„Do you know what song this is?“ ist die Leitfrage einer außergewöhnlichen Begegnung. 20 Jahre nach dem letzten Kontakt sehen Henry Sawyer (J. K. Simmons) und seine Frau Helen (Cara Seymorw) ihren Sohn Gabriel (Lou Taylor Pucci) nach seiner Operation in einem Krankenhaus wieder. Sie müssen erfahren, dass bei ihrem Sohn ein Gehirntumor diagnostiziert wurde und er nun unter Gedächtnisschwund leidet. Für Gabriel existiert keine Gegenwart mehr – er lebt nur noch in der Vergangenheit.

In zahlreichen Rückblenden erfährt der Zuschauer, wie sich der musikbegeisterte Gabriel in den sechziger Jahren der Anti-Vietnam-Bewegung anschließt und während eines Konzerts im Affekt die amerikanische Flagge auf der Bühne verbrennt. Für seinen konservativen und patriotischen Vater Henry ist das ein Schlag ins Gesicht. Er verbietet seinem Sohn, zum langerwarteten Grateful Dead Konzert zu gehen. Gabriel flüchtet daraufhin von Zuhause und bricht den Kontakt zu seinen Eltern vollkommen ab.

 

20 Jahre später: Wegen Gabriels fehlendem Erinnerungsvermögen gestaltet sich die Konversation zwischen Eltern und Sohn mehr als schwierig. Henry möchte das unbedingt ändern und versucht alles, um wieder eine Beziehung zu Gabriel aufzubauen. Er beginnt damit, nach einer effektiven Therapie zu suchen. Das Einzige, was zu wirken scheint, ist die Musiktherapie von Dr. Dianna Daly (Julia Ormond). Sie geht mit innovativen Methoden gegen Gabriels Amnesie vor. Daly nutzt die Kraft von Melodien, um Zugang zu ihrem Patienten zu finden. Durch alte Songs kehren Gabriels Erinnerungen nach und nach zurück.

 

Das Regiedebüt von Jim Kohlberg erzählt ein klassisches Familiendrama mit einer simplen Struktur. Jedoch besticht der Film durch gleichermaßen vorhandene Dramatik, Dynamik und Leichtigkeit. Heitere und bedrückende Momente wechseln sich ab, ohne dass der Film zu einseitig wirkt. Noch ergreifender wird die Geschichte dadurch, dass sie auf einer wahren Begebenheit basiert. Der thematisierte Fall ist tatsächlich in ähnlicher Form existent.

„The Music Never Stopped“ ist eine nicht-märchenhafte Version von „Big Fish“. Wer die traurig-schöne Atmosphäre von Filmen wie „Das Baumhaus“ oder „Der Eissturm“ genoss, wird ihn sicherlich mögen. Und da „The Music Never Stopped“ pure Liebe zur Musik auf die Leinwand bringt, ist der dazugehörige Soundtrack schlichtweg sensationell.

Hier gibt es den Trailer zum Film:

http://www.youtube.com/watch?v=mejPllxcEJI