„Hesher was here!“ steht auf einem Hausdach eines ruhigen Vorortes, nachdem Hesher (Joseph Gordon-Levitt) dort wütete. Doch außer Chaos, Verwirrung, Gewalt und Fäkalsprache hat er letztendlich auch Farbe in das triste Leben der Besitzer gebracht.

Der 13-jährige TJ (Devin Brochu) erlebt eine schwere Kindheit. Nach dem tragischen Unfalltod seiner Mutter lebt er mit seiner überbesorgten Oma und dem depressiven Vater Paul (Rainn Wilson) zusammen. Den plötzlichen Verlust kann keiner der drei richtig verkraften und so muss TJ zu Hause die bedrückende Stimmung und in der Schule die regelmäßigen Demütigungen ertragen. Eines Tages trifft er durch einen unglücklichen Zufall einen verwahrlosten Metaller, der ungefragt mit in das Haus der leidgeprüften Familie einzieht.

 

TJ und Hesher fühlen sich immer mehr verbunden – vor allem wegen der schwierigen Vergangenheit. Während sich Heshers Unmut durch Brutalität, Zerstörung und Anarchie äußert, wird TJ immer zorniger, bockiger und trotziger. Als sich beide in die Verkäuferin Nicole (Natalie Portman) verlieben, prallen all diese negativen Eigenschaften aufeinander.

Das im Jahre 2010 erschienene Filmdebüt von Spencer Susser verbreitet durchgehend eine eher morbide Stimmung. Zwar hilft der arbeits- und obdachlose Hesher durch seine unkonventionelle Art und sein infantiles Verhalten der Familie aus dem alltäglichen Trott rauszukommen. Allerdings ist er dabei kein guter Einfluss und schon gar kein guter Freund. Er ist ein drastischer Eindringling, der nur minimales Interesse an den Schicksalen seiner Mitmenschen zeigt. Doch genau eine solche absurde Hassliebe wird in dem gefühlskalten und leidenschaftslosen Leben des Teenagers gebraucht.

 

Joseph Gordon-Levitt zeigt in „Hesher“ ungewöhnliche Facetten: er ist ungepflegt, unfreundlich, nicht vorhersehbar und ganz und gar egozentrisch. Die unangenehme Rolle meistert er allerdings fabelhaft. Auch Devin Brochu, Rainn Wilson und Natalie Portman sind mehr als ansehnlich.

Ein Klassiker wie „Big Lebowski“ wird aus „Hesher“ wohl nicht, obwohl die Figuren einige Parallelen aufweisen. Anschauen sollte man sich den Film trotzdem – allein schon, weil es an jeder noch so dramatischen und niederschmetternden Situation etwas Gutes gibt. Genau diese Botschaft vermittelt „Hesher“ auf seine einzigartig rotzige Art.

Hier gibt es den Trailer zum Film: