„I used to have the same bike when I was your age.“ witzelt die junge Außenseiterin Abby (Emma Stone) als sie den abgehalfterten, mitten in der Midlifecrisis steckenden Autor Richard Dunn (Jeff Daniels) auf einem Fahrrad sieht. Nachdem extremen Misserfolg seines Buches, beschließt Richards Frau Claire (Lisa Kudrow), ihn in eine kleine Vorstadt zu bringen, damit er zur Ruhe kommt. Gleichzeitig setzt sie ihn unter Druck, schnellstmöglich ein neues Werk zu verfassen.

Der neurotische, zerstreute Schriftsteller ist so verzweifelt, dass er sogar für die einfachsten Aufgaben die Hilfe seines imaginären Freundes aus Kindertagen – Captain Excellent (Ryan Reynolds) – benötigt. Plötzlich trifft er die nicht minder einsame und traurige Abby, die außer ihrem besten Freund Christopher (Kieran Culkin) niemanden zum Reden hat. Er lädt sie ein, auf die nicht vorhandenen Kinder aufzupassen. Doch als sie den Schwindel bemerkt, bleibt Abby trotz der Lüge an Richards Seite.

 

Und so teilen die beiden nach und nach nicht nur kulinarisches Wissen sondern auch ihre Lebensgeschichten und entwickeln eine zarte Freundschaft, die niemand außer ihnen versteht. Vor allem Claire und Christopher weigern sich entschieden, diese Verbundenheit zu akzeptieren.

Michele und Kieran Mulroney zeigen in ihrem 2009 erschienenen Film, wie nervenaufreibend Isolation für einen Menschen sein kann und dass eine Freundschaft voller Verständnis und Respekt keine gesellschaftlichen Normen erfüllen muss. Besonders liebevoll sind die zwei Hauptcharaktere herausgearbeitet. Durch die vielfältige Abwechslung von Eigenschaften und Gefühlen wird ihre sympathische Menschlichkeit teils mit Humor und teils mit Anteilnahme betont. Diese ausufernde Charakterisierung schafft ein Gefühl der Identifikation. Auch extrem liebeswürdig ist die Figur des Captain Excellent, die komplett abstrakt und übertrieben dargestellt wird und somit die Fantasiewelt repräsentiert.

 

Daniels und Stone sind wie immer wundervoll. Kudrow, Reynolds und Culkin übernehmen dieses mal für sie eher befremdliche Rollen – meistern diese aber gekonnt. Der Zuschauer bekommt eine kunterbunte Tragikomödie zu sehen, bei der Erwachsene zu Kindern werden und die triste Realität durch Imagination aufgewertet und gleichsam vereinfacht wird. Zuerst kommt sachter Humor, dann verzweifeltes Wirrwarr und am Ende bleibt positive Leere.

Hier gibt es den Trailer zum Film: