„I feel so cool right now.“ flüstert Noah (Jonah Hill) sich selbst zu. Das ist nachvollziehbar, denn der pummelige Außenseiter erlebt den turbulentesten und nervenaufreibensten Abend seines Lebens. Und das alles ist nur pessiert, weil Noah sich trotz seiner Unerfahrenheit im Umgang mit Kindern dazu überreden ließ, als Babysitter zu jobben. Dabei ahnte er jedoch nicht, wie anstrengend die Bälger der Nachbarin wirklich werden können.

Noah ist alles andere als ein gutes Vorbild für Kinder. Er ist das Gegenteil eines Musterschülers, ein Flegel im Umgang mit Frauen, immer der Schwächling bei Auseinandersetzungen und für seinen leiblichen Vater eine so große Enttäuschung, dass dieser jeglichen Kontakt meidet. Auch Noahs Mutter hat die Hoffnung an den unbelehrbaren Nichtsnutz aufgegeben. Und so sitzt der junge Mann entweder tagelang faul zu Hause rum oder aber er lässt sich von seiner vermeintlichen Freundin Marisa (Ari Graynor) ausnutzen, indem er ihre Aufgaben erfüllt und ihre Bedürnisse befriedigt.

Noahs apathisches Leben ändert sich jedoch schlagartig, als er eines Abends auf komplexgeplagte Nervensägen aufpassen muss. Der 13-jährige Slater (Max Records) ist dermaßen psychisch gestört und sensibel, dass er durchgehend auf Medikamente angewiesen ist. Seine 9-jährige Schwester Blythe (Landry Bender) hat eine bizarr überzogene Prinzessin-Fixierung. Und der 10-jährige Rodrigò (Kevin Hernandez) ist ein Adoptivkind aus Mexiko, dessen größtes Hobby es ist, Sprengkörper auf Toiletten zu zünden.

Als Noahs Freundin ihn durch Dirty Talk auf eine Party lockt, begeben sich die 4 auf ein aufregendes Abenteuer durch das nächtliche New York. Noah soll auf dem Weg Drogen für Marisa besorgen. Diese riskante Aktion geht natürlich schief und so werden Noah und seine Schützlinge bald von skrupellosen und völlig durchgeknallten Drogendealern quer durch die Stadt gejagt. Dabei haben die mordlüsternen Gangster auch kein Problem damit, kleine Kinder aus ihrem Weg zu räumen.

Die 2011 erschienene Komödie „The Sitter“ (dt. „Bad Sitter“) war die erste Zusammenarbeit von Jonah Hill mit dem Regisseur David Gordon Green, der bereits in mehreren Filmen seinen ausgeprägten Sinn für absurden Humor unter Beweis stellte. Auch dieses mal schaffte Green ein Zwischending zwischen typischer Coming-of-Age-Thematik und krawalligem Thriller-Material. Besonders bemerkenswert ist in dem ganzen Durcheinander der heimliche Star des Films: Max Records. So wie der 13-jährige (!) seine älteren Kollegen an die Wand spielt, hat der Kleine wohl noch eine große Karriere vor sich.

Die humoristischen Elemente von „The Sitter“ sind überzeichnet; Wendungen und Verwicklungen folgen ohne jegliche Pause aufeinander. Aber genau diese Absurdität, diese völlige Überforderung mit einer bestimmten Lebenssituation ist genau das, was Jonah Hill schon immer am besten darstellen konnte. Wer also über Filme wie „Accepted“, „Superbad“ oder „Get Him to the Greek“ lachen konnte, wird auch mit „The Sitter“ viel Spaß haben.

Hier gibt es den Trailer zum Film: