Zeit des Öfteren zu hören, denn der 50-jährige Professor und Autor durchlebt eine kritische Phase. Seine erste und einzige erfolgreiche Buchveröffentlichung ist bereits 7 Jahre her und seine junge Ehefrau hat sich endgültig von ihm getrennt. Obendrein erfährt er, dass seine langjährige, heimliche Affäre und Vorgesetzte Sara schwanger ist. Die Schicksalsschläge versucht Grady durch Marihuana-Konsum zu kompensieren.

 

Der gebeutelte Pädagoge muss auf eine mehrtägige literarische Feier in Saras Haus, zu der auch einige andere kuriose Gestalten geladen sind. Da wäre beispielsweise der bisexuelle Lektor und Gradys langjähriger Freund Terry Crabtree (Robert Downey Jr.). Dieser kommt in Begleitung eines Transvestiten, den er erst kürzlich kennenlernte. Auch die attraktive Studentin Hannah Green (Katie Holmes) ist auf der Gästeliste. Sie zeigt offenkundig ihre Schwäche für den Literaturprofessor und lässt keine Gelegenheit aus, mit ihm zu flirten. Außerdem trifft Grady auf den Studenten James Leer (Tobey Maguire), der als talentierter Schriftsteller und melancholischer Außenseiter gilt. James kennt alle Selbstmorde berühmter Schauspieler auswendig und besitzt eine Schusswaffe als Glücksbringer.

 

Diese turbulente Konstellation verschafft dem kiffenden Romanautor und Dozenten ein chaotisches Wochenende, bei dem dieser seine Frau, seinen Job, sein Manuskript, sein Auto und beinahe den Verstand verliert. Eine absurde Situation folgt der nächsten, die Protagonisten verstricken sich immer mehr in ein heilloses und aberwitziges Durcheinander.

Regisseur Curtis Hanson verfilmte im Jahr 2000 die auf dem gleichnamigen Buch basierende Tragikomödie. Drehbuchautor Steven Kloves adaptierte die Romanvorlage von Michael Chabon für die Leinwand. Dabei ist eine verquere Satire entstanden, die Männer verschiedener Altersstufen am Rande des Nervenzusammenbruchs portraitiert. Alle Figuren sind auf ihre eigene Weise faszinierend und liebenswürdig.

Der Film lebt außerdem von seinen humoristischen, ironischen Dialogen und den hervorragenden Darstellern, die es allesamt schaffen, stets präsent zu sein, ohne einander die Show zu stehlen. Ebenso ausgezeichnet ist die Filmmusik von Bob Dylan. „Wonder Boys“ erinnert ein bisschen an „Fear and Loathing in Las Vegas“ – nur mit viel weniger Rauschgift. All denen, die auf verworrene Geschichten und irrwitzige Dialoge stehen, könnte also auch „Wonder Boys“ durch seine heitere Absurdität gefallen.

Hier gibt es den Trailer zum Film: